Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Höhenflug der Piraten Geschäftsführerin warnt vor Überforderung ihrer Partei

So langsam wird den Piraten ihr eigener Erfolg unheimlich. Geschäftsführerin Marina Weisband sieht ihre Partei vor gewaltigen Herausforderungen - denn bislang hätten die Piraten das Programm einer Zwei-Prozent-Partei.
Update: 04.04.2012 - 07:15 Uhr 21 Kommentare
Marina Weisband, Geschäftsführerin der Piratenpartei. Quelle: Reuters

Marina Weisband, Geschäftsführerin der Piratenpartei.

(Foto: Reuters)

Berlin/DüsseldorfPiratenpartei-Geschäftsführerin Marina Weisband sieht im schnellen Erfolg ihrer Partei auch Gefahren. Das Tempo des Wachstums könne die Partei überfordern, sagte Weisband der „Berliner Zeitung“.

„Wir haben das Geld einer 0,2-Prozent-Partei, Programm und Struktur einer 2-Prozent-Partei - aber an uns werden die Erwartungen einer 12-Prozent-Partei gestellt“, sagte Weisband angesichts des neuen Umfrage-Ergebnisses von bundesweit zwölf Prozent für ihre Partei.

Das Geheimnis der Piraten: Ihr „Kapitän“ erklärt

„Anscheinend treffen wir einen Nerv und werden gebraucht“, erklärte Weisband. Also müsse sich die Partei jetzt schnell entwickeln. Bisher habe das immer geklappt. Die Partei sei optimistisch und setze weiter auf Themen wie Freiheit im Internet, direkte Demokratie und Bürgerrechtsschutz auch im Netzzeitalter.

Die Piratenpartei will aber zudem auf mehr politischen Gebieten konkrete Konzepte entwickeln. „Wir müssen jetzt noch stärker als vorher darauf achten, dass wir grundsätzliche Positionen auch zu neuen Themen verabschieden“, sagte der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, der „Rheinischen Post“.

Der bundesweite Langzeittrend konstant über fünf Prozent seit der Wahl in Berlin zeige, dass die Arbeitsweise der Piratenpartei und ihr Verständnis von offener Politik bei den Menschen ankämen, fügte er hinzu.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Forsa-„Wahltrend“ von „Stern“ und RTL kletterte die Piratenpartei zuletzt im Vergleich zur Vorwoche um fünf Punkte auf zwölf Prozent - das ist der beste Wert seit der Parteigründung im September 2006. Bei der Landtagswahl im Saarland hatten die Piraten 7,4 der Stimmen erreicht. In das Berliner Abgeordnetenhaus zog die Partei 2011 mit 15 Sitzen ein.

Wo die Piraten die Gefahren des Internet verorten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Höhenflug der Piraten - Geschäftsführerin warnt vor Überforderung ihrer Partei

21 Kommentare zu "Höhenflug der Piraten: Geschäftsführerin warnt vor Überforderung ihrer Partei"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ist schon komisch. niemand kann auf der welt die piraten stoppen. sei es am horn von afrika oder hier in deutschland. hauptsache die piraten werden keine freibeute im dienste der finanzmafia. dann können sie meinetwegen auch den bundestag aufmischen.

  • Der bundesweite Langzeittrend konstant über fünf Prozent seit der Wahl in Berlin zeige, dass die Arbeitsweise der Piratenpartei und ihr Verständnis von offener Politik bei den Menschen ankämen, fügte er hinzu.
    -----------------------
    das sehe ich noch nicht ganz so.
    Derzeit wählt die Mehrheit die Piraten aus Protest gegen die etablierten Parteien.
    Und dann wird man sehen müssen, ob sie wirklich so liberal sind wie sie sagen, oder ob sie doch nur wieder eine weitere linke Partei sind.
    Dann dürfte es mit der Zustimmung auch schnell wieder vorbei sein

  • @Erklaerbaer

    "China ist sehr wohl ein dem Kapitalismus ähnliches System, allerdings ein vom Staat gelenktes."

    Ein wesentliches Merkmal des Kapitalismus ist jedoch die Privatwirtschaft und die kann es eben nur in einem freien und damit auch demokratischen System geben. China wir in nicht allzuferner Zukunft eh entweder demokratisch oder untergehen ...

  • @Erklaerbaer
    "Das Gegenteil von Sozialismus ist nämlich nicht Kapitalismus, sondern Freiheit. In ihrer perfekten Form bedingen Freiheit und Kapitalismus einander".
    Mir ist nicht klar, was Sie mit "perfecten Form" meinen. Der freiheitlichste Form des Kapitalismus gab es schon mal. Man nennt ihn Manchester-Kapitalismus und dessen Folge war verheerend. Hoffentlich ist die Welt heute weiter.

  • netshadow
    "...Es besteht aber inzwischen eine weite Diskrepanz zwischen Kunst und Kommerz...."
    _______________

    Natürlich wäre es interessant aus Ihrer Feder zu lesen, wie denn genau diese Diskrepanz aussehen könnte Ihrer Auffassung nach. Das würde Ihren Standpunkt sicherlich verdeutlichen können.

  • Die Piraten dürfen nicht den Fehler machen, jetzt wie eine "normale" Partei sein zu wollen. Oberstes Leitlinie müssen die Stärkung basisdemokratischer Elemente und Offenheit aller Entscheidungen sein.

  • wir leben nicht im kapitalismus, sondern im finanzlobbyfaschismus. kapitalismus kann nur funktionieren, wenn große banken genauso untergehen können wie kleine banken. aber da die großen angeblich systemrelevant sind, hat man die einfachen regeln des kapitalismus ausgehebelt. und frei sind wir doch auch nicht. durch sinnlose maßnahmen gegen das geringe problem der terrorbedrohung wurden menschenrechte eingeschränkt und eher eine art staatsterrorismus in form von gängelung und übertriebener übervorsorge durch den polizeiapparat hervorgerufen. somit sind wir wieder näher am polizeistaat eudssr dran, anstatt ein freies liberales wirkliches marktwirtschaftliches europa zu haben.

  • @Bastian:

    Das ist auch nur fast richtig.

    China ist von der marx'schen Definition des Kommunismus genauso weit entfernt wie jeder andere Staat, der diese Theorie bisher als Schild vor sich her getragen hat. Sozialismus ist die herrschende Realität in China.

    China ist sehr wohl ein dem Kapitalismus ähnliches System, allerdings ein vom Staat gelenktes.

    Das Gegenteil von Sozialismus ist nämlich nicht Kapitalismus, sondern Freiheit. In ihrer perfekten Form bedingen Freiheit und Kapitalismus einander.

  • Ein Markenrechtler tut auch nur das wofür er bezahlt wird. Der Preis ist allerdings eine andere Frage. Definiert man Preis nur monetär, sind die erforderlichen Überwachungsszenarien nur logisch. Es besteht aber inzwischen eine weite Diskrepanz zwischen Kunst und Kommerz. Die Kunst eine Datenautobahn und deren Tankstellen so zu kontrollieren, das jeder, der auch nur die Autobahntoilette aufsucht ein potentieller Räuber sein soll, kann man auch als Verdienst betrachten. Bin mal gespannt wann das jemand zum Patent anmeldet.
    Die Piraten haben u. a. auch einen solchen Zulauf, weil aktive Netzbenutzer nicht automatisch als Netzbeschmutzer gelten wollen, und diese Gedanken- und Gesinnungskontrollen im Namen einer Verwertungsindustrie "dick" haben. Es sind mit einem weltweiten Netz andere "Denken" entstanden, andere Ideen, andere Formen des Zusammenlebens, eben damit auch andere Formen der Meinungsbildung und Teilhabe. Diesen Dingen werden die Piraten gerecht(er). Netzaktivisten verstehen sich anders, direkter, wirklich durchsichtiger, man versteht sich, hat mehr Zeit seine Standpunkte klar zu machen. Man schreibt mehr. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf das eigene Leben.
    Diesen veränderten Kommunikationsbedingungen, und den veränderten Weltbildern, kann von den bestehenden Parteistrukturen keiner gerecht werden. Parteien die Internet nur als rechtlich modellierbare, abmahnfähige Homepage verstehen, haben das ganze Netz, inkl. deren Nutzern und gesellschaftliche Möglichkeiten nicht kapiert.
    Stattdessen versucht die Wirtschaft, allen voran die kommerzielle Gedankenschutztruppe, eine Gut und Böse Geschichte zu implementieren, frei nach Wilhelm Busch.
    Die Bösen ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen.
    Das funktioniert mit einer vernetzten, kreativen Gesellschaft eben nicht mehr.

  • Die Piraten sind eine Idee deren Zeit gekommen ist.

    Rot Grün wird durch sie verhindert werden und die Piraten werden erst einmal Zeit in der Opposition haben um sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Wichtig ist die Basisdemokratie, die bedingungslose Politik für den Bürger nie zu verlassen.

    Die grösste Partei ist die der Nichtwähler, die meißten davon würden wählen gehen aber haben es satt der CDUFDPSPDGRÜNEN Partei einen Persilschein für deren Lobbypolitik (=Korruption) auszustellen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote