Handelsblatt-Umfrage SPD und Piraten würden von Neuwahl profitieren

Der Zustand der schwarz-gelben Koalition ist schlecht. Würde das Bündnis platzen, käme es wohl zu Neuwahlen. Profitieren würde davon in erster Linie die SPD. Düster würde es hingegen für das Regierungslager.
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Potenzielle SPD-Kanzlerkandidaten: Profiteure einer vorgezogenen Neuwahl. Quelle: dpa

Potenzielle SPD-Kanzlerkandidaten: Profiteure einer vorgezogenen Neuwahl.

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DüsseldorfWie es um den Zustand einer Regierung bestellt ist, mag man daran ablesen, was deren Vertreter als Erfolg verbuchen. Gemessen daran muss der Zustand der schwarz-gelben Koalition noch schlechter sein, als viele Beobachter vermuten.

Drei Stunden saßen Kanzlerin Angela Merkel, FDP-Chef Philipp Rösler und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer am Montagabend im Kanzleramt zusammen, um einmal über die „großen Linien“ der Regierungspolitik zu sprechen. In „guter, konzentrierter und entspannter Atmosphäre" soll das Treffen abgelaufen sein, was für Philipp Rösler offensichtlich schon ausreichte, um von einem „großen Erfolg“ zu sprechen. Doch auch der Vizekanzler musste zugeben, dass der Dreiergipfel keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht hat.

Ob eine entspannte Gesprächsatmosphäre reicht, um das Land zu regieren? Immer mehr Deutsche hegen daran Zweifel. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts mafo.de im Auftrag von Handelsblatt Online glaubt ein gutes Drittel nicht mehr daran, dass die Regierung bis zur nächsten Bundestagswahl im Herbst 2013 durchhält. 31,3 Prozent der 1000 Befragten gehen davon aus, dass das Bündnis bereits vorher zerbricht.

Die Profiteure einer vorgezogenen Neuwahl sehen die Befragten eindeutig im Oppositionslager. 45 Prozent gehen davon aus, dass vor allem die SPD von vorgezogenen Neuwahlen profitieren würde. Auf Rang zwei der potenziellen Profiteure folgen die Piraten: Rund 34 Prozent der Befragten gaben an, dass ihrer Meinung nach vor allem die Polit-Neulinge die Nutznießer einer Neuwahl vor dem regulären Termin wären.

Merkels Union landet weit abgeschlagen auf dem dritten Rang: Nur elf Prozent glauben, dass eine Neuwahl-Entscheidung der Kanzlerin einen strategischen Vorteil verschaffen würde. Noch schlechter sieht es für Grüne und FDP aus: Lediglich acht Prozent halten die Öko-Partei für einen potenziellen Neuwahl-Profiteur, bei den Liberalen glauben nur zwei Prozent an Rückenwind durch Neuwahlen.

Große Chancen räumen die Befragten hingegen einer Euro-kritischen Partei ein, wie sie etwa dem früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel vorschwebt. 51 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass eine solche Partei die Fünf-Prozent-Hürde überwindet.

Bislang allerdings gibt es eine solche Partei nicht. Lediglich die Freien Wähler, die bei der nächsten Bundestagswahl zum ersten Mal deutschlandweit antreten wollen, haben angekündigt, mit euro-kritischen Positionen in den Wahlkampf ziehen zu wollen. Ob es aber so weit kommt, wird erst der kommende Parteitag zeigen.

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13 Kommentare zu "Handelsblatt-Umfrage: SPD und Piraten würden von Neuwahl profitieren"

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  • Die Idee, dass höhere Löhne auf jeden Fall mehr Arbeitsplätze schaffen, ist keynesianisch und absurd. Auch das Gegenteil ist pauschal nicht richtig.

    Sicher ist nur, dass durch höhere Löhne tendenziell die Produktpreise steigen und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit leidet.
    Ob das Defizit an Exporten durch eine größere Binnennachfrage wirklich komplett abgedeckt wird, ist eine nicht belegbare Behauptung.

    Warum, wieso, weshalb Wachstum entsteht und ob dieses gemessene Wachstum auch wünschenswert ist, bleibt offen und ist auch auf theoretischer Ebene nicht endgültig lösbar. Dies hängt von der großen Unbekannten "Innovation" ab.

    Es ist jedoch klar, dass eine ausgeprägte staatliche Lohnsubventionierung nicht die Lösung sein kann, weil Staatswirtschaft ineffektiv ist.
    Allerdings ist auch klar, dass wir die sich abzeichnende Wiederholung des Manchester-Kapitalismus nicht gebrauchen können.

    Es wäre sinnvoll, mit einem großzügig bemessenem Bürgergeld sicherzustellen, dass für alle eine menschenwürdige Existenz möglich ist.
    Hingegen sind eingreifende und regulierende Maßnahmen nur mit unnötigen Bürokratiekosten verbunden.

    Nicht Lohnsubventionierung oder Mindestlöhne sind eine Lösung der Probleme sondern ein staatlich garantiertes Grundeinkommen.
    Oder sollen die Leute, die gerade nicht arbeiten, verhungern und am Elend zugrunde gehen???

  • Lieber Thrms
    Zuerst verbiete ich es Ihnen mich zu beleidigen und in eine Schublade zu stecken wo ich nicht hingehöre.
    ---Habe schon einmal durch Fanatiker meine Heimat verloren.---
    Ich hoffe Sie können mir folgen,weil ich den Namen nicht nennen möchte ,um Ihren Aufschrei zu hören.
    Für mich ist es ein guter Vergleich, ohne böse Hintergedanken.
    Das die SPD für EURO-BONDS ist ,stand in fast jeder Zeitung.
    Wenn die Deutschen durch EURO-BONDS verarmen,dann möchte ich nicht das alle schreien :Ich habe von nichts gewußt.

  • Thrms
    Sie sind wohl ein Alt-68er?
    Mein Gott, so eine gequirlte Schei.... wie Ihren Beitrag hab ich selten gelesen.
    Aber wichtig ist, alle linke Hetze wird geschrieben. Nicht wahr?

  • Ach was...Meinungsfreiheit gibts nur für die linken Spinner die ihren internationalistischen Utopien frönen wollen?
    Das die SPD vaterlandslose Gesellen sind ist hinlänglich bekannt, Altkanzler Schmidt war vor Jahresfrist stolz festzustellen, das die SPD "schon seit 150 Jahren eine internationalistische Partei" ist.
    Na Glückwunsch sag ich...die kürzlichen Kommentare der Herren Steinbrück und Gabriel zur "sozialisierung" der europäischen Schuldenlasten sprachen ebenfalls für sich.

  • Dozenten Blödheit hat kein Ende.

  • Es ist unerträglich, dass an dieser Stelle sog. 'Leserkommentare' erscheinen dürfen, die den schlimmsten Verbrecher der Menschheitsgeschichte, den es nie hätte geben dürfen, nämlich die Hitlersau, in eine Nähe zur Antihitlerpartei SPD bringen dürfen! Diese Ungeheuerlichkeit muss sofort durch das Entfernen/Löschen solcher 'Leserkommentare' beantwortet werden. Als Sozialdemokrat und damit als bekennender Antinazi stelle ich hier in aller Entschiedenheit fest, dass die Sozialdemokratie immer und überall gegen die Nazis stand und steht und dass Nazis nie eine Chance haben durften und dürfen! Nazis galt und gilt es in aller Entschiedenheit, an jedem Ort und zu jeder Zeit zu bekämpfen und zu verhindern! Sie durften und dürfen also auch keine publizistische Plattform zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ansichten erhalten! Deshalb fordere ich die Handelsblatt-Onlineredaktion auf, sog. 'Leserkommentare' wie den von 'Schlesier' sofort zu entfernen/zu löschen und Nazis keinerlei (publizistische) Plattform einzuräumen bzw. zu bieten!

  • Wenn die SPD drankommt dann freuen sich auch die Franzosen, denn dann haben die auch die Rente mit 60 finanziert ,dank der ---SPD---. (...)
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

  • Die Piraten haben ihren Frühling gehabt, die werden sich wundern wie schnell die Wechsel- und Protestwähler weiterziehen. Kein Wort zum Trennbankensystem und keine klare Ansage bezüglich Finanztransaktionssteuer. Die drängenden Probleme unserer Gesellschaft beim Surfen einfach übersehen, weiterschlafen!!

    "Freie Wähler", das wird die Partei der neuen Mitte, dort liegt das Potential für die Zukunft, nicht bei CDU, SPD, Grünen oder FDP.

  • die CDU sollte mit der SPD fusionieren, wie schon mal gehabt. Ein Unterschied zwischen beiden Parteien ist beim besten Willen nicht mehr festzustellen. Gabriel und Merkel: Brüder und Schwestern im Geiste. Wer wieder eine Republik nach westlichem Muster will, muss halt auf eine echte Alternative warten.

  • "Mindestlohn schafft mehr Arbeitslosigkeit"

    Wieso eigentlich? Die Einführung in UK hat derartige Effekte widerlegt. Im Gegenteil es käme zu einer höheren Nachfrage was Arbeitsplätze schaffen würde!

    Wenn die Verkäuferin nicht mehr 6€ sondern 10€ in der Stunde verdient, kauft sie mehr.
    Die Gewinne des Handelsunternehmens sinken - na und? Es wird kaum die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern :-)).
    Damit wird auch die Einkommensschere etwas geschlossen - das kann nur gut sein.

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