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Hans-Josef Fell Grünen-Energieexperte bekommt Millionen aus China

Der Grünen-Politiker Hans-Josef Fell zählt zu den Vätern des Einspeisegesetzes – und bekommt dafür einen hoch dotierten Preis.
23.08.2018 - 18:56 Uhr 1 Kommentar
Als Preisträger steht er nun in einer Reihe mit Ex-US-Präsident Jimmy Carter oder der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Quelle:  Hans-Josef Fell
Hans-Josef Fell

Als Preisträger steht er nun in einer Reihe mit Ex-US-Präsident Jimmy Carter oder der Organisation Ärzte ohne Grenzen.

(Foto:  Hans-Josef Fell)

Düsseldorf Vor 17 Jahren war Hans-Josef Fell voller Hoffnung, als die rot-grüne Mehrheit im Bundestag endlich das „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ (EEG) verabschiedet hatte. Gemeinsam mit dem 2010 verstorbenen Wissenschaftler und SPD-Politiker Hermann Scheer wollte Fell, der damalige Energie-Experte der Grünen, dem noch unrentablen Ökostrom endlich zum wirtschaftlichen Durchbruch verhelfen.

Und in den Augen des chinesischen Milliardärs Lui Che Woo, hat er genau das auch geschafft. Deswegen wird er von Woos‘ Organisation mit dem Preis für Weltzivilisation geehrt, in der Kategorie Nachhaltigkeit.

„Damit wollen wir Hans-Josef Fell als eine der Gründungsfiguren der globalen Erneuerbaren-Bewegung anerkennen.“ sagte Woo dem Handelsblatt zur Begründung. Der Preis ist mit 2,2 Millionen Euro dotiert und wird jedes Jahr in drei Kategorien vergeben: Nachhaltigkeit, Verbesserung des Wohles in der Welt und die Verbreitung positiver Energie.

Vor zwei Jahren hat Lui Che Woo den Preis ins Leben gerufen, um Menschen oder Organisationen, die sich für eine bessere Welt einsetzen, zu unterstützen. Der 89-Jährige arbeitete sich mit Immobiliengeschäften und Glücksspielunternehmen zeitweise zum zweitreichsten Mann Hong Kongs. Sein Vermögen wird laut Forbes auf über zehn Milliarden Dollar geschätzt. Jetzt „wolle er den Menschen auch etwas zurückgeben“.

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    Hans-Josef Fell habe in diesem Jahr gewonnen, weil man ihn „als eine der Gründungsfiguren der globalen Erneuerbaren-Bewegung“ anerkennen wolle, sagte Woo dem Handelsblatt. Nominiert habe ihn Eicke Weber, der ehemalige Chef des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Ise). Der 68-Jährige ist einer von tausend ausgewählten Nominatoren, die Vorschläge für den Preis einreichen durften.

    Als Träger der Auszeichnung steht Fell nun in einer Reihe mit Ex-US-Präsident Jimmy Carter oder der Organisation Ärzte ohne Grenzen. Für den deutschen Politiker eine „herausragende Bestätigung seiner jahrelangen Arbeit für die erneuerbaren Energien“.

    „Das EEG ist immer noch das zentrale Element zur Verbesserung des Klimas“, sagt Fell dem Handelsblatt. Trotz großer Kritik an seinem Gesetz, würde er auch heute nichts anders machen. Seit Einführung des EEG ist der Ökostromanteil immerhin von 17 Prozent, auf 36 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Schon jetzt sei „grüner Strom oft günstiger als die fossilen Alternativen“, sagt Fell.

    Viele bemängeln allerdings, dass der ökologische Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten stehe. Nach den Berechnungen des Instituts für Wettbewerbsökonomik an der Universität Düsseldorf hat die Energiewende zwischen 2000 und 2015 bereits rund 150 Milliarden Euro gekostet. Laut Fell eine ungerechte Rechnung, schließlich würden die hohen Subventionen und Umweltkosten der fossilen Energien nicht dagegen gestellt.

    Trotzdem, für die Energiewende zahlt am Ende der Verbraucher. Das liegt laut Fell aber nicht an dem steigenden Ausbau der Erneuerbaren, sondern an einer „verfehlten“ EEG-Novelle unter dem damaligen Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) im Jahr 2009.

    Das Gesetz schreibt vor, dass der Ökostrom an der Börse verkauft wird. Da der Verkaufserlös aber bei weitem nicht ausreicht, um die vom Staat für 20 Jahre garantierte Förderung zu finanzieren, muss die Differenz durch die Umlage ausgeglichen werden.

    Dank einem Überangebot ist der Strompreis an der Börse in den vergangenen Jahren zwar gesunken, die Preise für den deutschen Verbraucher aber sind stetig gestiegen. Genau deswegen habe er Gabriel von der Änderung abgeraten, sagt Fell. Aber der habe ja nicht auf ihn gehört.

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    Dass der Grünen-Politiker eine Auszeichnung aus China, und nicht aus Deutschland bekommt, ist für ihn keine Überraschung. „Die Energiewende schreitet in China in einem rasanten Tempo voran. Aber auch Indien und die USA, trotz Trump, treiben das Thema enorm an“. Deutschland, der ehemalige Musterschüler, laufe hingegen Gefahr den Anschluss zu verlieren.

    Tatsächlich tut sich die Erneuerbaren-Branche zurzeit schwer auf dem heimischen Markt. Seit Jahren sinkt die Höhe der staatlichen Unterstützung, und seit 2017 müssen die Ökokonzerne in freien Ausschreibungen um die Vergütung kämpfen. Statt fester Preise, bekommt derjenige mit dem niedrigsten Gebot den Zuschlag. Die erfolgsverwöhnten Anbieter müssen sich auf einmal im freien Wettbewerb beweisen. „Wir müssen die Energiewende jetzt völlig neu denken“, fordert Fell. Und dabei wolle er auch in der Zukunft helfen.

    Seit seinem Ausscheiden aus dem deutschen Bundestag vor fünf Jahren ist der 66-Jährige verstärkt für die von ihm gegründete Organisation Energy Watch Group tätig. Das Preisgeld will Fell in die Organisation stecken, um weiter für eine 100 Prozent grüne Energiezukunft zu kämpfen. An die die glaubt der Franke nämlich auch heute noch.

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    1 Kommentar zu "Hans-Josef Fell: Grünen-Energieexperte bekommt Millionen aus China"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Grünen-Energieexperte bekommt Millionen aus China"! Sind die Grünen empört über diesen hochdotierten Geldpreis. Nein er landet ja indirekt bei ihnen. Empörung ist nur bei anderen angesagt.

      Ja die Chinesen sind dankbare Leute. Er hat erfolgreich die deutsche Energiewirtschaft mit an die Wand gefahren.
      "Vor zehn Jahren war Hans-Josef Fell voller Hoffnung, als die rot-grüne Mehrheit im Bundestag endlich das „Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien“ (EEG) verabschiedet hatte."

      Wer hat am meisten von dem EEG Gesetz profitiert??? Es waren und sind die Chinesen. Dafür gibts einen hoch dotierten Geldpreis den der chinesische Milliardärs Lui Che Woo ins Leben gerufen hat.

      Die deutschen Bürger zahlen und die Chinesen profitieren, das ist Grüne Politik!!

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