Hauptstadt-Flughafen Streit über Weiterbetrieb des Flughafens Tegel

Aufgrund der Probleme mit dem neuen Berliner Flughafen BER sprechen sich einige Bundespolitiker für eine Offenhalten des Flughafens Tegel aus. Gegner des Vorstoßes bezeichnen das als Populismus.
Update: 20.03.2013 - 09:18 Uhr 16 Kommentare
Passagiere und Besucher in der Haupthalle des Flughafens Tegel in Berlin. Quelle: dpa

Passagiere und Besucher in der Haupthalle des Flughafens Tegel in Berlin.

(Foto: dpa)

BerlinÜber eine mögliche Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel ist im Bundestag ein heftiger Streit entbrannt. Hintergrund ist die Forderung der Bundes-FDP und des Berliner Landesverbands der Liberalen, die rechtlichen Möglichkeiten für einen Weiterbetrieb des Airports Tegel zu prüfen.

Unterstützung kommt vom Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel. „Wir sollten uns ideologiefrei mit allen Optionen beschäftigen, um Berlin eine leistungsfähige Anbindung an die Welt zu garantieren“, sagte Steffel Handelsblatt Online. „Nach dem Chaos am BER brauchen wir eine schonungslose Bestandsaufnahme mit einer Kosten-, Zeit- und Kapazitätsanalyse.“

Der Generalsekretär der Bundes-FDP, Patrick Döring, hatte der "B.Z. am Sonntag" gesagt: "Man sollte jetzt alles tun, um zu prüfen, ob ein Änderungsverfahren des Planfeststellungsbeschluss erfolgreich sein kann." Ein Betrieb Tegels müsse aber wirtschaftlich vernünftig sein.

Die Berliner FDP hatte zudem am vergangenen Sonntag auf ihrem Landesparteitag den Antrag beschlossen, Tegel offen zu halten. In der Forderung "Berlin braucht TXL" des Ortsverbands Charlottenburg-West heißt es, "dass es auch nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER zu eklatanten Engpässen bei der Bewältigung des Luftverkehrsaufkommens kommen wird."

Der stellvertretende Berliner FDP-Chef Lars Lindemann sagte dazu: "Wenn man eine rechtliche Grundlage schaffen kann für eine Offenhaltung, dann sollte man dies tun, um die Möglichkeit zu haben, Tegel auch länger offen halten zu können."

Grüne: "Das ist reiner Populismus"
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16 Kommentare zu "Hauptstadt-Flughafen: Streit über Weiterbetrieb des Flughafens Tegel"

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  • Nachdem unsere lieben Fachleute (alias Politiker) das Projekt ja nun so gründlich in die Grütze geritten haben, sollte man sich vielleicht mal von den Emotionen lösen und ein paar ganz simple Fragen stellen:

    1. Ist es verboten, schlauer zu werden und wenn nein, gilt für Politiker eine Ausnahme hiervon?

    2. Kann es sein, dass sich Rahmenbedingungen, die einem LEP oder einem PFB zugrundeliegen, innerhalb von 20 Jahren grundsätzlich ändern?

    3. Ist ein LEP/PFB wirklich sakrosankt, wenn die Antwort auf 2. "ja" lautet? (Stichwort: wo ein Wille...)

    4. Haben Berlin und Brandenburg das Geld für einen Erweiterungsterminal am BER, der die Kapazität auf 40 Mio. Paxe/a erhöhen würde und wenn ja, würde die Kommission das genehmigen?

    5. Haben andere Metropolen (mit denen sich Berlin ja ansonsten so gerne vergleicht) nur einen Flughafen?

    6. Verfügt der BER, wenn er dann irgendwann doch einmal (ganz oder teilweise) eröffnet werden sollte, über eine effiziente Schienenanbindung (Dresdner Bahn)?

    7. Bewältigt TXL derzeit das Dreifache der Kapazität, für die er seinerzeit geplant wurde (18 statt 6 Mio Paxe/a)?

    8. Kann es sein, dass BER als Einkaufszentrum mit angeschlossenem Flugbetrieb und nicht als Flughafen, also als eine öffentliche Infrastruktureinrichtung, geplant wurde?

    9. Kann es sein, dass sämtliche heutigen Annahmen über das künftige Passagieraufkommen sich in zehn und in 20 Jahren als Makulatur erweisen werden? (Als Tegel geplant wurde, konnte man sich nie und nimmer vorstellen, dass die 6 Mio. jemals erreicht werden würden...)

    10. Kann es sein, dass es die Bürger leid sind, für das Versagen ihrer Politiker immer nur die Rechnung zahlen zu dürfen?

    Wenn man die vorstehenden Fragen ehrlich und unvoreingenommen beantwortet, drängt sich eine einzige und ganz einfache Schlussfolgerung auf:

    TXL muss bleiben!

  • Der dümmste aller Regierenden BM, die dümmste aller Parteinen, merkt Ihr in Deutschland denn gar nichts mehr; Lonon hat voe, Paris hat drei Flughäfen. Macht schnellstens Tempelhof wieder flugklar, baut Tegel aus und erinnert Euch an die EU Resolution zum Flughafenausbau in Europa...

  • Andere Städte machen aus einem Flughafen drei neue - Berlin macht man aus drei Flughäfen einen. Und das schafft man auch noch nicht mal !!! Die Welt lacht - ist das traurig.

  • ... dann will ich auch Tempelhof wieder haben!

  • Mich nerven die Berliner. Warum soll der Bund das Theater weiter mitmachen und bezahlen?Finanziert beide Flughäfen allein und öffnet ruhig Tempelhof. . Solange ich den Weltstadtwahn nicht finanzieren muss.

  • Ok, BER wird irgendwann eröffnet, vertraglich wird Tegel 2 Wochen später geschlossen.
    Und wenn nun 4 Wochen später in BER die Startbahn wegsackt oder dgl.?
    Dann sind beide Flughäfen zu. Betriebswirtschaftlich sinnvoll?
    Oder halten Sie dieses Scenario bei der dort agierenden Laienspieltruppe für ausgeschlossen?

  • Die Planungen wurden grösstenteils nicht im Entferntesten eingehalten (siehe Zeitplan, Kosten, evtl Nachtflugverbot). Insofern ist der rechtliche Aspekt zumindest fraglich. Betriebswirtschaftlich macht wohl eher BER keinen Sinn. Fragen Sie mal die Airlines.

  • Zappenduster ist hier schon länger als grüner Scharfmacher und Agitator mit semistalinistischem Politikstil aufgefallen.
    "Klappe halten" gilt nicht, das sollte er zur Kenntnis nehmen.

  • Die Sachlage ist ganz einfach. Die Schicksale der Flughäfen wurden planungsrechtlich miteinander verknüpft.
    Ohne Tegel-Schließung keine BER-Eröffnung.Das ist höchstrichterlich bestätigt und nicht mehr korrigierbar.Die Schadenersatzforderungen der betroffenen Immobilieneigentümer wären aber auch kaum bezahlbar. Sinn macht es aber auch rein betriebswirtschaftlich nicht.

  • In der DDR konnte man den Wohnsitz nicht frei wählen, bei uns im Westen schon. Ziehen Sie doch einfach weg.

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