Henkel-Rücktritt mit Folgen AfD sackt unter Fünf-Prozent-Marke

Der Richtungsstreit in der AfD schadet der Partei nun auch in der Wählergunst. In einer Umfrage rutscht sie unter die Fünf-Prozent-Hürde. Die Co-Bundeschefin Frauke Petry beeindruckt der Absturz aber „herzlich wenig“.
Update: 29.04.2015 - 15:05 Uhr 7 Kommentare
AfD-Chef Bernd Lucke (l.) schwimmen die Feller davon. Hans-Olaf Henkel hat den Vorstand schon verlassen. Quelle: dpa

AfD-Chef Bernd Lucke (l.) schwimmen die Feller davon. Hans-Olaf Henkel hat den Vorstand schon verlassen.

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HamburgNach dem Rückzug des früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel aus dem AfD-Bundesvorstand sackt die Partei erstmals seit Jahresbeginn unter die Fünf-Prozent-Hürde. Im neuen „stern“-RTL-Wahltrend vom Mittwoch fiel die eurokritische Partei gleich um 2 Prozentpunkte auf 4 Prozent. Die Linke kann sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 9 Prozent verbessern. Die Werte der anderen Parteien bleiben unverändert: CDU/CSU kommen weiterhin auf 42 Prozent, die SPD auf 24, die Grünen auf 10, die FDP auf 4 Prozent.

Der frühere BDI-Präsident Henkel hatte dem Vorstand der rechtskonservativen Partei am vergangenen Donnerstag den Rücken gekehrt. Der Vertreter des liberalen Flügels hatte sich seit längerem Auseinandersetzungen mit dem konservativen und nationalistischen Flügel geliefert.

Nach Henkel war am Montag auch Patricia Casale aus dem Bundesvorstand zurückgetreten. Die AfD war 2013 von Gegnern der Euro-Rettungspolitik gegründet worden. Sie scheiterte bei der letzten Bundestagswahl knapp an der Fünf-Prozent-Hürde und ist heute in vier Länderparlamenten vertreten.

Die Co-Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, reagierte gelassen auf die Umfrage. „Vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen sah uns Forsa auch bei unter fünf Prozent, geholt haben wir jedoch weit über zehn Prozent“, sagte Petry dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Daher gebe sei auf die Analysen von Forsa-Chef Manfred Güllner „herzlich wenig“.

 

„Viel wichtiger für mich ist, dass unsere Mitgliederzahlen weiterhin konstant steigen“, sagte Petry weiter. Die AfD habe jetzt über 23.000 Mitglieder und Förderer. „Das finde ich für eine so junge Partei wie die AfD sensationell“, betonte Petry, die auch die AfD-Fraktion im Dresdner Landtag anführt.

  • dpa
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7 Kommentare zu "Henkel-Rücktritt mit Folgen: AfD sackt unter Fünf-Prozent-Marke"

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  • @Teito

    Welcher "Pauli"? Paulchen Panther oder der heilige Paulus?

    Bitte klären Sie uns auf.... lol

  • Das Handelsblatt scheint sich aber auch immer mehr auf die AfD einzuschießen.

    So viele Artikel in den letzten Tagen die mehr oder weniger nur die gleichen Inhalte haben, kann auch kein Zufall mehr sein. Das kriegt ja selbst die taz nicht mal hin! ,-)

  • Der Absturz der AfD in dieser Umfrage ist nur dem öffentlichen Streit geschuldet und das mögen die Deutschen einfach nicht. Da geht es weniger um Inhalte!
    Die Reaktion von Petry auf diese Umfrage von Forsa kann ich aber auch teilen.

    Außerdem ist es eine Frechheit das Sie Leute wie Gauland oder Petry als Neonazis bezeichnen. Geht´s noch? Anscheinend wissen Sie nicht, was ein Neonazi ist denn ansonsten würden Sie diesen Begriff nicht so leichtfertig verwenden!

    Alles andere in Ihrem Beitrag sind Spekulationen vermischt mit Hoffnungen auf die man gar nicht weiter eingehen muss!

  • Die AfD zerlegt sich selbst
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    Es gibt wohl mehr Neonazis in der Afd als bisher angenommen.
    Jetzt wollen sie die Macht übernehmen.
    Henkel hat schon den Vorsitz abgegeben. Pauli auch.
    Jetzt dümpelt sie bei 4%.
    Das waren noch Zeiten, als sie in Ostdeutschland über 10% errang.
    In Bremen wird sie wohl "draußen bleiben". Auch 2017 bei der Bundestagswahl.

  • Herr Henkel hat kein Interesse mehr an einer erfolgreichen AfD mit Meinungspluralität und einer breiten Aufstellung, deshalb will er sie "hops" gehen lassen.

    Ob ein einzelner Mensch in einer Partei mit ca 20.000 Mitgliedern in Abfolge seiner einsamen Entscheidungen und Schritten zu einem umfassenden "Todesküsser" werden kann, bleibt zunächst einmall abzuwarten.

  • Wichtig ist, was im Partei- und Wahlprogramm der AfD steht. Wichtig ist, dass die AfD weiterhin den Mut zu einer "sozialen Marktwirtschaft" hat. Wichtig ist, dass die Partei an der Spitze von Personen vertreten wird, die Wissen, dass es mehr Markt = individuele Freiheit und Offenheit und weniger Politischen Zwang = Gesetze-Bevormundung in der Gesellschaft geben muss.

  • Wer sich in den letzten Wochen so präsentiert, wie die AfD braucht sich über solche Zahlen wirklich nicht wundern wenn auch Forsa und Herr Güllner mit seiner offensichtlichen Abneigung gegenüber der AfD, immer mit Vorsicht zu genießen ist.

    Aber der Knall in der letzten Woche mit dem Rücktritt von Henkel hat sicher Spuren hinterlassen, gerade auch in der Öffentlichkeit, wie ich selbst schon mehrmals mitbekommen habe. Demzufolge kann sich die AfD ganz besonders bei Herrn Henkel bedanken.

    Hoffentlich ist dies eine Art "heilsamer Schock" für die AfD. Und wenn nicht dann hat sie es auch nicht besser verdient. So langsam verliere auch ich die Geduld mit denen. Es können nicht immer nur "die Anderen" dran Schuld sein!

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