Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Hochschulen Übernahme von Stiftungsprofessuren – Rektoren fürchten die Folgekosten

In Deutschland gibt es wenige Stiftungsprofessuren. Diese Art der Professur wird wegen eines vermeintlichen Interessenkonfliktes kontrovers diskutiert.
Kommentieren
In Deutschland gibt es rund 800 Stiftungsprofessuren (Stand 2016) Quelle: dpa
Professuren

In Deutschland gibt es rund 800 Stiftungsprofessuren (Stand 2016)

(Foto: dpa)

BerlinKritiker betrachten Stiftungsprofessuren misstrauisch als trojanische Pferde der Industrie und als Bedrohung der unabhängigen Forschung. Hochschulpräsidenten und Rektoren sehen das anders: Die allermeisten schätzen die Zusatz-Professuren.

Mehr als drei Viertel von ihnen sehen keinerlei Interessenkonflikte, etwa bei der Wissensverwertung oder der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. Das zeigt das jüngste Hochschul-Barometer des Stifterverbandes der Wirtschaft für die Wissenschaft, für das jährlich alle Hochschulen befragt werden.

Als Problem sehen jedoch 80 Prozent der Rektoren und Präsidenten die finanzielle Bürde, wenn sie die gestifteten Professuren nach Ablauf der Stiftungsperiode von fünf, maximal zehn Jahren, selbst weiter finanzieren müssen. Das „Geschenk“ hat also einen Haken, zumindest zeitversetzt.

Das zweitgrößte Hindernis ist nach Ansicht der Rektoren die mangelnde Einbindung eines Stiftungsprofessors oder einer -professorin in die Struktur der Hochschule. Nur jeder zweite Stiftungsprofessor wird weiterbeschäftigt, wenn die Stiftung ausläuft.

Insgesamt gab es 2016 bundesweit 806 Stiftungsprofessuren – das sind gerade mal 1,7 Prozent aller Professuren. Die große Masse der so finanzierten Hochschullehrer, mehr als 500, ist an Universitäten tätig, also eher in der Grundlagen- als in der angewandten Forschung. 60 Prozent werden von Unternehmen, 40 Prozent von Stiftungen finanziert.

Die Stifter kostet eine Professur an einer Universität im Schnitt 148.000 Euro im Jahr, an den Fachhochschulen 112.000 und an privaten Hochschulen 108.000 Euro.

Die Hochschulen erhoffen sich von Stiftungsprofessuren mehr Ressourcen für die Forschung und die Entwicklung neuer Forschungsschwerpunkte. Ein Viertel der Hochschulleitungen bezweifelt jedoch, dass diese Ziele erreicht werden. Eindeutig erfüllt wird die Erwartung, dass Stiftungsprofessuren helfen, die Last der Lehre zu schultern.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Hochschulen - Übernahme von Stiftungsprofessuren – Rektoren fürchten die Folgekosten

0 Kommentare zu "Hochschulen: Übernahme von Stiftungsprofessuren – Rektoren fürchten die Folgekosten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.