Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

„Historische Sozialwissenschaft“ Geschichtsforscher Hans-Ulrich Wehler gestorben

Hans-Ulrich Wehler ist tot. Er war einer der wichtigsten Historiker Deutschlands, gilt als einer der Väter der „Historischen Sozialwissenschaft“. Außerhalb der Fachwelt wurde mit dem „Historiker-Streit“ von 1986 bekannt.
07.07.2014 - 15:10 Uhr Kommentieren
huGO-BildID: 38019946 ARCHIV - Der Historiker Hans-Ulrich Wehler in seinem Haus in Bielefeld. An der dortigen Uni lehrte er von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996. Quelle: dpa

huGO-BildID: 38019946 ARCHIV - Der Historiker Hans-Ulrich Wehler in seinem Haus in Bielefeld. An der dortigen Uni lehrte er von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996.

(Foto: dpa)

Berlin Hans-Ulrich Wehler, einer der wichtigsten Historiker Deutschlands, ist tot. Er sei am Samstag im Alter von 82 Jahren in Bielefeld gestorben, bestätigte Wehlers Freund und Kollege Jürgen Kocka am Sonntag der dpa. Der in Freudenberg bei Siegen geborene Wehler gilt als einer der Väter der „Historischen Sozialwissenschaft“. Außerhalb der Fachwelt wurde er in Westdeutschland einem breiteren Publikum mit dem „Historiker-Streit“ von 1986 bekannt. Auch zu aktuellen Themen äußerte er sich, verlangte etwa mehr Integration von Einwanderern, kritisierte große Einkommensunterschiede in Deutschland und forderte einen Mindestlohn.

Wehler lehrte von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1996 in Bielefeld. Dort baute er in den frühen 70ern die Geschichtsfakultät an der neugegründeten Universität mit auf. Wehler hatte außerdem Gastprofessuren an den US-Universitäten Harvard, Princeton und Stanford inne.

Im Jahr 2008 vollendete Wehler nach mehr als 25 Jahren sein Opus Magnum, die fünfbändige „Deutsche Gesellschaftsgeschichte“ über die Zeit von 1700 bis 1991 - ein Standardwerk der deutschen Geschichtsschreibung.

Im letzten Band geht er mit der DDR hart ins Gericht. Jener Staat sei „in jeder Hinsicht gescheitert“, und zwar von Beginn an, „mit der zentralen staatlichen Planwirtschaft und beim Umbau der Gesellschaft“.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Ein Klassiker ist zudem seine 1973 erschienene Analyse des Deutschen Kaiserreichs, die auch auf Italienisch, Japanisch, Englisch, Schwedisch und Koreanisch herauskam.

    In seinen Arbeiten ging Wehler stärker auf langfristige politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Strukturen und Prozesse als auf Menschen und Ereignisse ein. Kritiker warfen ihm das vor.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: „Historische Sozialwissenschaft“ - Geschichtsforscher Hans-Ulrich Wehler gestorben
    0 Kommentare zu "„Historische Sozialwissenschaft“: Geschichtsforscher Hans-Ulrich Wehler gestorben"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%