Handelsstreit und Iran im Fokus Kanzlerin reist zu Trump – „Merkel und Macron können sehr gut im Tandem arbeiten“

Nach Frankreichs Staatschef Macron kommt nun Kanzlerin Merkel ins Weiße Haus. Die Erwartungen an ihren zweiten Besuch bei Trump sind groß.
8 Kommentare
Angela Merkel rückt bei US-Reise Handelsstreit und Iran in den Fokus Quelle: Reuters
Angela Merkel und Donald Trump

Das auf zweieinhalb Stunden angesetzte Arbeitstreffen zwischen der Bundeskanzlerin und dem US-Präsidenten ist für Freitagabend deutscher Zeit vorgesehen.

(Foto: Reuters)

BerlinKanzlerin Angela Merkel (CDU) bricht am frühen Donnerstagabend zu ihrem zweiten Besuch bei US-Präsident Donald Trump nach Washington auf. Bei dem als „Arbeitsbesuch“ eingestuften Treffen dürften der drohende Handelskrieg zwischen den USA und Europa sowie die Krisen in Syrien und im Iran im Mittelpunkt stehen.

Nach dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der am Mittwoch einen dreitägigen Staatsbesuch in Washington beendete, ist Merkel die zweite wichtige Europapolitikerin innerhalb weniger Tage, die mit Trump zusammentrifft. Erstmals hatte Merkel den US-Präsidenten im März vergangenen Jahres besucht.

Merkel hat wiederholt betont, wie zentral die Partnerschaft mit den USA trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten mit Trump für Deutschland sei. Die Kanzlerin dürfte dem US-Präsidenten, der in der Wirtschaftspolitik auf Abschottung setzt, erneut klarmachen, dass sich Europa in dieser Frage nicht auseinanderdividieren lässt. Das auf zweieinhalb Stunden angesetzte Arbeitstreffen ist für Freitagabend deutscher Zeit vorgesehen.

Vor allem mit Blick auf den Handel wird die Zeit knapp. Die EU ist bis zum 1. Mai ausgenommen von erhöhten US-Zöllen auf Stahl und Aluminium. Aber auch beim Thema Iran ist Dringlichkeit angesagt. Bis zum 12. Mai muss Trump entscheiden, ob die USA Sanktionen gegen den Iran weiterhin aussetzen. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im internationalen Atomdeal mit dem Iran angesehen. Trump hat sich immer wieder kritisch über das Abkommen geäußert.

Der Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, Peter Beyer, sagte, Merkel könne bei Trump am besten im Tandem mit Macron etwas erreichen. „Es gibt gemeinsame Ziele und ein abgestimmtes Vorgehen, auch wenn Macron und Merkel unterschiedliche Rollen wahrnehmen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Macron ist auf der persönlichen Ebene etwas näher an Trump dran.“. Merkel könne mit ihrer pragmatischen Beharrlichkeit gut Sachthemen vorantreiben. „Merkel und Macron können sehr gut im Tandem arbeiten“, sagte Beyer.

Der Wirtschaftsrat der CDU sieht im Treffen zwischen Merkel und Trump eine entscheidende Weichenstellung für die Handelspolitik. Merkel müsse eine dauerhafte Ausnahme für die neuen US-Strafzölle auf Stahl für die EU fordern, sagte der Generalsekretär des Verbandes, Wolfgang Steiger der „Rheinischen Post“.

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin forderte von Merkel Klartext in Washington. Macrons Charmeoffensive habe bei Trump in der Sache wenig bewirkt, befand Trittin. Am Freitag werde es daher für Merkel ernst. So sei der Iran-Deal weiter in akuter Gefahr. „Schmeichelei wird keine amerikanischen Zugeständnisse bringen“, warnte Trittin und fügte hinzu: „Merkel muss mit Trump eine Sprache sprechen, die er versteht: die der Kosten-Nutzen-Rechnung.“

Bei der Mehrheit der Deutschen überwiegt unterdessen der Pessimismus mit Blick auf das transatlantische Verhältnis. Mehr als zwei Drittel glauben demnach, dass sich das Verhältnis zwischen Deutschen und den USA eher verschlechtern (47,3 Prozent) oder deutlich verschlechtern (20,8 Prozent) wird, wie eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe ergab.

Nur 5,7 Prozent meinen, die Beziehung werde sich eher oder deutlich verbessern. Gut jeder Fünfte (21,6 Prozent) erwartet keine Änderung.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Handelsstreit und Iran im Fokus - Kanzlerin reist zu Trump – „Merkel und Macron können sehr gut im Tandem arbeiten“

8 Kommentare zu "Handelsstreit und Iran im Fokus: Kanzlerin reist zu Trump – „Merkel und Macron können sehr gut im Tandem arbeiten“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Günther Schemutat,

    gute Darstellung, wenngleich ich mir zu Trump noch nicht in allen Punkten eine abschließende Meinung gebildet habe.

    Die Sinnhaftigkeit von Merkels Besuch erschließt sich mir bei Gemengelage nicht, es sei denn, sie würde eine kurze Auszeit von den anhaltenden Streitereien des "Regierungs-Teams" nehmen wollen, oder aber um ihr "Image" bei Trump aufzupolieren, indem sie sich bei ihm für die Hetze (wie z. B. Haßprediger) von namhaften deutschen Politgrößen in aller Form entschuldigt.

    Da Merkel IV das sicher nicht machen wird, stelle ich mich auf eine unterhaltsame Show von Trump ein.

  • Das Trump Europa spalten will ,sah man eigentlich ganz deutlich bei ihm und den Aufwand den er mit Macron betrieb. Das Bild das er der Boss ist , kam nie deutlicher rüber. Das Macron sich bemühte auch im Namen Europa aufzutreten ging leider schief. Seine Aussage auch vor laufender Kameras, das Frankreich und USA einen ausgeglichenen Handel haben , zeigte schon , dass ihn sein Hemd näher ist als Merkels Hose.

    Wenn nun Merkel zu Trump fliegt , muss sie wohl durch den Lieferanteneingang , denn nichts hasst Trump so sehr wie alte Frauen. Das er Merkel nicht mag steht nun mal fest und eines ist auch klar , Deutschland ist für ihn ein Wunder Punkt.

    Man sieht Trump an , dass er Geschäftsmann ist und wie er Deutschland und Frankreich spalten will. Dafür nimmt er die widerliche EU Art an, sich mit jeden abzuküssen den er mag.

  • IMPOTEURE & Zulieferer in den USA, insbesondere fuer die dort taetige Deutsche Automobilindustrie brauchen umgehend
    KLARHEIT beim Import von Stahl-, &Al sowie Produkten & Vormaterial aus diesen Schluessel-Werkstoffen !
    -----------------------------------------------------------------------------------------------
    May 1st. is next Tuesday!

  • @ Herr Tomas Maidan

    >> Wieso kommt das Großmaul eigentlich nicht mal zu uns >>

    Würden sie in ein Land reisen , dessen Präsident zu einem öffentlicht sagt :

    "" er sei ein Hassprediger ! "".....????

    Sie sind wohl noch sehr naiv, fast ein Emmanuel....????!!!! :-)

  • Wer Golf spielt und Weiber hat, geht doch nicht zu Pudel und Pummelchen, wäre doch Zeit-Verschwendung, die EU-Versager haben doch nicht zu melden.

  • >> Kanzlerin reist zu Trump >>

    Als Bittstellerin........!!!!

    - 2 % für die NATO, gefälligst !

    - Kein Nordstream 2

    - Strafzölle auf Alu und Stahl


  • Wieso kommt das Großmaul eigentlich nicht mal zu uns, wie es sich gehört? Andere Politiker arbeiten, reisen, planen. Der Donald spielt Golf. Und macht Zirkus mit seinen Anwälten für Nutten und Russen. Als autoritär veranlagter Charakter würde ich dem mal die Spesen streichen. Aber Dalli.

  • „Merkel und Macron"
    Der Pudel und das Pummelchen, wie herzig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%