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Haustürgeschäfte Verbraucherschützer warnen vor Abzocke in der Corona-Zeit

Verbraucherschützer wollen Haustürgeschäfte schärfer regulieren lassen. Der Grund: Der Homeoffice-Boom infolge der Coronakrise ruft zunehmend unseriöse Geschäftemacher auf den Plan.
03.12.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Deutschlands oberster Verbraucherschützer will unseriöse Geschäftemacher vom Markt drängen. Quelle: Reuters
Klaus Müller

Deutschlands oberster Verbraucherschützer will unseriöse Geschäftemacher vom Markt drängen.

(Foto: Reuters)

Berlin Haustürgeschäfte sind zwar nicht ausdrücklich verboten, können für Verbraucher jedoch viel Ärger mit sich bringen. Hauptproblem ist oft, dass die Kunden überrumpelt werden und es so häufig zu einem Vertragsabschluss kommt, den sie später bereuen.

Vor allem die aktuelle Coronakrise kommt unseriösen Geschäftemachern offenbar sehr gelegen. Sie nutzen aus, dass viele Leute infolge der Corona-Beschränkungen nicht mehr im Büro arbeiten. In diesem Jahr hätten doppelt so viele Berufstätige von zu Hause aus oder mobil gearbeitet wie noch 2019, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Initiative D21 hervor, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde.

32 Prozent der Befragten hätten angegeben, inzwischen im Homeoffice tätig zu sein. Bei den Berufstätigen mit Bürojob lag der Anteil demnach sogar bei rund 60 Prozent – auch dies ist eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr.

Der Homeoffice-Boom befördert nach Ansicht von Deutschlands oberstem Verbraucherschützer Klaus Müller auch das Risiko, Opfer von dubiosen Haustürgeschäften zu werden. Dass viele Verbraucher wegen der Corona-Pandemie mehr zu Hause sind, „weiß natürlich auch der Direktvertrieb, der mit teilweise unseriösen Methoden auf Kundenfang geht“, sagte der Chef des Verbraucherzentralen-Bundesverbands (VZBV). „Das reicht von langfristigen Internet-, Telefon- und Stromverträgen bis zur Abzocke mit angeblich hochwertigen Büchern.“

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    Müller sieht Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in der Pflicht, hier gesetzlich gegenzusteuern. „Wir fordern, dass Anbieter nur nach vorheriger Zustimmung eines Verbrauchers an einer Haustür klingeln und ihre Verträge anbieten dürfen“, sagte der VZBV-Chef.

    „Verbraucherschutz darf nicht an der Haustür enden“

    Zudem müsse das Widerrufsrecht gestärkt werden. Anbieter sollten außerdem ab einem Betrag von 50 Euro nicht mehr die sofortige Bezahlung an der Haustür verlangen dürfen. „Verbraucherschutz darf nicht an der Haustür enden“, mahnte Müller. „Dieser Grundsatz würde unseriöse Geschäftemacher vom Markt drängen und damit allen ehrlichen Kaufleuten zugutekommen.“

    Die Corona-Pandemie scheint die Fantasie unseriöser Firmen noch zu beflügeln. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg wies schon mehrmals auf ein Unternehmen hin, das mit der Angst vor Ansteckung Geschäfte macht.

    Es wirbt in Flyern für Steinreinigungen am Haus, mit denen Virenübertragungen vermieden werden können. „Stellen Sie sich vor, Sie haben Viren auf den Steinen. Und durch Kontakt übertragen Sie diese auf Personen“, heißt es im Flyer. „Solche Aussagen sind reine Panikmache, die in keinem Zusammenhang mit einer tatsächlichen Übertragungsgefahr des Coronavirus steht“, sagte Verbraucherschützer Matthias Bauer. Sein Rat: bei unangemeldeten Besuchern die Handwerker am besten wegschicken. Auf keinen Fall unüberlegt Verträge unterschreiben und Vorauszahlung leisten.

    Viele Verbraucher scheinen ohnehin sensibilisiert für solche Fälle. Das legt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.000 Personen ab 18 Jahren im Auftrag des VZBV nahe, die dem Handelsblatt vorliegt. Danach halten 98 Prozent der Befragten Haustürgeschäfte für keine geeignete Form, um Verträge abzuschließen oder Produkte zu kaufen.

    Zu Begründung gaben die Befragten etwa an, dass sie sich durch Haustürgeschäfte unter Druck gesetzt fühlen (33 Prozent) oder Angst vor Betrug haben (21 Prozent). Fast jeder fünfte Befragte (19 Prozent) hat laut der Umfrage in den vergangenen 24 Monaten mindestens einen Vertrag abgeschlossen, den er in der Form nicht abschließen wollte.

    46 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die Widerrufsfrist bei Vertragsabschlüssen an der Haustür von derzeit 14 Tagen auf 30 Tage zu verlängern.

    Mehr: Koalition einigt sich auf Homeoffice-Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag.

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