Heidelberg Merkel bei Wahlkampfauftritt mit Tomaten beworfen

Die politische Stimmung ist seit dem Flüchtlingszustrom rauer geworden. Auch die Kanzlerin hat das bei Auftritten schon zu spüren bekommen. Im Wahlkampf geht es nun noch einen Schritt weiter.
4 Kommentare
Bundeskanzlerin Angela Merkel schaut in Heidelberg auf einen Fleck auf ihrer Jacke. Ein Tisch, der vor ihr stand, war von einem Gegenstand aus den Reihen des Publikums getroffen worden, dabei waren Spritzer auf Merkels Jackett gekommen. Quelle: dpa
Wahlkampf CDU - Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel schaut in Heidelberg auf einen Fleck auf ihrer Jacke. Ein Tisch, der vor ihr stand, war von einem Gegenstand aus den Reihen des Publikums getroffen worden, dabei waren Spritzer auf Merkels Jackett gekommen.

(Foto: dpa)

Heidelberg/BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei einem Wahlkampfauftritt in Heidelberg mit zwei Tomaten beworfen worden. Dabei wurde sie am Dienstagnachmittag an der linken Hüfte von einigen wenigen Spritzern getroffen. Auch die neben ihr stehende Moderatorin der CDU-Veranstaltung bekam etwas ab. Merkel reagierte gelassen und reichte der Moderatorin ein Taschentuch. Der Zwischenfall ereignete sich zum Ende der Veranstaltung auf dem Universitätsplatz. Ihre Rede hatte die Kanzlerin zu dem Zeitpunkt bereits beendet.

Wer für die Würfe verantwortlich ist, war zunächst unklar. Am Rande der etwa 40-minütigen Veranstaltung versuchten Demonstranten, den Auftritt mit Sprechchören und Trillerpfeifen zu stören. Es ertönten Rufe wie „Volksverräter“, „Heuchler“ und „Lügner“ - Begriffe, wie sie von Merkelgegnern aus dem Umfeld der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und der AfD bekannt sind. Den Auftritt Merkels verfolgten den Veranstaltern zufolge rund 3000 Menschen. Sie feierten Merkel mit viel Beifall und teilweise stehend.

Politiker in Hochform – Schlagabtausch im Bundestag

Die Polizei bestätigte zwei zeitlich voneinander getrennte Tomatenwürfe Richtung Bühne. Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden wegen Verdachts der versuchten Körperverletzung und versuchten Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher. Es habe außerdem kleinere Rangeleien zwischen Gegnern und Anhängern Merkel gegeben. Von sechs Beteiligten seien die Personalien festgestellt worden.

Nach den Würfen griff ein Sicherheitsmann nach einem transparenten Schutzschild, der dann aber doch nicht zum Einsatz kam. Bei der ebenfalls von Tomatenspritzern getroffenen Moderatorin handelt es sich um Claudia von Brauchitsch, die auch für die CDU-eigene Videoredaktion CDU.TV arbeitet.

Die Kanzlerin lobte in ihrer Rede den Einsatz vieler Menschen in der Flüchtlingskrise als „tolles Stück humanitärer Hilfe“. „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann nicht in der Aufnahme von Menschen, sondern dass wir nicht aufgepasst haben, dass Menschen in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und in Syrien nichts zu essen hatten, keine Bildung bekamen und sich in die Hände von Schleppern und Schleusern begeben haben, weil sie weder ein noch aus wussten“, sagte sie. Gleichwohl dürfe sich „2015 nicht wiederholen“.

In der Diesel-Affäre forderte Merkel die Automobilkonzerne auf, den entstandenen Schaden wiedergutmachen. „Ich will, dass wir saubere Dieselautos und Automotoren haben, aber genauso die besten Elektro-Autos und besten Brennstoffzellen der Welt. Das muss unser Anspruch sein, und dafür müssen wir arbeiten“, meinte sie.

Merkel nahm nach dem Zwischenfall am Abend in Stuttgart noch an einer Podiumsdiskussion teil. Sie trug dabei augenscheinlich den selben Blazer wie in Heidelberg.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Heidelberg - Merkel bei Wahlkampfauftritt mit Tomaten beworfen

4 Kommentare zu "Heidelberg: Merkel bei Wahlkampfauftritt mit Tomaten beworfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Ökonom Prof.Dr. Max Otte, langjähriges CDU-Mitglied, verkündet heute per twitter, er werde weder Frau Merkel noch Herrn Gabriel wählen, sondern die AfD.

    Alles klar?

  • @Herr Günther Schemutat

    Wieso arme Tomaten?

    Kann nicht der Grund gewesen sein, dass den Werfern die Tomaten ebenso wenig geschmeckt haben wie die Merkel?

  • Man kann es kaum glauben – das HB veröffentlicht entgegen der bisherigen Praxis, nur Berichte zu bringen, wenn die undankbaren, blöden, unaufgeklärten und rechtslastigen Ossis bei Wahlkampfauftritten dieser Merkel im Osten ausgebuht und ausgepfiffen wird, nun doch tatsächlich mal einen Bericht, dass es dieser Merkel im Westen (wo die Sonne untergeht und man deshalb schon möglicherweise vor sich hin dämmert) nicht besser ergeht.

    Wobei das bisher auch im „Westen“ seit Wahlkampfbeginn für diese Person nicht anders lief.

    Gelnhausen, Fulda usw. lassen grüßen.

  • Die armen Tomaten , sie sollten lieber gegessen werden als gegen Merkel zu werfen. Aber im Land gibt es eine immer mehr steigende Unzufriedenheit und
    solange Tomaten geworfen werden kann Merkel das noch als Demokratie ansehen , es wird schlimmer kommen. Das alles interessiert weder Merkel noch die anderen Alt Parteien, man geht seinen Weg stur weiter , Die Wahlzeit ist bald zu Ende und dann machen wir wieder was wir wollen ist der Tenor der Parteien und Wahlversprechen sind eben Versprecher . Ehrlicher kann man doch nicht sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%