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Hochwasser Wo hat es gehakt? Katastrophenschutzamt veröffentlicht Chronik der Warnmeldungen

An die Warn-App „Nina“, Radio- und Fernsehsender wurden in der Unwetterwoche 280 Meldungen verschickt. Aber keine einzige aus dem Landkreis Ahrweiler.
22.07.2021 - 19:00 Uhr Kommentieren
„Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen.“ Quelle: dpa
Oberster Katastrophenschützer Armin Schuster

„Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen.“

(Foto: dpa)

Berlin Das nach den verheerenden Unwettern mit mehr als 170 Toten in die Kritik geratene Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geht in die Offensive. Auf ihrer Homepage hat die Bonner Behörde eine Chronik aller 280 Warnmeldungen, Aktualisierungen und Entwarnungen veröffentlicht, die vom 12. bis zum 19. Juli über das sogenannte Modulare Warnsystem (Mowas) verschickt wurden.

Es geht dabei um Meldungen, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie Behörden der Länder, Kreise und Kommunen eigenverantwortlich verschickt haben und die über Mowas an die „Nina“-App und andere Warn-Apps, Rundfunk- und Fernsehstationen, Fahrgastinformationssysteme oder Stadtinformationstafeln verteilt werden.

Für das besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffene Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt 19 Meldungen. Die Chronik liest sich so:

Am Mittwoch, den 14. Juli um 19.01 Uhr warnt der Landkreis Trier-Saarburg vor Starkregen, schnell steigenden Flusspegeln und Hochwassergefahr. Die Bürger werden aufgefordert, Sicherungsmaßnahmen an Gebäuden zu treffen, ansonsten ihre Wohnungen nicht zu verlassen und auf Durchsagen zu achten. Zu den Handlungsempfehlungen zählen, nicht in Keller oder Tiefgaragen zu gehen, die Nähe von Gewässern zu meiden und nicht durch überflutete Straßen zu fahren.

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    Warnung vor Überflutung und schnellen Wassermassen

    Um 20.50 Uhr folgt eine Meldung für den Eifelkreis Bitburg-Prüm mit der Warnung vor Überflutungen und schnellen Wassermassen. Brücken über den Fluss Prüm sollen nicht mehr benutzt werden. Um 22.27 Uhr wird die Warnung um den Hinweis ergänzt, dass im Eifelkreis der Katastrophenfall ausgerufen wurde und am nächsten Tag die Schulen und Kitas geschlossen bleiben. Erneut wird davor gewarnt, Keller oder Tiefgaragen zu betreten oder Autofahrten zu unternehmen.

    Am Donnerstagfrüh um 01.05 Uhr kommt die Meldung, dass in der Gemeinde Kordel das Seniorenheim und angrenzende überflutungsgefährdete Häuser evakuiert werden. Um 03.32 Uhr geht die Warnung raus, dass es in der Verbandsgemeinde Trier-Land Probleme mit der Wasserversorgung gibt. Die Bürger werden aufgefordert, sparsam mit Trinkwasser umzugehen.

    Um 04.41 Uhr meldet das BBK, dass in der Verbandsgemeinde Prüm die Notrufnummern ausgefallen sind. Die Bürger werden aufgerufen, sich in den Medien zu informieren, beispielsweise im Lokalradio. Um 06.56 Uhr am Donnerstagfrüh heißt es, dass etliche Straßen und Brücken im Eifelkreis nicht sicher befahrbar seien und es immer noch zu gefährlichen Behinderungen komme. Autofahrten sollen weiter vermieden werden.

    Um 09.16 Uhr werden Stromausfälle vermeldet, die auch Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung haben. Die Bürger werden aufgefordert „mit dem vorhandenen Wasser sparsam umzugehen und Reinigungsarbeiten bis zur Entwarnung von offizieller Stelle zu unterlassen“.

    Mehr zum Thema:

    Ab Donnerstag um 15.30 Uhr gehen dann nach und nach die Entwarnungen ein, zunächst für die ausgefallenen Notrufnummern in Prüm. Am Freitag, den 16. Juli um 17.59 Uhr wird die Unwetterwarnung für den Landkreis Trier-Saarburg aufgehoben. Die letzte Meldung im betreffenden Zeitraum gibt Entwarnung, dass die Probleme mit der Trinkwasserversorgung in Trier-Land behoben sind.

    Auffällig ist, dass keine einzige Meldung aus dem besonders betroffenen Landkreis Ahrweiler einging, in dem die schwer zerstörten Ortschaften Schuld und Mayschoß liegen. „Wir sind ja gewissermaßen wie die Post: Ob da am Ende ein Päckchen ankommt, hängt davon ab, ob am Anfang jemand ein Päckchen aufgegeben hat“, sagte Miriam Haritz, Abteilungsleiterin des Krisenmanagements beim BBK, dem ZDF. „Wenn Sie sehen, dass da aus einem Landkreis keine Meldungen vorliegen, dann bedeutet das, dass aus diesem Landkreis auch nichts geschickt wurde.“

    BBK-Präsident Armin Schuster hatte nach Kritik an seiner Behörde gegenüber dem Deutschlandfunk betont: „Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen, sondern: Wie sensibel reagieren Behörden und Bevölkerung auf diese Warnungen?“

    Mehr: „Die Warninfrastruktur ist nicht unser Problem gewesen“ – Deutschlands oberster Katastrophenschützer verteidigt sich

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