Haushalt: Deutlich mehr als 4,8 Milliarden Euro für neue Gebäude – der teure Bauboom der Bundesregierung
Der Bund plant neue Gebäude und Sanierungen für mehrere Milliarden Euro.
Foto: Bundesamt für Bauwesen und RaumordnungBerlin. Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin-Mitte ist 283 Meter lang, 148 Meter breit und 30 Meter hoch. 4000 Mitarbeiter sind in dem Bau in Berlin-Mitte untergebracht. Doch obwohl erst 2019 offiziell bezogen, ist das riesige Haus jetzt schon zu klein.
Um die vielen neuen Geheimdienstmitarbeiter unterzubringen, will der BND an-, um- und neu bauen. Dabei könnten die Ausgaben den bisher bekannten Rahmen deutlich sprengen: Auf bis zu 1,7 Milliarden Euro beziffert der BND die Kosten für die neuen Gebäude. Das berichten mehrere Personen dem Handelsblatt, die mit den als geheim eingestuften Bauplänen des Nachrichtendienstes betraut sind.
Der BND ist längst nicht das einzige Bauprojekt des Bundes. Nach einer Aufstellung des Bundesfinanzministeriums, die dem Handelsblatt vorliegt, planen die Ministerien für sich und ihre nachgeordneten Behörden allein im Haushaltsjahr 2023 mit 101 Bauprojekten.
So plant das Innenministerium 45 Projekte, das Finanzministerium elf, das Verteidigungs- und das Landwirtschaftsministerium jeweils neun. Alle Gebäude zusammen kosten 4,8 Milliarden Euro. Rechnet man andere Projekte wie den Anbau des Kanzleramts hinzu, die nicht im laufenden Haushalt abgebildet sind, fällt der Betrag noch höher aus.