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Hochschulförderung Entscheidung gefallen: Das sind Deutschlands „Exzellenzuniversitäten“

Beim Wettbewerb um den Titel „Exzellenz-Uni“ ging es nicht nur um das Prestige – sondern auch um viel Geld. Studentenvertreter üben scharfe Kritik.
Update: 19.07.2019 - 18:12 Uhr 1 Kommentar
Die Universitäten in Deutschland wollen ihren Ruf aufpolieren und den Eliteuniversitäten in den USA Konkurrenz machen. Quelle: Imago
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Die Universitäten in Deutschland wollen ihren Ruf aufpolieren und den Eliteuniversitäten in den USA Konkurrenz machen.

(Foto: Imago)

Stuttgart, Bonn Elf deutsche Universitäten und Universitätsverbünde dürfen künftig den begehrten Titel „Exzellenzuniversität“ tragen. Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik kürte am Freitag in Bonn nach einem langen Auswahlverfahren die besten Hochschulen, die sich jetzt auf viel Extra-Geld freuen können.

Denn der Titel „Exzellenzuniversität“ geht einher mit zusätzlichen staatlichen Fördergeldern in Millionenhöhe. In der Schlussrunde waren 19 Bewerber; insgesamt 17 einzelne Unis und zwei Verbünde mehrerer Hochschulen.

Davon hat die Jury, in der neben internationalen Experten die für Bildung und Forschung zuständigen Minister aus Bund und Ländern sitzen, folgende Universitäten beziehungsweise Verbünde ausgewählt:

  • Die Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen
  • der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität
  • die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • die Technische Universität Dresden
  • die Universität Hamburg
  • die Universität Heidelberg
  • das Karlsruher Institut für Technologie
  • die Universität Konstanz
  • die Ludwig-Maximilians-Universität München
  • die Technische Universität München
  • die Eberhard Karls Universität Tübingen

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, die Exzellenzuniversitäten seien herausragende Botschafter der Wissenschaft in Deutschland und der Welt und machten universitäre Spitzenforschung international sichtbarer. „Damit locken sie exzellente Wissenschaftler aus aller Welt nach Deutschland, um hier an den großen Zukunftsfragen zu forschen.“

Bei der Bekanntgabe in Bonn fügte Karliczek hinzu, das Geld für Hochschulen und Wissenschaft sei sehr gut angelegtes Geld. „Wir können in den kommenden Jahren herausragende Forschungsergebnisse erwarten, die (...) über Deutschland hinaus strahlen werden.“

Stimmen dagegen

Kritisch äußerten sich Oppositionspolitiker zur Kür der „Elite-Unis“. Auch die Universitäten, die nicht ausgewählt wurden, leisteten herausragende wissenschaftliche Arbeit und müssten diese ohne Abstriche und Reputationsverluste fortsetzen können, forderte Kai Gehring, Forschungspolitiker der Grünen.

Sein Kollege aus der FDP-Fraktion, Thomas Sattelberger, bemängelte, dass in den Flächenländern im Osten nur die TU Dresden zum Zug gekommen sei. „Alle anderen ostdeutschen Unis hatten von Anfang an keine Chance. Wir müssen dringend in den Forschungs- und Innovationsaufbruch Ost investieren.“

Die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Nicole Gohlke, kritisierte, dass durch den Exzellenzwettbewerb eine große Stärke des deutschen Hochschulwesens ausgehöhlt werde, nämlich seine „hohe Qualität in der Breite“.

Kurz vor Entscheidung, haben auch Studenten den Wettbewerb scharf kritisiert. In einer gemeinsamen Mitteilung von Studentenvertretungen verschiedener Universitätsstädte heißt es: „Einige Universitäten freuen sich über die zusätzlichen Mittel und den Titel, viele werden leer ausgehen“. Es sei Zeit, diesem sinnlosen Wettbewerb ein Ende zu setzen.

In Bonn entscheidet ein Gremium aus Politik und Wissenschaft an diesem Freitag, welche Hochschulen künftig den begehrten Titel „Exzellenzuniversität“ tragen dürfen. Er ist mit einer millionenschweren staatlichen Förderung verbunden. Die betreffenden Unis beziehungsweise Universitätsverbünde können sich auf zusätzliche 10 bis 28 Millionen Euro im Jahr freuen. Sie mussten dafür ein aufwendiges und langes Bewerbungsverfahren durchlaufen.

Studentenvertreter aus Berlin, Braunschweig, Dresden, Freiburg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Kiel und Tübingen - deren Hochschulen im Rennen sind - kritisieren in der Mitteilung, einige wenige Universitäten kämen nun in den Genuss einer massiven finanziellen Unterstützung, während der Rest mit enormen finanziellen Problemen kämpfen müsse. „Es entsteht ein Zwei-Klassen-System“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Image aufbessern

Praktisch bedeutet die Vergabe des Titels „Exzellenzuniversität“ folgendes: Ab 1. November dieses Jahres bekommen die betreffenden Unis mehr Geld. Die ausgewählten Hochschulen und Verbünde bekommen zusätzliche Fördergelder von jeweils 10 bis 28 Millionen Euro im Jahr. Drei Viertel davon kommen vom Bund und ein Viertel von den Bundesländern, in dem die Hochschulen ihren Sitz haben.

Gestartet wurde der Wettbewerb vor mehr als zehn Jahren, unter anderem um den internationalen Ruf und das Image der deutschen Unis aufzupolieren. Inzwischen gab es mehrere Runden. Der Exzellenzstatus wurde den Hochschulen dabei jeweils befristet verliehen. Das ändert sich jetzt. Die gekürten Hochschulen können den Titel dauerhaft tragen, müssen aber alle sieben Jahre nachweisen, dass sie die entsprechenden Förderbedingungen noch erfüllen.

Im Bewerbungsverfahren mussten die Universitäten ausführlich begründen, warum sie künftig „Exzellenzuni“ genannt werden wollen. Internationale Gutachter besuchten die Hochschulen, die auch detailliert darlegen mussten, wofür sie das zusätzliche Geld ausgeben wollen.

Mehr: 47 deutsche Unis bekommen insgesamt 2,7 Milliarden für neue Forschungscluster. Doch von der Weltspitze sind Unis hierzulande noch ein gutes Stück entfernt.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Hochschulförderung: Entscheidung gefallen: Das sind Deutschlands „Exzellenzuniversitäten“"

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  • Die Förderung von bäuerlichen Betrieben ist in der EU um ein Vielfaches höher als das der Unis.

    So kann Deutschlands Wohlstand nicht erhalten werden.

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