BIP

Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Export.

(Foto: dpa)

Haushalt Deutscher Staat erzielt Überschuss von 36,6 Milliarden Euro

Deutschland bleibt damit Musterschüler in Europa. Auch wenn der Überschuss im vergangenen Jahr niedriger ausfiel als erwartet.
Update: 23.02.2018 - 08:31 Uhr 15 Kommentare

Der Konjunkturboom in Deutschland hat der Staatskasse im vergangenen Jahr einen deutlichen Überschuss beschert. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen unter dem Strich 36,6 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. In einer ersten Schätzung war die Behörde allerdings noch von 38,4 Milliarden Euro ausgegangen.

Dennoch ist dies nach Angaben der Statistiker in absoluten Zahlen der höchste Überschuss seit der Wiedervereinigung. Getrieben wird der Überschuss vom Konjunkturboom 2017, der dem Staat steigende Steuereinnahmen und Sozialbeiträge beschert hat.

Europas größte Volkswirtschaft profitierte auch von den niedrigen Zinsen. Der Staat kommt dadurch am Kapitalmarkt billiger an Geld.

Deutschland ist seit Jahren weit entfernt von der Defizitgrenze des Maastricht-Vertrages. Darin erlauben sich die Europäer höchstens ein Defizit von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Ein – wenn auch minimales – Minus hatte Deutschland zuletzt 2013 verbucht. Für 2017 betrug die Überschussquote jetzt 1,1 Prozent. Es ist das vierte Jahr mit Überschuss hintereinander.

Experten rechnen mit weiteren Überschussjahren. Die Rating-Agentur Scope erwartet bis 2020 jeweils ein Plus von knapp einem Prozent. Das dürfte dazu führen, dass die Staatsverschuldung 2019 erstmals seit vielen Jahren wieder unter die in den EU-Verträgen erlaubte Höchstgrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes fallen dürfte.

Bruttoinlandsprodukt deutlich gestiegen

Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Getragen wurde das Wachstum zum Jahresende vor allem vom Export.

Im Inland investierten die Unternehmen mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen. Die Investitionen in Bauten sanken Ende 2017 hingegen etwas. Die Konsumausgaben der Verbraucher, die im Gesamtjahr die Konjunktur angetrieben hatten, lagen in etwa auf dem Niveau des Vorquartals.

Die Einnahmen wuchsen vor allem wegen deutlich gestiegener Einnahmen bei der Einkommen- und Vermögensteuer (+6,4 Prozent) und bei den Sozialbeiträgen (+4,6 Prozent). Die Ausgaben für Zinsen gingen um 6,4 Prozent zurück.

Den höchsten Überschuss erzielten mit 16,2 Milliarden Euro die Länder. Der Bund verbuchte ein Plus von 1,1 Milliarden Euro nach 7,4 Milliarden im Jahr zuvor. Dabei machte sich vor allem die Rückzahlung der Kernbrennstoffsteuer an die Energieunternehmen bemerkbar. Auch Sozialversicherung und Gemeinden nahmen mehr ein als sie ausgaben.

  • mdo
  • dpa
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15 Kommentare zu "Haushalt: Deutscher Staat erzielt Überschuss von 36,6 Milliarden Euro"

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  • Die Tafel in Essen sieht sich genötigt, bis auf weiteres Essen bevorzugt an Bedürftige mit deutschen Papieren auszugeben. Grund sei, dass der Anteil der Migranten zuletzt auf drei Viertel geklettert sei, sagte am Donnerstag der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor laut dpa

  • Der letzte Satz zerbricht das ganze schöne Konstrukt. Auf Kommunalebene und in den sozialen Kassen aller Verwaltungsebenen bahnt sich eine schleichende Katastrophe an. Billionen Euro fließen aus dem Land heraus, oder im Land an Menschen, die keine Staatsbürger sind. Und nein, der Begriff Billion ist nicht übertrieben. Das führt gänzlich ad absurdum, was seit der Neuzeit Motiv zu jeder einzelnen Staatsgründung war.

  • Die meisten Deutschen haben kein Eigentum an Grund und Boden oder auch Aktien. Das deutsche Volk wird in nie dagewesener Art ausgeplündert, nicht einmal eine ordentliche Rente gewährt man den Leuten. Es ist einfach nur noch eine Schande, wohin man schaut.

  • Es ist ja schön, wenn solche Ergebnisse erzielt werden. Ich frage mich allerdings dabei, wie kann die Regierung solche Ergebnisse präsentieren, wenn gleichzeitig bei unserem Militär derartig desolate Zustände wegen mangelden Finanzmitteln herrschen? Ich kann doch auf der einen Seite nicht mit tollen "Gewinnen" prahlen und auf der anderen Seite habe ich ein total marodes "Unternehmen Militär" welches als Wirtschaftsbetrieb eigentlich schon Insolvenz anmelden müsste.
    Deutschland muss endlich seinen Verpflichtungen in der Nato voll umfänglich nachkommen. Was geben wir für ein erbärmliches Bild in der Weltgemeinschaft ab.

  • Märchenstunde, wieder einmal....

    Diese Meldung soll lediglich unsere weiteren EU-Zahlungen als "harmlos" darstellen, gemäß dem Motto: "Wir haben es ja." Bei den Arbeitslosenzahlen klappt es ja auch...

    In Wirklichkeit steht Deutschland weniger gut da. Berücksichtigt man die Target-Salden, die Pensionslasten, die kommenden Verpflichtungen aus dem ESM, die Kosten unserer Neubürger incl. Familiennachzug sieht es nicht mehr ganz so gut aus.

    Deutschland hat die zweithöchste Abgabenlast und die Deutschen Bürger zählen im Wohlstandsbericht zu den Schlußlichtern Europas. Ist doch mehr als schizophren! Getoppt durch die Erbschaftssteuer, die im Großteil Europas unbekannt ist. Trotz Freibeträgen finanziert Mittelstand die Konkurrenz in Europa! ... Manche Politiker sagen, die Erbschaftssteuer bringt gar nicht so viel. Warum wird sie dann nicht wie in Österreich abgeschafft? Selbst im ursozialistischen Russland kennt man keine Erbschaftssteuer! Europa ist, wenn Deutschland zahlt! Danke, Frau M.!

  • Ist doch schön, wenn’s wenigstens Geld „regnet“; zumal der „richtige“ Regen schon überall zunehmend entweder ganz ausbleibt (oder – alternativ - derart massiert „herunterkommt“, dass alles weggeschwemmt wird):

    daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/Fischermann-100.html

    Ob es den in diesem kurzen Video gezeigten Índios tatsächlich gelingen wird, sich gegen die geballte Macht geldgeiler Politiker und deren Waffen durchzusetzen, ist leider fraglich (zu wünschen wäre es nicht nur ihnen), aber wenn nicht, werden beileibe nicht nur sie die Leidtragenden sein; wie dem einen oder anderen beim Ansehen/Lesen des folgenden Infomaterials hoffentlich dämmern dürfte:

    folha.uol.com.br/ambiente/2018/02/indios-tentam-fechar-megagarimpo-ilegal-que-polui-rio-no-para.shtml

    folha.uol.com.br/colunas/marceloleite/2018/02/a-amazonia-esta-secando-mas-o-brasil-so-quer-farra.shtml (Übersetzung Titelzeile: Das Amazonasgebiet trocknet aus, aber Brasilien will nur „Party“ machen)

    folha.uol.com.br/ambiente/2018/02/abismo-climatico-na-amazonia-se-aproxima-dizem-cientistas.shtml, daraus: “América do Sul pode enfrentar problemas de água com a devastação da floresta” (übersetzt: Südamerika könnten durch die Zerstörung des Regenwaldes Wasserprobleme bevorstehen)

    handelsblatt.com/my/politik/international/wassermangel-in-suedafrika-kapstadt-fuerchtet-die-grosse-duerre/20936192.html?ticket=ST-1205612-FBmmkS6neaqPb6fQ6Z9V-ap4

    Montag habe ich (unter handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-bundesbank-warnt-vor-ueberteuerten-wohnungen-in-deutschen-staedten/20978228.html) geschrieben:
    „Weil es einfach nicht länger sein kann, dass vom Vorhanden- oder Nicht-Vorhandensein des „Götzen“ Geld abhängt, was für die Menschen an Humanität und Demokratie „geht“ und was nicht!!!“

    Diese Aufzählung („Humanität“ und „Demokratie“) ist leider zu kurz gegriffen; denn wenn es weiterhin aufs „Geld“ ankommt, haben wir irgendwann keine lebenswerte Zukunft mehr, in der wir von dem ganzen Geld etwas haben.

  • Herr Chris Koeh 23.02.2018, 09:36 Uhr

    "Manchmal bin ich etwas naiv und vertraue dem gesprochenen und geschriebenen Wort. So bin ich erzogen worden. War wohl keine gute Erziehung!"

    Ihre Erziehung weist keine Fehler auf, ich bin auch so erzogen worden.

    Aber wenn Politiker etwas versprechen, schalte ich auf Durchzug - wie gesagt: er wird nichts halten - unabhängig davon, welcher Partei er angehört (inkl. AfD).

  • Da können wir ja den Ausfall durch den Brexit gut ausgleichen damit die nicht Gewählten Beamten in Brüssel und Strasbourg weiterhin ordentlich abfassen können.
    Auch für die NATO und unsere Flinten U...... bleibt da reichlich für das legen neuer Zündschnüren übrig. Passt doch.
    Und die CDU und die SPD sind sich wieder einig. Also es geht so weiter wie bisher.

  • @G. Nampf
    Manchmal bin ich etwas naiv und vertraue dem gesprochenen und geschriebenen Wort. So bin ich erzogen worden. War wohl keine gute Erziehung!

  • Herr Chris Koeh 23.02.2018, 09:20 Uhr

    "... 709 Abgeordnete im Bundestag sind viel zu viel ..."
    Stimmt. Wenn man sich ansieht, dass der Kongress in den USA aus 435 direkt gewählten Abgeordneten plus 100 Senatoren besteht und die USA deutlich größer ist und deutlich mehr Bevölkerung hat, frägt man sich schon, warum wir 709, davon größtenteils Abnicker ohne eigene Meinung brauchen, Die Zahl sollte auf 300 gekürzt werden, und selbst dann sind es noch zu viele.

    Kommen wir zu den 36 Mrd. Sinnvoll wäre es, in guten Zeiten, die Schulden zu reduzieren. Aber ich befürchte, dass der Überschuss planlos an die EU übergeben wird, selbstverständlich Verbuinden mit Ansprüden der EU, das auf ewig mehr zu bezahlen.
    Sollte was bleiben, unsere Goldstücke brauchen sicher noch mehr Geld, besser dahin, bloß nicht in die Mütterrente stecken oder den armen Rentnern helfen.
    Lieber jenen, die nie was beigetragen haben und dies auch nicht vorhaben.
    Eine Bekannte hat einen syrischen Freund, der ist ok, er ist engagiert, hate die Sprache gelernt, hat einen laden eröffnet, will auf eigenen Beinen stehen. Sozusagen ein Vorzeigeflüchtling. Selbst den regt es auf, wenn viele seiner Landsleute überhaupt nicht daran denken, unsere Sprache zu lernen, sich integrieren zu wollen. Sie liegen lieber auf der faulen Haut, weil sie eh alles bezahlt bekommen. Seine Worte, nicht meine.

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