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Handelskommission Bundesregierung sagt hochrangiges Wirtschaftstreffen mit Türkei ab

Das Treffen der deutsch-türkischen Wirtschaftskommission unter Leitung von Minister Altmaier ist gecancelt worden – aus Protest gegen die Syrien-Offensive.
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Die Militärintervention der Türkei in Syrien hat das Klima wieder verschlechtert. Quelle: dpa
Wirtschaftsminister Altmaier in Ankara (im Oktober 2018)

Die Militärintervention der Türkei in Syrien hat das Klima wieder verschlechtert.

(Foto: dpa)

Berlin, Istanbul Es sollte eine Hilfe für die schwächelnden deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen werden. Am 6. November sollte in Berlin die gemischte deutsch-türkische Wirtschaftskommission unter Leitung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und der türkischen Handelsministerin Ruhsar Pekcan mit vielen hochrangigen Unternehmensvertretern zusammen kommen.

Jetzt hat die Bundesregierung aus Protest gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien den Termin abgesagt. Das erfuhr das Handelsblatt aus Industriekreisen.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte eine „Verschiebung“ und fügte hinzu: „Terminverschiebungen können wir wie üblich nicht kommentieren.“ Auch unter deutschen Unternehmern in der Türkei hatte die Absage aus Berlin die Runde gemacht.

Die Regierung in Ankara wurde nach Handelsblatt-Informationen zunächst nicht von der Bundesregierung informiert. Das türkische Handelsministerium hat die Verschiebung allerdings inzwischen bestätigt.

Die Gemeinsame Wirtschafts- und Handelskommission (kurz: „Jetco“ für „Joint Economic & Trade Commission“) soll offiziell den Handel zwischen beiden Ländern vereinfachen. Dazu kommen ranghohe Politiker und Firmenvertreter aus den beiden Ländern zusammen.

Im Falle der Türkei sollte über industrielle Kooperation, Tourismus, Handel und Kooperation in Drittmärkten gesprochen werden. Geplant waren jeweils Panels mit namhaften Unternehmen zu diesen Themen, sowie im Anschluss eine Wirtschaftskonferenz mit beiden Regierungsvertretern.

Beim ersten Treffen der deutsch-türkischen Kommission im Oktober 2018 ging es darum, kleinere Handelshemmnisse in den Bereichen Pharma, Textilien und Nahrungsmitteln zu beseitigen. Der Handelswert zwischen beiden Ländern lag im Jahr 2018 bei gut 35 Milliarden Euro.

Viele Investoren sind verschreckt

Etwas mehr als die Hälfte bestand aus deutschen Exporten in die Türkei. Diese waren um zehn Prozent gesunken. Es geht aber um mehr als das. Laut offiziellen Angaben sind bis zu 7.000 deutsche Firmen in der Türkei aktiv. Nach einer Terrorserie und politischen Umwälzungen im Land waren viele Investoren verschreckt.

Hinzu kamen vor allem im Sommer 2018 hilflose Versuche der Regierung, die Finanzkrise mittels fragwürdiger Regulierung einzudämmen. Die deutschen Unternehmen hielten durch, auch dank mehrerer Interventionen der Auslandshandelskammer in Istanbul, auch direkt bei Staatschef Erdogan.

Zuletzt hatte sich die Lage verbessert, wie deutsche Manager in der Handelsmetropole Istanbul dem Handelsblatt berichten. Die Militärintervention der Türkei in Syrien habe das Klima jedoch wieder verschlechtert. „Unsere Investitionen für die nächsten Monaten sind von der Zentrale in Deutschland erst einmal auf Eis gelegt worden“, berichtet ein Manager dem Handelsblatt. Ein anderer sagt: „Im Mutterhaus macht man sich jetzt wieder Sorgen, wie sicher die Produktionsstätten in der Türkei noch sind.“

Sorgen, die vielleicht irrational sind, wenn man bedenkt, dass die meisten Standorte deutscher Unternehmen in der Türkei über 2 000 Kilometer vom Kampfgebiet entfernt sind. Doch es geht auch um die politische Dimension des Militäreinsatzes: Die Bundesregierung hält diesen für völkerrechtswidrig, die öffentliche Kritik ist immens.

Der Volkswagen-Konzern, der bis zu eine Milliarde Euro in ein neues Werk nahe Izmir investieren möchte, hatte dieses Investment vergangene Woche vorläufig auf Eis gelegt – und das, obwohl der Konzern betont, dass ein neues Werk „nach wie vor betriebswirtschaftlich sinnvoll“ sei.

Mehr: Die Verteidigungsministerin will eine Schutzzone in Syrien. Ihre Idee bleibt jedoch nebulös. Eine gemeinsame Initiative Europa wäre besser.

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1 Kommentar zu "Handelskommission: Bundesregierung sagt hochrangiges Wirtschaftstreffen mit Türkei ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Traurig das sich das HB sich jetzt auch auf " Denglisch" ausdrückt. Gecancelt, da sollte
    doch einem gebildeten Journalisten der Hut hochgehen. Wir haben in der deutschen Sprache hier für ein ordentliches Wort. nämlich annulliert.