Hans-Böckler-Stiftung Mindestlohn wirkt schon vor der Einführung

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung stellt bereits Auswirkungen des vorgeschriebenen Mindestlohns fest – obwohl dieser noch gar nicht gilt. Die Stiftung warnt zudem vor Ausnahmen vom Mindestlohn.
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Zeitungsausträger arbeiten oft für Gehälter unter Tarif. Quelle: dpa

Zeitungsausträger arbeiten oft für Gehälter unter Tarif.

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DüsseldorfDer gesetzliche Mindestlohn hat schon vor seiner Einführung gewirkt. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des gewerkschaftlichen WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung. So seien 2013 die allgemeinverbindlichen Branchenmindestlöhne teils deutlich zwischen 2 und 14 Prozent angehoben worden, berichtete WSI-Leiter Reinhard Bispinck am Mittwoch in Düsseldorf. In 11 von 14 Branchen mit Mindestlöhnen lägen die untersten Gehaltsstufen bereits über der Schwelle von 8,50 Euro.

Auch in einigen Wirtschaftsgebieten, die bislang zum harten Kern der Niedriglohnbeschäftigung gezählt werden mussten, seien Stufenpläne vereinbart worden, um das gesetzlich geforderte Niveau in ganz Deutschland zu erreichen oder sogar zu übertreffen. Bispinck nannte die Fleischindustrie, das Friseurgewerbe sowie die Leiharbeit. Verhandelt werden muss noch im Bewachungsgewerbe, in dem es zuletzt in vielen Tarifgebieten Mindestlöhne noch unter 8,50 Euro gab.

Vor der ersten Lesung des Mindestlohngesetzes am Donnerstag im Bundestag sprach sich der gewerkschaftsnahe Forscher noch einmal gegen Ausnahmen für Langzeitarbeitslose und Jugendliche aus. Dies könne auf dem Arbeitsmarkt zu unerwünschten Verdrängung- und Drehtüreffekten führen.

  • dpa
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