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Historische Niederlage SPD-Chef Schulz dachte am Wahlabend an Rücktritt

Auch nach der historischen Niederlage der SPD will der Vorsitzende Schulz Regie bei der Neuausrichtung der Partei führen. Doch wie Schulz einräumt: Am Wahlabend umtrieben ihn ganz andere Gedanken.
29.09.2017 - 12:53 Uhr 10 Kommentare

„Es wird eine sehr leidenschaftliche Oppositionsarbeit werden“

Berlin SPD-Chef Martin Schulz hat am Abend der Bundestagswahl nach eigenen Angaben an einen Rücktritt gedacht. Dies machte Schulz am Freitag in einem Schreiben an die über 440.000 SPD-Mitglieder deutlich. In dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief verspricht der Parteichef einen „strukturellen, organisatorischen, inhaltlichen und strategischen Neuanfang“, den er gemeinsam mit Fraktionschefin Andrea Nahles voranbringen wolle. „Es geht in den nächsten vier Jahren um nicht weniger als um die Existenz der deutschen, ja der europäischen Sozialdemokratie“, warnt Schulz. Unter seiner Führung hatte die SPD bei der Bundestagswahl am Sonntag mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis in der Nachkriegszeit erzielt.

„Natürlich habe ich am Sonntagabend mit mir gerungen und mich gefragt, ob es nicht besser wäre zurückzutreten“, schrieb Schulz. „Nach unzähligen Gesprächen (...) bin ich aber zu der Überzeugung gelangt, dass ich zusammen mit der Partei den dringend notwendigen Neuanfang der SPD voranbringen möchte.“ Nach den verlorenen Bundestagswahlen 2005, 2009 und 2013 habe es eine ehrliche und tiefergehende Debatte über die Gründe der Wahlniederlagen nicht gegeben. Es seien „auch keine echten Konsequenzen gezogen worden.“

Schulz kritisiert indirekt seinen Vorgänger im Parteivorsitz, Sigmar Gabriel. „Auch in der praktischen Durchführung der Wahlkampagne 2017 haben sich alte Fehler wiederholt“, schrieb Schulz. „Wie schon 2009 und 2013 haben wir auch dieses Mal beim Verfahren zur Bestimmung des Kanzlerkandidaten einen Weg gewählt, der uns zu wenig Zeit für die Vorbereitung der Kampagne gelassen hat.“ Die Ausrufung des Kanzlerkandidaten lag in Händen des damaligen SPD-Chefs Gabriel, der im Januar seinen Verzicht erklärte und Schulz als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl vorschlug.

Über den nächsten Kanzlerkandidaten der SPD soll offenbar mit deutlich größerem Vorlauf entschieden werden. „Spätestens beim ordentlichen Parteitag 2019 werden wir die Weichen für 2021 stellen, um bei der nächsten Wahlauseinandersetzung wieder erfolgreich zu sein“, kündigte Schulz an. Der nächste Parteitag findet im Dezember statt. Schulz, der im März mit 100 Prozent gewählt worden war, will sich zur Wiederwahl stellen.

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    Im Gegensatz zum SPD-Chef selbst geht der Konstanzer Politologe Wolfgang Seibel davon aus, „dass das Kapitel Martin Schulz in wenigen Wochen abgeschlossen sein wird“, wie Seibel im Interview mit der Zeitung „Heilbronner Stimme“ sagte. Schulz habe sich trotz „einer Ausgangssituation, die so gut war wie nie zuvor mit seiner Fixierung auf die Kanzlerin und seinem Negativwahlkampf als völlig ungeeigneter Kandidat erwiesen“. Seine Überforderung sei erneut in der Elefantenrunde am Wahlabend zutage getreten. „Wenn er jetzt auch noch die Niedersachsen-Wahl an die Wand fährt, dürfte er noch vor dem SPD-Parteitag Anfang Dezember zurücktreten.“ Dieser Meinung, glaubt Seibel, seien auch viele Funktionsträger in der SPD, „sie können es aber nicht offen aussprechen“.

    Er sieht für die SPD eine klare Perspektive: „Die Partei hat immer dann profitiert, wenn sie die Kritik an den Missständen des Kapitalismus in Verbindung gebracht hat mit einer Modernisierungsperspektive und Zukunftsoptimismus.“ Das sei im Wahlkampf, „in dem die SPD das Land schlechtgeredet hat, das sie selbst vier Jahre lang mitregiert hat“, völlig zu kurz gekommen. „Wenn man sich weigert, über die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu diskutieren, dann heißt das für die Jungen, dass ihre eigene Perspektive unsicherer wird. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.“ Dabei sei es „die historische Aufgabe der SPD, die deutschen Sozialsysteme wetterfest zu machen für die Zukunft.“

    Olaf Scholz, Erster Bürgermeister von Hamburg, stehe genau für diese Perspektive von Realismus und Optimismus. „Ich gehe davon aus, dass nach der Episode Schulz das Duo Olaf Scholz und Andrea Nahles die Führung der Partei übernehmen wird.“

    • rtr
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    Mehr zu: Historische Niederlage - SPD-Chef Schulz dachte am Wahlabend an Rücktritt
    10 Kommentare zu "Historische Niederlage: SPD-Chef Schulz dachte am Wahlabend an Rücktritt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Herr Tom Schmidt29.09.2017, 16:02 Uhr
      Lach! Eine der offensichtlichsten Lügen der deutschen Politik!

      Wenn der am Wahlabend an das Thema "Rücktritt" gedacht hat, dann nur um diesen mit allen Mitteln zu vermeiden!

      Schon der weitere Fortgang ist wieder ein echter Schulz... erst einmal den Aufwand und das Porto für die 440000 Briefe raushauen.

      ------

      Die deutsche Post bekam den Auftrag ?

      Oder der billigerer Regio Mail die sogar von Städten alleinigen Auftrag erhielten um kosten zu sparen ? ( was interessiert es den Städten die Arbeitslosen, Hauptsache Porto gespart, der Rest bezahlt der Bund ! )

      Oder müssen jetzt die Neue Zehntausender Neu aufgenommene bei der SPD sich bewähren und diese zu Fuß zum Wohl der SPD kostenlos austragen ?

      DASS MAN NIE IMMER ALLES GENAUER ERFÄHRT !!!

      MUSS MEIN GEHEIMDIENST WECHSELN ???

      :-))))))))))))))))))

    • Herr Josef Hirsepp29.09.2017, 16:25 Uhr
      Schulz wurde schon kurz nach & Proklamation der Kanzlerkandidatur und der Parteiuebernahme in den RUECKEN GETRETEN ....!
      Gabriel war der oberste Boykott-Pharisaeer der SPD!

      --------------------------

      Der Armer Martin Schulz hat in der EU nur versagt und bekam als Trostpreis den Karlspreis dafür weil Lutscher zu 10 Euro-cent in der LUXUS EU nicht gibt !

      Wollte dann ebenso den 80 Millionen Deutsche für mindestens 4 Jahren weiter schädigen weil er es so empfand daß Deutschland mit Ihm in Brüssel nicht geschadet wurde genug !

      Deswegen schadet er jetzt erst recht der SPD indem er dort bleibt und die 20,5% Wähler der SPD vollens davon jagen will Wähler der SPD zu sein !
      Dieses Wähler Weg von der SPD zu jagen überlässt Martin Schulz nicht der AFD, er jagt seine eigene noch 20,5 % selber vollens weg !!!

      UND IM HIMMEL WARTET DER MÖLLEMANN EIFRIG AUF MARTIN SCHULZ UND GABRIEL zum endlich mit einander SKAT spielen zu können !

      Nun immerhin im Himmel sind die nicht alleine dann !

    • Schulz wurde schon kurz nach & Proklamation der Kanzlerkandidatur und der Parteiuebernahme in den RUECKEN GETRETEN ....!
      Gabriel war der oberste Boykott-Pharisaeer der SPD!
      Der hat wohlweisslich gekniffen , aber goennte dann Schulz nix, aber auch rein garnix...!

      Er waere zumindest auch ein Kandidat zum Bundestagspraesidenten....
      neben dem Bundestags-Altenheim-Praesidenten SCHAEUBLE !

    • Herr Schulz hat das Talent die Sozen endgültig zu killen. Er sollte SPD-Chef bleiben.

    • @ Novi Prinz
      "Herr Schulz hat Recht ;
      „Es geht in den nächsten vier Jahren um nichts weniger als um die Existenz der deutschen, j der europäischen , ja der Sozialdemokratie des Universum`s !"

      "Sozialdemokratie" ist letztendlich nur die SOFTVERSION des Sozialismus.
      Sie ist die KREIDE FÜR DEN WOLF.
      Das Endresultat von Beiden ist aber letztendlich das Gleiche: vollständige Verelendung der Bevölkerung, Ende der Rechtsstaatlichkeit und Totalitarismus.
      Man sollte also jeden Tag vielmerhr sogar ein Stoßgebet gen Himmel schicken, dass es so kommen möge, wie Martin Schulz befürchtet.

    • Lach! Eine der offensichtlichsten Lügen der deutschen Politik!

      Wenn der am Wahlabend an das Thema "Rücktritt" gedacht hat, dann nur um diesen mit allen Mitteln zu vermeiden!

      Schon der weitere Fortgang ist wieder ein echter Schulz... erst einmal den Aufwand und das Porto für die 440000 Briefe raushauen.

      Dann ist das Thema sooo wichtig, dass es trotz seiner Erfolglosigkeit nur von ihm gemacht werden kann! (Frei nach dem Motto: das ist so wichtig, dass ich das persönlich an die Wand fahren muss...). Dann postuliert man natürlich, dass er sich zwar jetzt nur mit der kleinen SPD beschäftigt, aber eigentlich geht es um alle Sozen in Europa... also bei genauer Betrachtung.... in der Welt (und das ist schon bescheiden!!!)

      Mit wem hat er denn die unzähligen Gespräche geführt? Das einzelne Gespräch muss dann ja sehr kurz gewesen sein? Die anderen haben wahrscheinlich gesagt, trete zurück.... aber da musste er leider einen anderen Weg wählen.... *ggg*

      Was hat denn die Dauer der Wahlkampagne mit der Ausrufung des Kanzlerkandidaten zu tun? Haben die vorher nichts gemacht? Das ist doch lächerlich.... das ist ein echter Schulz.... wenn er vorher nicht dabei involviert war... dann kann die Arbeit ja nicht ernst genommen werden. Ein Schulz-Effekt dauert nach ERfahrung übrigends zwei Wochen, darum ist er zu spät... äh früh... äh irgendwie ist halt der Gabriel schuld... gestartet!!!!

      Ach... und dann doch die Wiederwahl, also nicht nur der Übergang, sondern er ist wichtig. Und es liegt natürlich auch nur an der Kampagne und Merkel, dass der dumme Wähler nicht erkannt hat, wie genial Schulz doch ist.

      Und darum jetzt die Opposition:

      Weil die sozialdemokratischen Inhalte sind so wichtig, dass deren Umsetzung nur den Blick auf das Wesentliche verdeckt! OPPOSITION!!! Man ist schließlich eine Programmpartei. Wer kümmert sich denn sonst um die kleinen Leute (die sind zwar alle weg, sind eben doof), aber die wissen halt nicht, was gut für sie ist!
      ...



    • Ach, hätte er doch nur........... den Löffel abgegeben


    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.
       

    • HISTORISCHE NIEDERLAGE
      SPD-Chef Schulz dachte am Wahlabend an Rücktritt
      Datum:
      29.09.2017 12:53 Uhr
      Auch nach der historischen Niederlage der SPD will der Vorsitzende Schulz Regie bei der Neuausrichtung der Partei führen. Im Dezember will er sich auf dem Parteitag wiederwählen lassen und dann eine Reformdebatte führen.

      ------------------------------------

      " Beim denken ist der Esel gestorben ! " ===> Portugiesischer Sprichwort !

      MARTIN SCHULZ schadet der SPD und schadet an Deutschland weil er nicht zurück treten will !!!

      Selbst andere Hohe Bessere Persönlichkeiten in der SPD als daß es Martin Schulz ist haben sich für den Rücktritt von Martin Schulz ausgesprochen !!!

      SCHADE DASS HELMUT SCHMIDT NICHT MEHR LEBT, denn selbst Helmut Schmidt hat die Regierung an Helmut Kohl abgegeben und nicht der deutsche Nation weitere auseinandersetzungen abverlangt !!!

      Und EX-Bundeskanzler Schröder äusserte sich gegen die Absage von Martin Schulz an die GroKo !

      OPPERMANN macht sich wichtiger als er wirklich ist und tanzt aus der reihe bei der SPD und setzt doch die GroKo unter Umständen für möglich ein !

      Bei der SPD hat man den KNALL noch nicht gehört als die SPD am 27.09.2017 bei 20,5% gefallen ist !!!

      ============>>> NEUWAHLEN HER, DANN FÄLLT DIE SPD UNTER DEN 15% damit Martin Schulz & Co endlich erkennt wie der Wähler solches verhalten bewertet !!!

      NUR WOHL DESWEGEN WILL SPD KEINE WEITERE NEUWAHLEN, wahrscheinlich haben Umfragen dieses bereits der SPD bestätigt !!!

      Und selbst AFD würde diesmal UNTER DEN 10% FALLEN !!!

      So sieht die nackte Wahrheiten in der deutsche Politik !!!

      Und am Wochenende kommt in Katalonien NEUE ZEICHEN AUF FÜR GANZ EUROPA !!!

      SCHAUT GANZ GENAU HIN DEUTSCHE UND EU-POLITIKER !!!

      Wach jetzt alle ???

    • Herr Schulz hat Recht ;
      „Es geht in den nächsten vier Jahren um nichts weniger als um die Existenz der deutschen, j der europäischen , ja der Sozialdemokratie des Universum`s !

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