Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Haushaltspolitik Experten halten niedrigere Neuverschuldung für möglich

Seite 2 von 2:
„Tragfähigkeitslücke“ wächst

Die für das Jahr 2060 ermittelte „Tragfähigkeitslücke“ der Staatskassen und der gesetzlichen Sozialsysteme sei nach jüngeren Untersuchungen wieder größer geworden, sagte Schäuble am Donnerstagabend. Im neuen Bericht werde sie auf eine Spanne zwischen 1 und vier Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Im letzten Bericht des Ministeriums von 2008 sei die Lücke noch auf 0 bis 2,5 Prozent beziffert worden. Hier machten sich die Auswirkungen der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise unmittelbar bemerkbar, sagte Schäuble: „Insgesamt verstehen wir diesen Bericht als Frühwarnsystem für die öffentlichen Finanzen.“

Die neue langfristige „Tragfähigkeitslücke“ würde bedeuten, dass der Staat - gemessen an der Wirtschaftsleistung 2010 von rund 2,5 Billionen Euro - insgesamt zwischen 25 Milliarden und 100 Milliarden Euro - zusätzlich sparen oder an Einnahmen erwirtschaften müsste.

Wie Deutschland in seinen Schulden versinkt
huGO-BildID: 9674931 Das Heidelberger Schloss
1 von 16

BADEN-WÜRTTEMBERG:

Die neue grün-rote Landesregierung nimmt 2011 laut vor kurzem verabschiedeten Nachtragshaushalt neue Schulden in Höhe von 560 Millionen Euro auf. Ein Haushaltsentwurf für 2012 steht noch aus. Das Land sitzt auf einem Altschuldenberg von 43,3 Milliarden Euro. Wegen der riesigen Löcher in der mittelfristigen Finanzplanung will die Landesregierung erst 2020 die schwarze Null schaffen. Ein „ambitioniertes Ziel“, sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

(Foto: ap)
FRAUENKIRCHE BERGE
2 von 16

BAYERN:

Die bayerische CSU/FDP-Koalition wird laut Doppelhaushalt 2011/12 in diesem und im nächsten Jahr keine neuen Schulden aufnehmen. Der Gesamtschuldenstand im Freistaat beträgt aktuell 32,6 Milliarden Euro.

(Foto: ap)
THE SUN SETS AT THE BRANDENBURG GATE IN BERLIN
3 von 16

BERLIN:

Das Land Berlin wird 2012 nach den Plänen des rot-roten Senats 1,16 Milliarden und 2013 rund 766 Millionen Euro neue Schulden aufnehmen. Für das laufende Jahr ist noch eine Nettokreditaufnahme von 2,75 Milliarden Euro vorgesehen. Allerdings wird am 18. September eine neue Regierung gewählt. Berlins Schuldenberg ist auf 63,2 Milliarden Euro angewachsen. Von 2016 an will Berlin laut Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) ohne neue Schulden auskommen.

(Foto: Reuters)
Touristen im Schlosspark Sanssouci
4 von 16

BRANDENBURG:

Die rot-rote Landesregierung hält daran fest, ab 2014 keine Schulden mehr aufzunehmen. Der Schuldenberg beträgt derzeit mehr als 18 Milliarden Euro. Für 2012 Jahr sind neue Kredite von 270 Millionen, für 2013 von rund 200 Millionen Euro geplant. Im laufenden Jahr beträgt die geplante Neuverschuldung 440 Millionen Euro. Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) zu den nötigen Einsparungen: „Das ist schwierig, das tut weh.“

(Foto: ZB)
Tag der deutschen Einheit
5 von 16

BREMEN:

Der Zwei-Städte-Staat wird laut Finanzbehörde 2012 Kredite von 837 Millionen und 2013 von rund 742 Millionen Euro aufnehmen. Im laufenden Jahr ist noch eine Neuverschuldung von 1,2 Milliarden Euro vorgesehen. Das kleinste Bundesland steht zurzeit mit rund 18 Milliarden Euro in der Kreide. 2020 will es ohne neue Schulden auskommen und das strukturelle Defizit bis dahin Jahr für Jahr um etwa 120 Millionen Euro abbauen. Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) spricht von einem steinigen Weg, den Bremen gehen müsse.

(Foto: dpa)
The cruise ship "Freedom of the Seas" manoeuvres on the river Elbe before docking in at Blohm + Voss shipyard in Hamburg
6 von 16

HAMBURG:

In der Hansestadt ist infolge der vorgezogenen Bürgerschaftswahl noch nicht einmal der Haushalt 2011 verabschiedet. Die Etatberatungen für 2011/2012 beginnen nach der Sommerpause. Die Netto-Kreditaufnahme wird im Entwurf des SPD-Senats mit 758 Millionen Euro in diesem und 664 Millionen Euro im kommenden Jahr beziffert. Hamburg will die Ausgabensteigerungen bis 2020 auf 0,8 Prozent pro Jahr begrenzen und damit bis 2020 zu einem ausgeglichenen Haushalt gelangen. Der Schuldenstand beträgt rund 24 Milliarden Euro.

(Foto: Reuters)
FRANKFURT SKYLINE
7 von 16

HESSEN:

Hessen will im kommenden Jahr 1,5 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen - dank steigender Steuereinnahmen eine Milliarde weniger als noch in der mittelfristigen Planung vorgesehen. Im laufenden Jahr ist eine Neuverschuldung von 2,4 Milliarden Euro im Etat eingeplant. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) rechnet damit, einen ausgeglichenen Haushalt schon vor dem festgeschriebenen Datum 2020 zu erreichen. Die Altschulden häufen sich auf knapp 39 Milliarden Euro.

(Foto: ap)

Die „Tragfähigkeitslücke“ soll langfristige Risiken für die Staatskassen in Folge der demografischen Entwicklung aufzeigen - also aus der zunehmenden Alterung der Gesellschaft, steigenden Gesundheits-, Pflege- und Rentenkosten bei gleichzeitig sinkender Zahl der Einwohner und Beitragszahler.

Die „Tragfähigkeitslücke“ geht über die „sichtbare“ staatliche Verschuldung - aktuell rund zwei Billionen Euro - hinaus. Denn sie umfasst auch „unsichtbare“ Schulden aus allen staatlichen Leistungsversprechen für die Zukunft - etwa Kosten der gesetzlichen Rentenversicherung oder Pensionsansprüche der Beamten.

Der Freiburger Ökonom Bernd Raffelhüschen ermittelt regelmäßig, wie groß die unsichtbare, „implizite“ Staatsschuld zusammen mit der sichtbaren, „expliziten“ Staatsschuld ist. Diese „Nachhaltigkeitslücke“ ist nach aktuellen Berechnungen zusammen mit der Stiftung Marktwirtschaft auf 7,4 Billionen Euro geklettert.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Haushaltspolitik - Experten halten niedrigere Neuverschuldung für möglich

0 Kommentare zu "Haushaltspolitik: Experten halten niedrigere Neuverschuldung für möglich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.