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„Herdprämie“ Migranten springen Betreuungsgeldgegnern bei

Angela Merkel hat sich klar dafür ausgesprochen, Eltern finanziell zu unterstützen, wenn sie Kleinkinder privat betreuen. Doch in der Union regt sich Widerstand. Ihm schließt sich ein ungewohnter Verbündeter an.
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Der Widerstand gegen die so genannte Herdprämie wächst. Quelle: dpa

Der Widerstand gegen die so genannte Herdprämie wächst.

(Foto: dpa)

BerlinGegen das umstrittene Betreuungsgeld regt sich nun auch Widerstand seitens Migrantenverbänden. „Wir sind grundsätzlich gegen das Betreuungsgeld“, sagte Berrin Alpbek, Bundesvorsitzende der Föderation türkischer Elternvereine, der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch.

Sollte es doch zu einer Einführung der Zahlung kommen, dürfe das Betreuungsgeld keinesfalls bar, sondern nur zweckgebunden, etwa in Form von Gutscheinen, ausgezahlt werden. Das Geld müsse dort ankommen, „wo es hingehört: bei den Kindern“, sagte Alpbek demnach.

Das Betreuungsgeld ist für Eltern vorgesehen, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen oder dies privat organisieren wollen. Bei der FDP ist die vor allem von der CSU geforderte Leistung schon länger umstritten, Ende vergangener Woche hatten zudem mehrere Unionsabgeordnete in einem Schreiben mit einem Nein im Bundestag gedroht.

Betreuungsgeld-Debatte wächst sich aus

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verlangte ebenfalls, auf das Projekt zu verzichten. „Solange der Ausbau der Kindergartenplätze nach wie vor unterfinanziert ist, sollten zusätzliche Mittel besser dafür eingesetzt werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg Handelsblatt Online.

Die Kosten für das Betreuungsgeld, das auch unter dem Stichwort „Herdprämie“ diskutiert wird, drohen laut „Financial Times Deutschland“ deutlich höher auszufallen als bislang angenommen. Demnach könnten jährlich Eltern von rund 1,1 Millionen Kindern die geplante Barzahlung in Anspruch nehmen - rund 445 000 mehr als nach Kalkulation der Regierung. So gehe das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW/Mannheim) von Kosten in Höhe von rund 2 Milliarden jährlich aus, da nicht genügend Betreuungsplätze zur Verfügung stünden.

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11 Kommentare zu "„Herdprämie“: Migranten springen Betreuungsgeldgegnern bei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was ist denn mit den Müttern und Vätern, welche einem Beruf nachgehen, den Haushalt führen und obendrein noch für das Kind sorgen? Wenn nach einem Jahr kein Elterngeld mehr gezahlt wird? Sollen diese Eltern in Hartz IV, um ihrer Kinder nicht in die "Fremdbetreuung" zu geben?

    Wie wäre es mit genügend kostenlosen Krippen und Kindergartenplätzen mit qualifizierten Personal?

    Eltern hätten dann immer noch die Wahl, denn keiner ist gezwungen, Krippen oder Kindergärten zu besuchen.

    Aber dazu braucht es die Steuergelder eben von jenen, welche auch Steuern zahlen können.

    So spart die CSU Steuergelder und damit verbundene Steuererhöhungen. Statt dessen bekommt eben auch die Unternehmerfamilie die "Herdprämie", während man dem Hartz IV Empfänger das Betreuungsgeld sofort anrechnet.

    Im Notfall sind Krippen und Kindergärten Relikte der ehemaligen DDR, womit die Ewig-Gestrigen dann doch lieber der "Herdprämie" zustimmen.

  • Sehr gut beschrieben.
    Der Beruf der Hausfrau sollte endlich mal wieder besser geachtet werden.
    Ich bin aber trotzdem gegen das Betreuungsgeld, weil mal wieder Geld verschleudert wird.

    Das Geld bekommt ja auch die Chefarztgattin, Anwältin usw.
    Ich bin nicht der Meinfung, dass solche Leute für Kindererziehung noch Geld vom Steuerzahler brauchen.
    Von sozial kann da keine Rede mehr sein.
    Die präkären Schichten werden es einsacken, aber ihre Kinder trotzdem nicht besser versorgen.
    Es ist kompliziert und nicht durchdacht.
    Andererseits kann es ja nicht die Zukunft sein, dass man Kinder sofort in Fremdbetreuung gibt.
    Dann hätte Bischof Mixa Recht, als er sagte, Frauen werden zu Gebärmaschinen
    Ja, die DDR läßt mittlerweile an allen Ecken wirklich mächtig grüßen.
    Merkel zeitgt mehr und mehr ihr wahres Gesicht

  • Wenn auch die Migrantenverbände gegen das von der CSU favorisierte Betreuungsgeld sind, sollte es endgültig vom Tisch sein.

  • man kann hier aber den staat austricksen. man nimmt die 150 euros und arbeitet trotzdem. einzige bedingung ist ja folgende: es muss eine private betreuung gefunden werden: oma, tante usw. das ist der knackpunkt. das sich die migrantenverbände hier dagegenstellen, klingt paradox.

  • @hausfrauen
    Sie wollen doch nicht allen ernstes 150 EUR pro Monat als Fördergeld für Hausfrauen betrachten. Es ist doch eher das Gegenteil, will heissen: "Die Leistung,zu Hause zu bleiben, ist uns 150 EUR im Monat wert", will heissen, die Leistung, zu Hause zu bleiben, ist uns nichts wert, aber arbeiten duerft ibr nicht, da wir das Geld nicht in KITAs stecken werden.
    Der naechste Schritt waere dann wieder, den Frauen das Studium zu verbieten und auch das Wahlrecht, denn Frauen sind ja von Natur aus dement und brauchen Anleitung durch den Mann, und warum soll man etwas finanzieren ( das Studium), wenn Frau davon spaeter keinen Gebrauch machen darf ( wg fehlender Betreuungsmoeglichkeiten). Das waere ja Verschwendung von Steuergeldern. LOL

  • Die Umschreibung der Hausfrauentätigkeit bringt es auf den Punkt. Respekt gegenüber der vollbrachten Leistung bekommen Hausfrauen in der Regel nicht. Dies mit 150 € im Monat zu fördern, ist eine totale Unterschätzung der effektiv gebrachten Leistung. Somit unfair den Frauen gegenüber. Und auch den Kindern gegenüber, weil man dadurch ja hofft um einen Ausbau der Kindergartenplätze herumzukommen. Kindergarten ist jedoch mehr wie ein Ort, wo man Kinder abgibt und wieder abholt. Es ist der Ort, wo Kinder lehren, um in Gruppe zu funktionieren (um nur einen Lernprozess zu nennen). Das ist ein wichtiger Sozialisierungsprozess, wenn eine Gesellschaft funktionieren soll. Man/frau sollte sich in dieser Sache nicht so billig abspreisen lassen.

  • Wieder lässt man eine Chance an sich vorbeigehen, wobei ich nicht das Betreuungsgeld meine, sondern die Schleckerfrauen. Zwischen 11 und 12000 stehen also jetzt auf der Strasse. Bei der Kinderbetreuung fehlen jedoch Kräfte. Wenn man ein bisschen intelligent wäre, dann würde man dieses Potenzial nutzen und denjenigen unter den Frauen die Chance geben umzusteigen auf Kinderbetreuung durch ihnen die nötige Kenntnis zu vermitteln und sie gleichzeitig in Kindergärten bzw. bei Kinderbetreuung einzusetzen, so dass sie das auch gleich in der Praxis erlernen können. Somit hätten die Kindergärten Hilfskräfte, was Kapazitäten schaffen würde und die Interessierten unter den Schleckerfrauen ein Perspektive. Für nicht alle wäre dies eine Lösung, aber selbst wenn sich nur für 20 % eine neue Perspektive dadurch eröffnen würde, wären das ja schon mal 2000+ denen damit geholfen wäre. Aber auch hier nur Ideenlosigkeit und Unflexibilität, wobei man wieder auf das "bewährte" Muster verfolgt, bei dem man Frauen mit irgendwelchen Hungerzahlungen abspeist. Typisch CSU eben, die ewig Gestrigen.

  • Ich finde die Idee des Betreuungsgeldes gut.

    Ich habe zutiefst Respekt vor der täglichen Leistung, die meine Frau "am Herd" vollbringt.
    Übrigens ist die Arbeit am Herd für sie noch die angenehmste; es gibt auch noch Hausaufgabenbetreuung gegen alle Motivation des Kindes, Streit Schlichten unter den Geschwistern, stundenlanges Zubringen in Arztwartezimmern mit (mindestens) einem kranken, quängelnden Kind, Reinigen und Aufräumen, während die Kinder alle Ordnung gleichzeitig wieder zunichte machen, von Lehrern und Schülern "gemobbte" Kinder nach der Schule wieder aufzurichten,....
    Und gleichzeitig heisst es dann: Sie sei NUR Hausfrau.
    Da lob ich mir meinen relativ gut bezahlten Bürojob.

    Vielleicht ist das Betreuungsgeld ein kleiner Schritt zu mehr gesellschaftlicher Anerkennung der häuslichen Tätigkeiten; die derzeitige Diskussion zeigt, dass dies bitter nötig ist.

    Dass Schäuble dann aus der rechten Hosentasche 150 € herauszuieht, noch bevor Merkel links welche hineinsteckt, ist dann eine andere Geschichte.

  • Es ist unteranderem der Offenbarungseid der Politik, dass die Kita`s Ganztags nicht realisiert werden. Es ist verschoben auf die Eltern die dann den Kindergarten zuhause uebernehmen. Nur bei Geringverdienern, wer kann es sich leisten zuhause zu beleiben.
    Wir punpen Geld in der Markt fuer Kinder haben aber dadurch keine erhoeten Geburten. Das Kindergeld legen reiche Leute an, und mit 20 Jahren studiert das Kind mit Steuergeldern kostenfrei. Das nennt man dann Sozialpolitik. Der Geringverdiener schaut dabei in die Roehre. Oesterreich hat sogar die Zeugungspraemie von 5000 DM nach kurzer Zeit wieder eingestellt, da signifikanter Weise keine Mehrgeburten zu verzeichnen waren.
    Entweder uebernimt der Staat die Finanzierung wie Frankreich der Kika`s oder es beleibt eine never ending story.
    Frankreich uebernimt die Zahlung von den Kika`s hat dadurch eine Geburtenqoute von 1,98 Kind pro Frau, in Deutschland 1,35 im Schnitt, und D ueberaltert weiterhin.

  • Würde doch dieses Geld, und 150,-- € sind sehr viel Geld, für die Grundaus- und Weiterbildung unserer Kinder genutzt, käme es der Forschung für diese Ernährer ihrer Familien und der Volskwirtschaft effektiver zu gute.

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