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„Ich hab den Kaffee auf“ Nazi-Brandbrief von Chef-Piratin Weisband

Seit einem gescheiterten Ausschlussverfahren diskutieren die Piraten über den Umgang mit Rechten in ihrer Partei. Der Geschäftsführerin platzte jetzt der Kragen: Sie schrieb einen Brandbrief an ihre Parteifreunde.
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Die politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband: „Habe den Kaffee auf.“ Quelle: dpa

Die politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband: „Habe den Kaffee auf.“

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es sind deutliche Worte, die Marina Weisband der Piratenpartei ins Stammbuch schreibt. „Ich hab den Kaffee auf“, schreibt die politische Geschäftsführerin im parteieigenen Piraten-Wiki. „Unsere Ideen versinken in lauter Müll und Dreck.“ Was Weisband umtreibt, ist eine Debatte, die derzeit die gesamte Partei in Aufruhr versetzt: Es geht darum, ob die Piratenpartei ein Nazi-Problem hat. Sie versuche unter hohem Termindruck, die Ideen der Piraten an die Menschen zu vermitteln, werde aber „immer wieder nach den Rechten in unserer Partei gefragt“, klagt Weisband und fügt hinzu: „Ich bin es leid, diese Debatte zu führen, die eigentlich keine sein sollte.“

Treffen mit dem unbekannten Wesen

Am Dienstag war ein Ausschlussverfahren gegen das Parteimitglied Bodo Thiesen gescheitert. Thiesen hatte Parteiangaben zufolge den Satz geäußert: „Wenn Polen Deutschland den Krieg erklärt hat (und das hat Polen indirekt durch die Generalmobilmachung), dann hatte Deutschland jede Legitimation, Polen anzugreifen.“ Der Parteivorstand leitete ein Ausschlussverfahren gegen Thiesen ein, scheiterte damit jedoch vor dem Bundesschiedsgericht der Partei. Begründung: Für seine Äußerung aus dem Jahr 2008 sei Thiesen bereits mit einer Rüge bestraft worden. Seither tobt in der Partei eine heftige Debatte – und der politische Gegner reibt sich die Hände.

Für Weisband ist ein großer Teil der Aufregung den Wahlkämpfen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein geschuldet. Allerdings würden auch die Piraten selbst durch unglückliche Äußerungen die Debatte befeuern, kritisiert die Geschäftsführerin. „Einige schaffen es nicht, sich ohne Relativierungen einfach klar von solchem Gedankengut zu distanzieren“, moniert sie in ihrem Schreiben. „Einige verweisen gar auf die Meinungsfreiheit.“ Für Weisband ist das kein Argument. „Meinungsfreiheit ist ein Gut der Gesellschaft“, schreibt sie. Der Staat müsse es ertragen, wenn Rechte sich mit Äußerungen am Rande der Legalität profilierten, die Piratenpartei nicht. „Eine Partei muss nicht alles dulden, was der Staat duldet“, so die Psychologie-Studentin aus Münster.

Da Parteiausschlussverfahren aus juristischen Gründen häufig schwierig seien, appelliert Weisband an ihre Partei, politisch gegen rechte Meinungen vorzugehen. „Die Verbreiter dieser Meinungen und Lügen dürfen nicht auf Veranstaltungen eingeladen werden, keine Ämter bekommen, nicht für die Piraten sprechen“, verlangt die Geschäftsführerin, die auf dem Bundesparteitag in der kommenden Woche nicht erneut kandidieren wird. „Ich fordere dazu auf, dass jeder Pirat sich deutlich, ohne Relativierung, distanziert von - Rassismus - Nationalsozialismus - Geschichtsrevisionismus - Antisemitismus - Islamophobie - Homophobie - Sexismus - und jedem weiteren Weltbild, das Menschengruppen ausgrenzt oder verachtet“, schreibt Weisband.

Wirkliche Rechte in der Piratenpartei könne man an einer Hand abzählen, schreibt die Geschäftsführerin abschließend. Aber Menschen, die sich darüber keine Gedanken gemacht hätten, gebe es leider sehr viele.

B

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94 Kommentare zu "„Ich hab den Kaffee auf“: Nazi-Brandbrief von Chef-Piratin Weisband"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • zu dumm zum lesen, Thema verfehlt, setzen 6 !
    Over and out !

  • Sven,

    "was man in Deutschland glauben muss"

    Sie müssen gar nichts "glauben", aber wenn Sie "wissen" wollen, sollten Sie die _Fakten_ akkzeptieren lernen. Ihr Satz da oben spricht aber von einer geradezu unterirdischen Verblödung und ich sollte hier noch mal meine zwei Lieblingswitze erzählen.

    Bei Gelegenheit ...

    Was Sie nicht verstanden haben: Sie sind ich vor 30 Jahren. Da ghatte ich "Die Insider" gelesen, stolperte über "Hitler & The Age Of Horus" von Gerald Suster und habe in der Folge meinen Prof. damit überrumpelt, daß ich ihn - der jeden SS Offizier im Ort mit Namen und Adresse kannte und auch glaubte, er wisse alles, mit meiner kleinen Hausarbeit ein wenig aus der Facon gebracht.

    Das Thema wird seit den 90ern allerdings auch allgemein zur kenntnis genommen. Ihre Kalenderblattweisheiten über Prescott Bush dienen allerdings der "Geschichtswissenschaft" noch heute als Treppenwitz, den sich kleine Jungs gerne erzählen, die sich nicht bewusst sind, wieviel Namen es als Spender zu nennen gälte.

    Sie sitzen auf einem Ameisenhaufen, haben sich _eine_ herausgepickt und glauben nun, Sie hätte die Funktion des Ameisenstaates "verstanden". Ach was, Sie sind noch nicht einmal an der Tür und durchgehen wollen Sie schon gar nicht.

    In diesem Sinne, viel Spaß mit Ihren _Groschenromanen_

  • >> Als was denn; Zeitungsleser oder Fernsehzuschauer?

    Sicher nicht mit der Knarre unter'm Kopfkissen ... aber eben als "Terroristensympathisant" Ziel der selben dämlichen Attacken, denen sich heute der gemeine Pirat ausgesetzt sieht, um wieder "On Topic" zu kommen.

    Und, wieder off topic, zufääig in einem Raum mit einem Gras-Dealer in Berlin, in dessen Küche gerade etwas explosives "gekocht" wurde. Wobei ich die drei bekifften Katzen spannender fand als das geschehen in der Küche ;-)

  • Sie anscheinend den "Wissenschaftlern" die das bestätigen was man in Deutschland glauben muss ohne durch den Paragraphen 130 kriminell zu werden. Ich bin nicht in Deutschland und darf noch glauben was ich möchte, nämlich nicht an die 6 Mio. Lüge. Sie haben aber immer noch keinen Bezug auf meinen Original Post gemacht sondern reiten auf etwas herum was ich gar nicht diskutieren will und was auch gar nicht mein Punkt war. Vielleicht sollten Sie erst einmal lesen bevor der Mund aufgeht !

  • So nach und nach scheinen sich hier einige Kommentatoren sehr weit vom Thema zu entfernen.
    Wundert mich, das nicht noch niemand nach legt und die Forderung der Piraten, den §173 StGB abzuschaffen, mit einflechten möchte. Immerhin ist man schon kräftig am Thema vorbei gerauscht und es wird was über Geschichte und der RAF erklärt. besonders interessant, wenn noch jemand das ganze selbst erlebt hat: Als was denn; Zeitungsleser oder Fernsehzuschauer?

  • sven,

    ich stelle gerade fest, daß ich das Golo Mann Zitat andernortes "Piraten wegen Nazi-Umtrieben unter Beschuss" und an einen anderen Adressaten gepostet habe.

    Ihnen rate ich, meine kleine Hausarbeit von 1988 zu lesen, die ich auf der Basis eines der damals noch 7 existierenden Exemplare des Buches von Sebottendorff verfasst habe (archive.org). Das nennt sich "Quellen" studieren.

    Gary Allen, auf dessen "Insider" basiert, ist rechter b*******t. Die "Wahrheit" ist eher bei Sebottendorff zu verorten. Sein Buch "Bevor Hitler kam", in dem er die Gründung der Thule, die Mitgliedschaft von Hitler, Alfred Rosenberg und ca 20 Mitgliedern der DAP (Vorläufer der NSDAP), den Ankauf des "Völkischen Beobachters" etc etc en detail beschreibt.

    Das war 1919. Ihr Prescott Bush kommt dann fast 20 Jahre später ins Spiel ...

    Es geht also nicht um "meine" Geschichte und "Ihre" ... es geht darum, daß Geschichte eben nicht nur aus den Details besteht, die Sie sich gerne herauspicken, um etwas zu "beweisen".

    Für Sie habe ich aber auch ein Zitatenschmankerl aus den frühen Tagen der "Bewegung":

    "Durch die offene Tür sah man, wie er auf dem schmalen Gang die Gastgeberin fast unterwürfig höflich begrüßte, wie er Reitpeitsche, Velourhut und Trenchcoat ablegte, schließlich einen Gürtel mit Revolver abschnallte ..., ein Geck, in seinem blauen Anzug ... violette(m) Hemd, braune(n) Weste und knallrote(r) Kravatte ... eine Ausbuchtung in der Hüftgegend, ein Hanswurst, der zum
    allgemeinen Entsetzen aller Zucker in den Wein tat ..."

    Ich lege Ihnen gerne einen Oton heraus, wie Otto Strasser Hitler beschrieb.

  • Kleines PS, weil Sie es sonst vielleicht nicht verstehen: Wenn ich einen - sagen wir einmal - deutschen gewerkschafter in einen Keller zerre, ihm die Zähne ausschlage und die Knochen breche ... wir meine Tat dann weniger schlimm, wenn Breivik 80 Menschen tötet.

    Nicht wirklich ...

    Kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustür, statt sich am Splitter im Auge des anderen abzuarbeiten. Wenn Sie das getanhaben, können Sie gerne noch mal zu Stalin gehen und werden dann kein anderes Urteil über ihn fällen, als ich das tue.

    Aber zuerst sollten Sie mal unter dem eigenen Teppich für Ordnung sorgen.

  • sven,

    was Sie "meine Geschichte" nennen, ist in Wirklichkeit die Summe der Arbeit von Millionen fleissiger Historiker. Es ist das, was man Geschichts-"Wissenschaft" nennt, man liest die Quellen, sagen wir einmal die Protokolle der Wannsee-Konferenz, die Robert W. Kempner dankenswerterweise noch rechtzeitig fand, und dann weiss man, was die Herrschaften trieben.

    Sie, werter Sven, haben gerade mal einen einzigen Schinken überflogen, der all das bestätigte, was Sie vorher schon wussten. Sie können sich in Ihrem Unwissen nur in die paranoide Vorstellung, andere wüssten auch nicht mehr als Sie. Das ist ein grandioser Irrtum.

    Lassen Sie sich einfach das Zitat von Golo Mann noch einmal Wort für Wort auf der Zunge zergehen, was er über Betrüger und nur allzuwillig Betrogene sagt.

    Und verwechseln Sie doch bitte nicht die Geschichtswissenschaft mit dem, was in Ihrem Kopf die Runde macht. Geschichtswissenschaft ist, wie alle Wissenschaften, nicht "political correct", sie ist "scientifical correct", sonst wäre sie keine "Wissenschaft".

    Dumme Buben, die keine Ahnung haben und sich aufblähen, gelten darin als die Laufkundschaft von dummdreisten Betrügern.

    Welchem sind Sie denn aufgesessen?

  • @borderliner

    "Paul Watzlawik ... Alfred Adler ..."

    Wie sagte holzauge gerade so schön? "Passt"

    Darf ich um Wilhelm Reich und Stanislav Grof ergänzen? ;-)

    Sozipathie ist natürlich wahrscheinlich die treffendere Diagnose, in meinem Gehirn sauste, als ich es formulierte, auch eher die "bipolare Störung" herum, aber leider war da meine Frau schon zu bette und ich konnte Sie nicht mehr fragen, wie dieses verdammte Wort heisst ...

    Herrimhimmel, natürlich gibt es keine Nulllinie. Was es aber gibt, sind "Tabus" und "Heuchelei".

    Ceterum censeo: Reich, Adler und Timothy Leary sollten an Schulen gelesen werden!

    In diesem Sinne.

  • Du sagst also, das Deine Geschichte die wahre ist und alle anderen Geschichten erfunden ? Du musst ja schon 130 Jahre alt sein um das selber zu beurteilen ! Das war ausserdem überhaupt nicht das Thema meines originellen Blogs dementsprechend war Deine Antwort auch gar keine Antwort sondern ein Themenwechsel ! Wenn Du auf mein Original Zitat eingehen willst tuhe das, ansonsten sind Deine Wahrheiten nicht relevant und ich bleibe bei meinen gelernten Wahrheiten !

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