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Hohe Kosten für soziale Absicherung unterschätzt Rund die Hälfte der Ich-AG-Abbrecher wieder arbeitslos

Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern landet rund die Hälfte der Ich-AG-Abbrecher wieder in Arbeitslosigkeit. Ein Drittel habe eine feste Anstellung gefunden. 4,5 % hätten sich für eine andere, nicht geförderte selbstständige Existenz entschieden, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Stichproben- Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die 2003 eingeführte Ich-AG ist Bestandteil der Hartz-Arbeitsmarktreform.

HB NÜRNBERG. 57 % der jungen Ich-AG-Abbrecher scheiterten an Auftragsmangel, 48 % an Finanzierungsengpässen. Rund ein Fünftel der 643 befragten früheren Ich-AG-Betreiber gaben an, sie hätten die Kosten für die soziale Absicherung unterschätzt. In 16,5 % der Fälle räumten die Betroffenen ein, ihre Unternehmensidee sei unrealistisch gewesen. Die 643 befragten ehemaligen Ich-AG-Betreiber hatten bei der Befragung mehrere Ursachen nennen können.

Bis zum Jahresende 2004 hatten nach IAB-Feststellung noch rund 220 000 der seit Anfang 2003 gegründeten 268 000 Ich-AGs bestanden. Diese Zahlen hätten aber nur eine begrenzte Aussagekraft, da davon auszugehen sei, dass ein Teil der Ich-AG-Betreiber zum Jahresanfang ihren stets auf ein Jahr befristeten Förderantrag erst mit Verspätung erneuerten. Auch dürften manche Ich-AGler auf eine weitere Förderung verzichtet haben, weil sie über die zulässige Verdienstgrenze von 25 000 € Jahreseinkommen gekommen seien, betonte ein Sprecher des zur Bundesagentur für Arbeit (BA) gehörenden Instituts.

Die Vizevorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Thea Dückert, meinte mit Blick auf die Ergebnisse, ein Scheitern des Modells lasse sich daraus nicht herauslesen. Immerhin seien 82 % der Ich-AG-Betreiber noch nach einem Jahr erfolgreich. „Eine Erfolgsgarantie kann es in der Marktwirtschaft nicht geben.“

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