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HDE-Konsumbarometer Deutsche Verbraucher erholen sich vom Coronaschreck

Das HDE-Konsumbarometer für Juni macht einen kräftigen Sprung nach oben, allerdings von einem niedrigen Niveau. Eine weitere Erholung scheint wahrscheinlich.
02.06.2020 - 04:00 Uhr 2 Kommentare
Corona: Verbraucherstimmung hellt sich auf Quelle: dpa
Modegeschäft

Der Textileinzelhandel leidet besonders unter der Konsumzurückhaltung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Schlimmste scheint überwunden – das glauben zumindest die deutschen Verbraucher. Nach zwei heftigen Rückgängen schnellt das HDE-Konsumbarometer für Juni um fast drei Punkte in die Höhe. Einen derartigen Anstieg hat es seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2017 noch nie gegeben.

Trotz dieses Sprungs notiert der Index mit 93,51 Punkten aber noch auf dem zweitniedrigsten jemals erreichten Stand. Eine weitere Erholung in den kommenden Monaten scheint jedoch wahrscheinlich.

Der Hauptgrund für die aufgehellte Stimmung dürften die Lockerungen der vergangenen Wochen sein, sodass zahlreiche Alltagstätigkeiten nach dem wochenlangen Corona-Lockdown nun wieder möglich sind.

Entgegen manch skeptischen Prognosen führten diese Lockerungen bisher nicht zu steigenden Infektionsraten mit Covid-19. „In Europa ist das Virus weitgehend eingedämmt“, meinen die Commerzbank-Ökonomen.

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    Das Konsumbarometer basiert auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung und wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute (HRI) für den Handelsverband HDE berechnet. Es sagt das Verbraucherverhalten in den kommenden drei Monaten voraus.

    Der Umfrage zufolge erwarten die Konsumenten, dass sich die Konjunktur in den kommenden Monaten kräftig erholt, sich ihre persönliche Einkommenssituation wieder spürbar verbessert und sie daher auch wieder mehr Konsumgüter anschaffen wollen. Gleichwohl rechnen sie mit insgesamt steigenden Preisen.

    Grafik

    Hoffnung auf ein Wiederanspringen des Konsums macht auch die Tatsache, dass sich allmählich die Innenstädte wieder füllen. In der Woche vom 10. bis zum 16. Mai waren lediglich 34 Prozent weniger Kunden in den Geschäften als in normalen Zeiten. In der Woche davor waren es noch 38 Prozent weniger.

    Daten der Online-Plattform Open Table zeigen überdies, dass die Zahl der Besuche in den bei der Plattform registrierten Restaurants im Durchschnitt der vergangenen Woche schon wieder etwa halb so hoch war wie vor einem Jahr. Zudem komme in den öffentlichen Personennahverkehr allmählich etwas mehr Bewegung. Und auch der tagesaktuelle Fahrleistungsindex für Lkws des Statistischen Bundesamtes weist im Trend merklich nach oben.

    „Das trifft vor allem Arbeitslose und Berufseinsteiger“

    Das Münchener Ifo-Institut rechnet nach dem historischen Einbruch der Wirtschaft zu Beginn des zweiten Quartals mit einer allmählichen und vor allem deutlichen Erholung der Konjunktur. Die Unternehmen „halten im Schnitt eine Normalisierung ihrer eigenen Geschäftslage innerhalb von neun Monaten für den wahrscheinlichsten Fall“, meint Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. In der zweiten Jahreshälfte 2021 dürfte laut Ifo die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

    Verschiedene Frühindikatoren für den Arbeitsmarkt signalisieren überdies, dass der befürchtete Absturz vermutlich ausbleiben dürfte. „Derselbe Schock hätte vor 20 Jahren die Beschäftigung ins Bodenlose stürzen lassen. Das ist trotz der immensen Verwerfungen jetzt nicht zu erwarten“, sagt IAB-Experte Enzo Weber. Kritisch sei aber die eingebrochene Einstellungsbereitschaft der Unternehmen: „Bei geringer Kapazitätsauslastung und immenser Unsicherheit sacken die Neueinstellungen ab. Das trifft vor allem Arbeitslose und Berufseinsteiger.“

    Wie desaströs der April für Teile der Wirtschaft war, zeigen die am Freitag veröffentlichten Einzelhandelsumsätze. Insgesamt setzten die Einzelhandelsunternehmen im April 2020 real 6,5 Prozent weniger um als im April 2019. Im Vergleich zum Vormonat brach der kalender- und saisonbereinigte Umsatz real um 5,3 Prozent ein. Das war der stärkste Umsatzrückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007.

    Gewinner war erneut der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren: Hier stieg der Umsatz im April real um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln brachen die Umsätze dagegen um real 14,5 Prozent ein. Den größten seit 1994 gemessenen Umsatzeinbruch verzeichnete der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit einem realen Minus von 70,7 Prozent gegenüber April 2019.

    „Die dunkelste Stunde ist die vor dem Sonnenaufgang“, zitiert HRI-Präsident Bert Rürup ein Sprichwort. „Der April war sicher die dunkelste Stunde in der deutschen Nachkriegskonjunktur – und folglich geht im Mai langsam die Sonne wieder auf.“

    Mehr: Nach dem Shutdown: Der Handel versinkt in überschüssiger Ware

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    2 Kommentare zu "HDE-Konsumbarometer: Deutsche Verbraucher erholen sich vom Coronaschreck"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Slogan "KLEIDER STATT KLOPAPIER" auf Ihrem Pressefoto gefällt mir irgendwie.
      Aber, wie ist er zu verstehen, sollen jetzt Kleider anders verwendet werden? Oder umgekehrt, oder wie.....?

    • Zitat:
      der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren: Hier stieg der Umsatz im April real um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln brachen die Umsätze dagegen um real 14,5 Prozent ein.

      Ich finde es unsäglich, Tabak unter Lebensmitteln zu subsummieren. Das ist Luxusgut.
      Baumwolle ist auch ein Landwirtschaftsprodukt, wie auch Leder, trotzdem würde kein Mensch das als Nahrung bezeichnen.
      Es enthält keine Kalorien und keinen Elektrolyt, ist damit also weder Speise noch Getränk. Das sollte doch statistisch umzulagern leicht möglich sein, zumal auch noch Sondersteuern drauf liegen, die die Erfassung stark erleichtern.

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