Haushaltspolitik Staat entgehen Milliarden durch Aktien-Tricks

Dem Finanzministerium sind durch Aktientricks Steuern in Milliardenhöhe entgangen. Banken und Anleger hätten den Staat durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ um 13 Milliarden Euro gebracht.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entgehen jährlich Milliarden durch Dividenden-Tricks. Quelle: dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble entgehen jährlich Milliarden durch Dividenden-Tricks.

(Foto: dapd)

FrankfurtBanken und Anleger haben den deutschen Staat mit trickreichen Aktiengeschäften eines Zeitungsberichts zufolge um Milliardenbeträge gebracht. Fachleute gingen davon aus, dass dem Fiskus durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ 13 Milliarden Euro allein im Jahr 2008 entgangen seien, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf einen Brief des Finanzamtes Wiesbaden II an das hessische Finanzgericht. Nach „konservativen Schätzungen“ gehe es immer noch um einen hohen einstelligen Milliardenbetrag, heiße es in dem Briefwechsel der Finanzverwaltung. Finanzamt wie Finanzgericht waren am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im November hatte die Staatsanwaltschaft die HypoVereinsbank wegen der Dividenden-Tricks durchsuchen lassen. „Es geht um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Günter Wittig damals. Nach Angaben der HVB bezogen sich die Ermittlungen auf Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft hatte gesagt, die HVB sei wohl nicht die letzte Bank, die von Ermittlungen zum „Dividenden-Stripping“ betroffen ist sei. Denn das Verfahren war lange Zeit weit verbreitet und galt als Steuer-Schlupfloch. Mittlerweile ist es durch strengere Gesetze gestopft. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums prüfen Finanzämter derzeit mehrere Fälle, in denen Aktien vor dem Stichtag leer verkauft wurden. Tatsächlich geliefert werden sie erst danach. Dann lassen sich beide Vertragspartner von der Bank bescheinigen, die Kapitalertragssteuer auf die Erlöse bezahlt zu haben – doch an den Fiskus abgeführt wurde sie nur einmal.

  • rtr
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38 Kommentare zu "Haushaltspolitik: Staat entgehen Milliarden durch Dividenden-Tricks"

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  • Wenn ich Sie recht verstehe, dann sehen Sie keinen Unterschied zwischen den beiden Lagern.

    Je mehr ich darüber nachdenke, gebe ich Ihnen recht.

  • .... Bei anderen „Blättern“ habe ich feststellen müssen, das dort neuerdings eine ausgeklügelte Software mitläuft, die eine bestimmt Tätergruppe, oder auch brisante Anklagepunkte über mehrere Zeilen sogar Absätze hinweg verfolgen und löschen kann.
    "Blätter" die im allgemeinen Aufklärung des Lesers zulassen und darin mir langsam immer suspekter erscheinen.

    Ich will meinen, die Überwachung und Kontrolle hat das erträgliche Maß längst überschritten.

    Worin diese immer restriktiveren Maßnahmen diesen EUR-EU Molochs dem Diktat der Politmuppets mit ihrer Immunität von den Marionettenspieler in Übersee bespielt,
    sich austobend verdeutlicht haben - den Polizeistaat zu ihrer Sicherheit? -

    und diesen Engländern,
    wie es heißt,
    ---deutsche-wirtschafts-nachrichten.de
    von einer Zinslast in Zypern ausgenommen werden sollen mit deren Milliarden-Konten!
    Wer soll denn noch von den Lasten des Zyprischen Volkes ausgenommen/befreit werden?
    und mit welcher Begründung?

    In Italien sind Barzahlungen über 1.000EUR nicht gestattet, sind aber noch Auszahlungen privater Gelder über 1.000 EUR möglich?
    In absehbarer Zukunft wird man dem ganz Sicher einen Riegel vor schieben, „wegen der Terroristen“ Barauszahlungen nur noch bis 1.000 EUR pro Tag ?

  • Daß das mit Schäuble den Steuerhinterziehunsförderer passiert ist nicht verwunderlich

  • @wegmitdergez
    Genauso ist es. Das Handelsblatt arbeitet auch hier wieder als untertänigstes regierungstreues Medienorgan mit und hat vorsorglich beim Artikel zum Bankenrun in Zypern die Kommentarfunktion deaktiviert. Wahrscheinlich, weil sonntags der eine übriggebliebene Bereitschaftspraktikant mit der Zensur nicht hinterher kommt. Die politisch gekauften Medien (egal, ob Presse oder TV-Nachrichten a la DDR-Aktuelle Kamera) sind alle sowas von durchschaut. Sie merken es inzwischen selber. Man kann die Angst förmlich riechen.

  • Was heißt hier Dividenden-Tricks?

    Das sind alles Anwendungen der geltenden Steuergesetze. Allesamt geschaffen von den Steuerbeamten des Bundesfinanzministeriums.

    Glaubt denn einer hier noch, dass es diese zum Nulltarif gab?

    Wenn die Beamten des Staates sich als Hehler (Steuer-CDs) betätigen und unser "Rechtsstaat" das gut heißt, dann darf sich doch niemand wundern, wenn die Bürger ihn im Umkehrschluss nicht mehr unterstützen.

    Es geht nicht darum, die anzuprangern, die die Steuergesetze "ausnutzen". Es geht darum, die an zu prangern, die sie geschaffen haben.

    Wenn es zu Betrügereien gekommen sein sollte, dann gilt es hier nicht den öffentlichen Pranger aufzustellen, sondern die Rechtslage anzuwenden. Da letzteres aber nicht gemacht wird, liegt der Verdacht nahe, dass die Beamten einmal mehr "gepennt" haben und jetzt nach der Unterstützung des Bürgers suchen.

    Das ist ein Zeichen absoluter Planlosigkeit!

  • Wie man Loecher stopfen kann wird gerade auf Zypern gezeigt und ausprobiert, wenn es dort keinen Aufstand gibt, kann man die Methode in ganz Europa nutzen...

  • Diese Schlupflöcher sind doch alle mit Absicht eingerichtet worden. Da wird doch immer nur so getan, als würde dem Staat etwas entgehen. Die Gesetze hat doch der Staat garnicht verfasst. Die meisten Politiker sind doch fachlich garnicht in der Lage dazu. Sie lassen sich die Gesetze von denen verfassen, für die die Gesetze später sein sollen. Und wie man schon an der großen Geburtstagssause von Ackermann mit Merkel im Bundeskanzlerinnenamt sehen konnte, haben diese Gesetzesschreiber unsere Politiker fest im Griff. Denn global agierende Firmen können mit ihrem Kapital von überall in der Welt aus ihr Geld verdienen. Wenn man sie hier halten will, muss man ihnen Schlupflöcher bieten. Nur die komplette arbeitende Bevölkerung oder die Rentner können nicht so einfach vor der Steuer-Krake fliehen. Und deshalb müssen wir alle zahlen, dass der Staat diese Schlupflöcher ermöglichen kann.

  • @Osterwelle
    Ihre Behauptung, dass man deshalb gleich die Untaten der RAF gut findet, ist purer Schwachsinn und zeugt nur davon, dass Sie Duckmäuser sind, der sich im voreilenden Gehorsam ergeht. Wenn ich sage, dass unter Adolf Hitler die Zwangsarbeiter das VW-Werk Wolfsburg aufgebaut haben und dass wir heute froh sein können, dass wir VW haben, dann heißt es noch lange nicht, dass ich Adolf Hitlers Taten gutheiße. Auch wenn obrigkeitshörige und von den Systemmedien verbreitete Nachrichten sowas immer wieder unterstellen und sofort die Nazikeule schwingen. Genauso, wie Sie hier die Terroristenkeule schwingen. Aber jahrelange Hirnwäsche durch die Medien, dass wir Deutschen uns immer für vergangene Dinge schuldig fühlen sollen, hat bei Ihnen die Wirkung nicht verfehlt. Sie sind einer von denen, die immer erstmal fragen: "Darf man das überhaupt sagen?". Wie armselig.

  • Sie haben völlig recht, die Fähigkeit des Gesetzgebers eindeutige Vorgaben zu machen ist ihm vor vielen Jahren abhanden gekommen. Die Vorgaben sind z.T. verfassungswidrig, schwammig oder so komplex, dass Rechenbeispiele zur Interpretation beigelegt werden.
    Die Parlamente sind nicht nur ihr Geld nicht wert, sondern, sie müssten für den angerichteten Schaden auch wirtschaftlich herangezogen werden!

  • Und wer war da Bundeskanzler ? Der KANZLER verantwortet die Politik der Regierung. Schon erstaunlich daß Merkel jedesmal "vergessen" wird wenn es um irgendeine Schweinerei in IHRER Regierungszeit geht. Verantwortung tragen immer nur andere.

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