IAB-Betriebsbefragung Zahl der offenen Stellen erreicht Rekordwert

Die Zahl der offenen Stellen ist so hoch wie noch nie. Ein Sektor sorgte für Auftrieb in der Personalnachfrage.
10 Kommentare
Am stärksten stieg die Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor. Quelle: dpa
IAB-Betriebsbefragung

Am stärksten stieg die Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor.

(Foto: dpa)

BerlinDer Aufschwung schafft so viele freie Stellen in Deutschland wie noch nie. Im vierten Quartal 2017 gab es 1,183 Millionen Jobangebote, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. Das sind 128.000 mehr als ein Jahr zuvor und 85.000 mehr als im Vorquartal. „Am stärksten stieg die Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor“, sagte IAB-Experte Alexander Kubis.

Die Industrie verzeichnete rund 161.000 offene Stellen und damit 35 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im Bausektor gab es ein Plus von 24 Prozent auf rund 98.000 Jobangebote.

Mit 194 Arbeitslosen je 100 offenen Stellen in Westdeutschland und 225 Arbeitslosen je 100 Stellen in Ostdeutschland wurde in beiden Landesteilen der niedrigste Wert seit 25 Jahren erreicht. „Die Zahlen zeigen verbesserte Arbeitsmarktchancen für Bewerber, bedeuten aber auch steigende Herausforderungen für die Arbeitgeber bei der Personalrekrutierung“, betonte Kubis.

Das Ifo-Institut rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent, das Institut für Weltwirtschaft (IfW) mit 2,5 Prozent. Beides wären die größten Anstiege seit 2011. Durch den Boom sollen den Ifo-Prognosen zufolge 2019 rund 45,2 Millionen Frauen und Männer in Lohn und Brot stehen – so viele wie noch nie und 900.000 mehr als 2017.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

10 Kommentare zu "IAB-Betriebsbefragung: Zahl der offenen Stellen erreicht Rekordwert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zumindest für den Bausektor kann ich sagen, das dieses Desaster voraus zu sehen war.

    Fast 1 1/2 Jahrzehnte ging es mit dem Bausektor bergab. Die Folge ist, dass weder in den Universitäten noch in den ausbildenden Betrieben ausreichend Nachwuchs heran gezogen wurde, um die Angestellten und Arbeiter zu ersetzen, die jetzt so langsam in Rente gehen. Und wenn ich mir ansehe, dass nun für die geburtenstarken Jahrgänge so langsam der Ruhestand kommt, sehr ich für die kommenden 10 -15 Jahre da kein Land.

    Der Nachholbedarf im Ausbau und in der Sanierung der Infrastruktur besonders im Westen Deutschlands ist riesig. Das Geld ist da. (NRW gibt regelmäßig Mittel zurück) Das erforderliche Personal zur Realisierung schlicht nicht vorhanden.

  • Das könnte daran liegen das dort nur noch BWL Fritzen sitzen die von der Materie null Ahnung haben egal ob Flugzeugbau Lokomotivbau Fahrzeugbau
    alles nur universitäre Schreibtischtäter mit rücksichtslosen Karrieroptionen auf Kosten von Leiharbeitern und ohne jemals mit eigenem vermögen dafür Haftbar gemacht werden zu können wie blind sie wirklich jeden Tag arbeiten - Frau Dr Merkel und der Oberstudienrat Gabriel sind ja beste Vorbilder

  • Sehr richtig Herr Probst
    Betriebsblindheit gerade bei den Konzernen wie Airbus Lufthansa Deutsche Bahn Volkswagen und so und so weiter

  • @Probst

    schöner Aufsatz, war mir aber leider zu lang, habe nur die ersten Zeilen gelesen, aber die waren super.


  • die Unternehmen haben immer noch zu hohe Erwartungen und wollen selbst so gut wie nichts zur besseren Qualifizierung beitragen- wenn es Gehaltsfragen geht wird eines der am stärksten nachgefragten Berufsbilder wie z.B. immer noch vergelichsweise unterbezahlt angesichts der Verantwortung und Arbeitszeiten- deswegen haben auch nur wenige Interesse an diesem zukunftsträchtigen Berufsbild- bei staatlichen Institutionen gibt es gutes Geld, wenig Arbeit und eight to five jobs mit wenig Stress- Flinten Uschis erste Massnahme war dann ja auch das die Streitkräfte "familienfreundlichere" Arbeitszeiten bekommen sollen- so sitzen bei unseren Beamten die Prioritäten!
    Gute Nacht Deutschland du schafftst dich ab!

  • Grundsätzlich gebe ich Hr. Schäfer recht, allerdings sind ältere Arbeitnehmer nicht dumm oder doof. Ich gehöre zu den älteren Arbeitnehmer die es in den Firmen kaum aushalten.
    Bin ich besser qualifiziert und deutlich moderner aufgestellt als die meisten Mitarbeiter in den Firmen. Das Problem ist in den Firmen die gigantische Betriebsblindheit und die zieht sich von oben nach unten durch. Dies ist oftmals der Grund warum solche Leute wie ich ins Ausland streben. In den Firmen sitzen die Kleingeister und klammern sich fest, was für viele Firmenchefs als Loyalität gewertet wird. Es ist aber einem Mangel an Entwicklung geschuldet, was wiederum zu einer Bekämpfung der wertvollen Ressourcen führt. Zu dem kommt noch, dass die Firmen händeringend suchen, richtig gelesen Händeringend. Suchen und greifen kann man nur mit der offenen Hand. Die Fähigkeit zum Denken ist den Firmen abhanden gekommen. Noch etwas, nicht nur den Firmen fehlt es an Verstand. So habe ich gerade gelesen, eine Frau Bär, will die Grundschüler programmieren lassen. Hierzu treffe ich folgende Aussage: Als Programmierer muss man Denken können, nicht programmieren. Dieser Unverstand ist in Deutschland systemisch, man will die Räder an ein Fahrzeug montieren ohne, dass irgendwas etwas von dem Fahrzeug existiert, natürlich somit auch ohne Achse. Weniger IQ geht gar nicht und auch das ist systemisch. Hier hilft es auch nicht ältere Arbeitnehmer einzustellen, die wissen um solche Dinge. Nicht umsonst wollen alle schnellst möglich in Rente. Diese Leute sagen ich habe den M.... lange genug mitgemacht und wer nicht aus dem System raus kommt? Der verweigert oder sucht sein Glück wo anders. Ich spreche hier nicht nur von mir, sondern von nahezu allen in meinem Bekanntenkreis in Rente oder nicht.


  • @ Herr Peter Spiegel

    q.e.d. (quod erat demonstrandum; was zu beweisen war)


  • Wer gestern "hartaberfair" verfolgt hat, kommt zu dem Schluß, kürzt "Hartz 4" für junge, gesunde, jedoch arbeitsscheue Deutsche um 50 % und schon gibt es keine offenen Stellen mehr!

  • Auf mich können die lange warten

  • Ich bleibe dabei, viele Unternehmen müssen endlich bereit sein, ältere qualifizierte Bewerber einzuarbeiten.
    Kaum jemand kann sofort die bereits aufgelaufene Arbeit einfach sofort wegzaubern. Ja, Einarbeitung bindet für eine gewisse Zeit das knapp vorhandene Personal. Diesen Mut müssen die Unternehmen aufbringen.
    Wann endlich gibt es echte Chancen für qualifizierte und motivierte 50+ Bewerber? Notfalls Teilzeit und/oder befristet, ohne die sonst üblichen Extras.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%