Hartz-IV-Sanktionen Nahles sieht Schieflage

Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher hat einen Rekordstand erreicht. Nun wirft die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der Bundesregierung vor, die zweite Säule der Arbeitsmarktpolitik zu vernachlässigen.
Update: 21.11.2012 - 02:30 Uhr 22 Kommentare
Die Jobcenter haben so viele Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt wie nie zuvor. Quelle: dpa

Die Jobcenter haben so viele Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt wie nie zuvor.

(Foto: dpa)

KoblenzSPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat eine Schieflage bei den Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher bemängelt. "Fördern und Fordern" sei zwar "das Prinzip der aktiven Arbeitsmarktpolitik", sagte sie der "Rhein-Zeitung" aus Koblenz vom Mittwoch.

"Wenn die Bundesregierung auf der einen Seite die Mittel für die aktive Förderung deutlich zusammenstreicht und auf der anderen Seite die Sanktionen zunehmen, gerät aber etwas in Schieflage", ergänzte sie.

Offenbar stehe "nur noch das Fordern im Mittelpunkt". "Immer mehr Druck auf Arbeitslose schafft aber keine neuen Arbeitsplätze", sagte Nahles.

  • afp
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22 Kommentare zu "Hartz-IV-Sanktionen: „Immer mehr Druck auf Arbeitslose schafft keine neuen Arbeitsplätze“ "

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  • Die Ursache ist wohl eher, daß Tarifgemeinschaften nach Gutsherrenmodel ausgehebelt werden und außerdem die soziale Strukturen bei den nichtselbständig Beschäftigten hinwegfielen.

    Das wohl beste Beispiel für eine Schieflage zur Bereicherung der eigenen Befindlichkeiten. Die "freiberuflichen", daher selbständigen Versicherungsvertreter, die neben der Allianz keine anderen Götter finden durften. Es sei denn sie riskierten den Rauswurf. Später hatte jeder seine eigene Lebensversicherungspolice als Rente sogar auszahlbar. Schön und gut, aber mit welchem Ergebnis. Schon damals in den 50ern und 60ern war das Geschäftsmodell nun wirklich keines.

    Und sieht man wer heute oben schwimmt, dann dürfen diejenigen Schlauberger, die ständig, gebetsmühlenartig die Litanei der freien Marktwirtschaft herunterbeten, auch die selbstgestrickten Gesetze zu ihrem eigenen Wohle erkennen.

    Dahingehend sind noch viel zu viele derer nicht im Stande, darüber klare Gedanken zu fassen, weil sie stets den Vorgaben vertrauten, die heute schlechterdings die soziale Schieflage ausmachen.

    Und sage mir niemand mehr, daß der erkannte Wahnsinn der Methode keiner erkannte. Wie kommt es denn, daß sich so viele seit dem Mauerfall mit breit gestreckter Brust, als die wahren Gewinner eines Krieges selbst auszeichneten, wo ihre Nachfahren eine ganz lange ZEIT im Unklaren gelassen wurden. Bewußt.

    Da reiht sich selbstredend die ZEIT nach dem Fall der DDR mit ein. Wahnsinn, solche Wahrheiten dienten schon seit Menschengedenken zum freien Fall. Der Wunsch nach einer neuen ZEITrechnung scheint im Volke vorhanden, nur wie geht das?

    Bewegung ist alles, selbst denen auf die Fahnen geschrieben, die den Slogan Freiheit für freie Bürger und damit eine Klassengesellschaft erweiterten. Es waren keine Sozialisten, wie so manch einer hier glauben machen will. Die DDR ist mit der WAHRHEIT gestorben. Eine solche Zeitung kann immer wieder erfunden werden, wenn sie auch in manchen Gegenden einen anderen Titel tragen mag.

  • Die Vorgaben, welche untergeordnete Behörden empfangen, meist durch juristische Eigenarten privater Natur, werden zum größten Teil risikolos unters Folk (kommt von Folklore der Gecremten und Gepuderten fürs Volk) gejubelt. Die Presse in Deutschland liegt ganz auf der Wellenlänge von dieser Kaste, weil stark verwoben. So kommen mit der ZEIT irgendwann die Befindlichkeiten beider Gruppen in einen Bereich, wo die Luft abgelassen wird.

    Wenn Frau Merkel voriges Jahr sich als Revolutionärin outete, ist gerade dies eine Unverschämtheit sondergleichen. Hier wurden ganze Epochen verhöhnt. Lieber deutscher Michel, vielleicht auch Maria, ich weis, Glaube macht stark, aber wie kann es sein, daß man das Volk korrumpiert und die korrupte Masse derer schützt, mit denen man in einem Boot sitzt.

    Jede ZEIT hat ihre ZEIT und auch unsere ZEIT wird sie erhalten. Wer auch immer sich angesprochen fühlen mag, auch eure ZEIT wird kommen; denn nichts ist unmöglich. Möglich ist alles mit eigenem Antrieb.

  • "Sich nach ihren Kräften für unser Gemeinwesen einzusetzen."

    sagen Sie das den "Eliten", vor allen denen, die sich von dieser Verantwortung freikaufen können. Diese bekommen das zig-fache eines Hartzers und produzieren doch nur Schaden. Als Beispiel führe ich unsere Volksvertreter an, die Rettungspakete u.a. Unfug verballern ... rechnen Sie das mal in Hartz-IV-Einheiten um. Ich meine aber auch die "Steuerflüchtlinge", die den Staat bescheißen und nichts fürs Gemeinwesen tun. Gott und der Rolli-Gollum beschützen diese !

  • Die Ursache des Problems liegt doch wo anders:
    ca 340 Mrd€ Umsatz im Bereich Schwarzarbeit =
    Verkürzung von Steuern und Sozialabgaben in entsprechender Größenordnung.
    Folgerung: Griechenland ist überall!

  • Auch Sie scheren alle über einen Kamm? Vergessen Sie die Menschen, die unverschuldet ihren Job verloren haben, auch noch über 50 sind? Gut qualifiziert! Und die aber keiner mehr will? Übrigens, die Sanktionen wg. Versäumnissen - die Arbeitsagenturen und Jobcenter sollten ihre Postwege überdenken. Einladung für den 5. eines Monats und kommt erst am 6. an? Eins von wenigen Beispielen aus meiner beruflichen Praxis. Wir haben, wie auch in anderen Gruppen - schwarze Schafe. Sind Sie Fußballfan? Dennoch gehören Sie hoffentlich nicht zu den ultras, aber ich könnte jetzt auch sagen, alle Fans sind gewaltbereit!!!!

  • Liebe, ahnungslose Gutmenschen,

    Wir reden hier von Solidarität. Die darf aber keine Einbahnstraße sein. "Wertschätzung" haben viele Menschen erst dann verdient, wenn sie ihren Teil des Vertrags halten: Sich nach ihren Kräften für unser Gemeinwesen einzusetzen.

    In diesem Zusammenhang gibt es einen Teufelskreis: Die Eltern haben es zu nichts gebracht, sind enttäuscht bis aggressiv und geben das an ihre Kinder weiter. So werden die Eltern zu den schlimmsten Feinden ihrer Kinder.

    Dieser Teufelskreis lässt sich nur dadurch überwinden, dass die Gesellschaft vor allem diese Kinder vor ihren Eltern schützt. Erste und wichtigste Maßnahme: Kita-PFLICHT ab dem 2. Lebensjahr mit sehr restriktiven Befreiungsmöglichkeiten.

    Da rede ich ausdrücklich nicht nur von der Unterschicht. Man sehe sich dazu die Erziehung von Alfred Krupp an, die auch völlig krank war: "Ein Krupp macht keine Fehler!" (Berta Krupp)

  • Deshalb plädiere ich für eine Kita-Pflicht ab dem 2. Lebensjahr.

  • @Rene: Man kann sowohl Geld als auch die Möglichkeit Geld zu verdienen verteilen. Von beidem sollen HartzIV-Empfänger ausgeschlossen werden. Auf jeden Fall nicht erstrebenswert ist es, dass 100% der Erwerbstätigen Unternehmer sind. Das führt auch nur zu Elend. Denken Sie z. B. an "Die Weber". Im übrigen ist die Thatcher nun gerade überhaupt kein gutes Vorbild.

  • @avobert: Sie haben recht. Es trägt jemand die Schuld an HartzIV-Schicksalen. Allerdings sind es nicht die HartzIV-Empfänger. Sie haben wohl keine Erfahrung damit und deshalb auch keine Kenntnis. Glückwunsch!

  • Ich stehe jeden Wochentag morgens um 6:00 Uhr auf, und gehe zur Arbeit. Von meinem Gehalt zahle ich in die Sozialkassen ein. Da auch ich z.B. durch Krankheit Unterstützung benötigen könnte, ist das gut so. eine soziale Marktwirtschaft ist mir tausendmal lieber als eine "freie" Marktwirtschaft.

    Wenn man dann aber von Sozialtransfers lebt, bzw. leben muss - und das hofentlich nur zeitlich begrenzt -, kann das Arbeitsamt aber von demjenigen verlangen, dass er einmal im Monat vorspricht und die diesbezüglichen Termine einhält. Wie gesagt, ich stehe jeden Tag um 6:00 Uhr auf! 81% aller Sanktionen beruhen auf dem Nichterscheinen zu diesem monatlichen(!) Termin. So geht es auch nicht, und dann sind Sanktionen auch gerechtfertigt und sollten konsequent angewandt werden.

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