Hass gegen Seenotretter „Ich hoffe, ihr findet den Tod im Meer“

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Zwei Welten prallen aufeinander
Nahe der maltesischen Hauptstadt Valletta prallen zwei voneinander gänzlich unterschiedliche Welten aufeinander. Schiffe der Seenot-Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) ankern neben luxuriösen Jachten. Quelle: dpa
Ein Ort, zwei Welten

Nahe der maltesischen Hauptstadt Valletta prallen zwei voneinander gänzlich unterschiedliche Welten aufeinander. Schiffe der Seenot-Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) ankern neben luxuriösen Jachten.

(Foto: dpa)

Nach Frontex-Angaben wurden zuletzt 40 Prozent aller Aktionen durch die zivilen Retter im Mittelmeer durchgeführt. Viele von ihnen operieren von Malta aus. Dort könnten die Gegensätze nicht extremer sein. Das Schiff der privaten Seenot-Rettungsmission Migrant Offshore Aid Station (MOAS) liegt im Hafen nahe der maltesischen Hauptstadt Valletta zwischen gigantischen Luxusjachten. Die ganze Ungleichheit der Welt spiegelt sich hier in nebeneinander liegenden Booten. Jede Jacht kostet vermutlich mehr, als das, was die gesamte Rettungsmission an Geldern bekommt.

Und auch MOAS beklagt die gesunkene Spendenbereitschaft. „Wir haben nur noch wenig Mittel“, sagt Regina Catrambone, die MOAS zusammen mit ihrem Mann vor drei Jahren gegründet hat. Die Stimmung in der Bevölkerung habe sich im vergangenen Jahr gegen Migranten gedreht. Außerdem gebe es mittlerweile so viele private Rettungs- Organisationen, die um Geld von Spendern werben.

Für MOAS, die seit ihrer Gründung 34.000 Menschen gerettet hat, ist unsicher, wie es weitergeht. „Man kann nicht gleichgültig sein. Man muss helfen. Es ist ein Erlebnis, das dein Leben verändert. Auf einmal schätzt du die normalen Dinge des Lebens wert, zum Beispiel ein Badezimmer“, sagt Catrambone.

Auch die Retter von MOAS sind Hasskommentaren im Netz ausgesetzt. „Es ist eher die Regel nicht die Ausnahme“, sagt Sprecher Giulio Tiberio Marostica. Abhängig sei das von konkreten Ereignissen, wie zum Beispiel den Terroranschlägen in Brüssel. Mittlerweile würden wüste Beschimpfungen blockiert.

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  • dpa
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9 Kommentare zu "Hass gegen Seenotretter: „Ich hoffe, ihr findet den Tod im Meer“"

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  • Realistisch ist:

    "Die Geschäfte krimineller Netzwerke und Schlepper sollten nicht noch dadurch unterstützt werden, dass die Migranten immer näher an der libyschen Küste von europäischen Schiffen aufgenommen würden, hatte Frontex- Chef Fabrice Leggeri in einem Interview gesagt."

    Wenn die "Jugend" unbedingt mit dem Schiff im Mittelmeer kreuzen will, dann soll sie das von mir aus tun, jedoch nicht mit meiner Spende.

  • Dann soll Gabriel auch nicht vergessen, den anderen Teil der Schlepperkette zu unterbinden, auch wenn er sich hiermit bei seiner Klientel unbeliebt macht, denn auch die vielen Helferlein, die mit ihren Booten bereit stehen und darauf warten, den Flüchtlingen bei der Überfahrt zu helfen, locken die Migranten in ihr Unglück.

  • Anderen Menschen den Tod zu wünschen, ist schändlich !

    Fest steht aber auch, dass es zum All-Inklusiv-Angebot der Schlepper-Mafia gehört, dass gleich vor der Küste Schiffe der EU warten, die Illegale von ihren wackligen Booten aufnehmen würden.

    Wer den Menschen in der Dritten Welt wirklich helfen will, unterstützt diese in ihren Heimatländern. Das ist über kiva.org schon ab 25 Euro möglich.

  • "Aus der Mitte der Gesellschaft schlägt ihnen Hass entgegen."

    Ich glaube, ich lese nicht recht.

    Stellt sich der Autor die Mitte unserer Gesellschaft so vor, dass von dort Seenotretter als „Menschenschleuser“, „Volksschädlinge“ bezeichnet werden, denen ein „Ich hoffe, ihr findet den Tod im Meer“ gewünscht wird?

    Wenn solche Kommentare aus der Mitte einer Gesellschaft kämen, wäre es um diese Gesellschaft nicht schade, wenn sie den Löffel reicht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Echt ein schwieriges Thema.
    Klar sollte man nicht zusehen, wie 10.000e Menschen ertrinken.
    Andererseits kann man alternativ ja keine "Frontex-Fährverbindung" einrichten, die alle gleich in
    einem Lybischen Hafen an Bord nimmt. Dann überleben natürlich alle.

    Wenn man zweifelsfrei feststellen kann, dass Boot X von Ort Y aus dem Land Z gestartet ist.
    Dann muss man aus meiner Sicht, alle einladen, Flüchtlingsboot unbrauchbar machen und die Leute wieder am Startpunkt absetzen.
    Sonst facht man doch die Hoffnung jedes Einzelnen an.
    Dann lieber legale Verfahren vom Ausland aus ermöglichen. Ne Europa Greencard oder so.
    Dann kann man gezielt steuern, wem man helfen kann und welche Mischung man einlässt.

    Und das ein Land, von dem ein Bott losgefahren ist, es verweigern kann, die Insassen wieder
    aufzunehmen kann ja nicht angehen.


  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.


  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Seenotretter sind wichtig und leisten grundsätzlich eine gute und wichtige Arbeit!

    Gerettete Flüchtlinge sollten jedoch in den Hafen zurückgebracht werden, von dem sie aufgebrochen sind und nicht nach Europa geschleust werden.

    Mit dieser einfachen Regelung werden die Pläne der "Schleuser" durchkreuzt. Wenn diese Praxis dann unter den Flüchtlingen bekannt wird, wird sich kein Flüchtling mehr auf einen Seelenverkäufer zur lebensgefährlichen Überfahrt begeben!

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