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Hochschulstart In Berlin sind Studienplätze für Ingenieure besonders knapp

Immer weniger Studiengänge haben einen NC – fast 60 Prozent sind frei zugänglich. Die Unterschiede zwischen den Ländern, Hochschulen und Fächern sind allerdings gewaltig. 
08.07.2020 - 11:05 Uhr Kommentieren
Die besten Chancen auf einen Studienplatz in Hochschulstädten mit mehr als 40.000 Studierenden haben Bewerber in Gießen. Quelle: dpa
Studierende im Hörsaal

Die besten Chancen auf einen Studienplatz in Hochschulstädten mit mehr als 40.000 Studierenden haben Bewerber in Gießen.

(Foto: dpa)

Berlin Sie möchten im Herbst ein Ingenieurstudium beginnen und haben kein Einserabitur? Dann versuchen Sie es an einer Hochschule in Ostdeutschland, dort haben die wenigsten Studiengänge einen Numerus clausus (NC). Auch in NRW ist nur für ein Viertel der Ingenieurfächer der Zugang beschränkt – und selbst in Bayern nur ein gutes Drittel.

Schlecht sieht es hingegen in Baden-Württemberg aus: Hier gilt in 60 Prozent aller Technik-Disziplinen ein NC. Noch enger ist der Flaschenhals nur im Saarland (68 Prozent) und in der bei Studenten so beliebten Hauptstadt Berlin mit 72 Prozent. Das zeigt der neue „Numerus-clausus-Check“ des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, für den die Daten aus 20.400 Studiengängen erhoben wurden.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht dennoch keinen Grund zur Sorge. Denn „wer örtlich flexibel ist, sollte keine Probleme haben, einen Studienplatz in den Ingenieurwissenschaften zu finden“, empfiehlt die Bildungsexpertin des Verbands, Franziska Seimys. Häufig berichteten vor allem kleinere Hochschulen auf dem Land sogar von Problemen, ausreichend Anfänger zu gewinnen.

Es sei auch nicht so, dass es zu wenig Studienplätze für Ingenieure gebe, so Seimys, denn die Zahl der Anfänger in Maschinenbau und Elektrotechnik habe zuletzt demografisch bedingt abgenommen. Auch gebe es keinen deutschlandweiten Ingenieurmangel.

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Standort erkennen

    Zudem müsse man ohnehin die Folgen der Pandemie abwarten. „Erste Umfragen zeigen, dass es gerade Hochschulabsolventen vorerst schwieriger haben dürften“, sagte die VDMA-Expertin.

    Generell sind die Tore der Hochschulen nach der CHE-Studie wieder etwas weiter geöffnet als in den Vorjahren: Von allen Studiengängen sind noch gut 40 Prozent zulassungsbeschränkt. Im Winter 2017/18 waren es noch 42,4. 

    Hintergrund dürfte einerseits die rückläufige Zahl der Schulabgänger sein, andererseits aber auch der leichte Trend weg vom Studium, den der jüngste nationale Bildungsbericht feststellte.  

    „Viele Studieninteressierte haben in diesem Jahr unter den außergewöhnlichen Abiturbedingungen angesichts von Corona gelitten. Dass für knapp 60 Prozent aller Studiengänge die Abiturnote keine Rolle spielt, ist da sicher eine gute und beruhigende Nachricht“, sagte CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele. Positiv sei auch, dass gerade in den bei Erstsemestern beliebten Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen die Quote der NC-Fächer gesunken ist. 

    Blick über den Tellerrand

    Dennoch sind in Berlin und Hamburg – und im Saarland – noch immer zwei von drei Studiengängen begrenzt, das ist bundesweit Rekord. In Thüringen hingegen haben Studieninteressierte die geringsten NC-Hürden. Hier findet lediglich bei jedem fünften Studiengang eine Auswahl unter den Bewerbern statt.

    Auffallend sind die unterschiedlichen Entwicklungen in den Ländern, schreiben die CHE-Autoren: Während Bremen und Niedersachsen ihre NC-Quoten deutlich senken konnten, stiegen sie im Saarland kräftig an. 

    Im Städte-Vergleich zeigen sich weiter recht deutliche Unterschiede. Die besten Chancen auf einen Studienplatz in Hochschulstädten mit mehr als 40.000 Studierenden haben Bewerber in Gießen. Hier können sich Erstsemester in vier von fünf Studiengängen ohne weitere Verfahren oder Tests einschreiben. Den Höchstwert erreichten Leipzig und Saarbrücken, wo rund zwei Drittel aller Studiengänge (65 Prozent) NC-beschränkt sind.

    „Es lohnt sich für Studieninteressierte immer, den Blick über den Tellerrand beziehungsweise die Grenze des Bundeslands zu weiten. Oft gibt es gleichwertige Alternativen ohne Numerus clausus sogar an benachbarten Hochschulen“, rät Studienautor Cort-Denis Hachmeister. So liege etwa in Saarbrücken die NC-Quote bei rund 65 Prozent, in den rund 60 Kilometer entfernten Städten Trier und Kaiserslautern jedoch nur bei acht Prozent. 

    Numerus-clausus-Quote variiert stark

    Auch je nach Fach, Hochschultyp und Abschlussart variiert die Numerus-clausus-Quote stark: In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist bundesweit etwa jeder zweite Studiengang zulassungsbeschränkt. In Mathematik und den Naturwissenschaften stehen dagegen mehr als 60 Prozent der Angebote allen Erstsemestern unabhängig von ihrer Abiturnote offen.

    Studiengänge an Universitäten sind etwas leichter zugänglich als die an Fachhochschulen. Für die über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) zentral vergebenen Plätze für Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie endet die Bewerbungsfrist dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausnahmsweise erst zum 20. August.

    Das Bewerbungsportal ist seit dem 1. Juli geöffnet. Auch für zulassungsfreie beziehungsweise örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge verlängern die Hochschulen zum Teil die Bewerbungs- und Einschreibefristen. Vorlesungsbeginn für Studienanfänger soll in diesem Winter erst der 2. November sein.

    Der NC ist übrigens anders, als viele denken, nicht die Schwellen-Note. Die Hochschulen beantragen eine Zugangsbeschränkung bei den Landesministern, wenn sie aufgrund der Vorjahre zu viele Bewerber erwarten. 

    Über eine komplizierte Formel wird dann berechnet, wie viele Studenten sie mindestens aufnehmen müssen – das ist der Numerus clausus (lateinisch für „beschränkte Anzahl“). Daraus ergibt sich eine Note, mit der man gerade noch zugelassen wird. 

    Mehr: Abitur und Studium haben an Attraktivität verloren – und das ist gut so

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