IG-Bau-Chef Wiesehügel fordert einheitlichen Mindestlohn

Klaus Wiesehügel hat einen einheitlichen Mindestlohn in Deutschland gefordert. Der Chef der Gewerkschaft IG Bau macht die Politik für die „nur geringen“ Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre verantwortlich.
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IG-Bau-Chef Klaus Wiesehuegel fordert einen einheitlichen Mindestlohn. Quelle: ap

IG-Bau-Chef Klaus Wiesehuegel fordert einen einheitlichen Mindestlohn.

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BerlinDer Chef der Gewerkschaft IG Bau, Klaus Wiesehügel, hat einen einheitlichen Mindestlohn in Deutschland gefordert. Um dem Lohndumping ein Ende zu setzen, komme man nicht mehr um einen branchenübergreifenden Mindestlohn herum, sagte Wiesehügel der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe). Die Tarifparteien könnten oberhalb dieser Marke für ihre Branche eigene, höhere Mindestlöhne vereinbaren.

„Der unterste Mindestlohn sollte aber so hoch sein, dass man damit nach seinem Arbeitsleben eine eigene, zum Leben reichende Rente bekommt“, forderte Wiesehügel. Das sei bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro schon schwierig genug.

Wiesehügel machte das politische Klima in Deutschland zu einem Großteil verantwortlich dafür, dass die Löhne und Gehälter über die Jahre nur gering gestiegen seien. „Seit der Regierungszeit von Gerhard Schröder ist die Politik nur unterwegs, um Strategien zur Lohnsenkung zu entwickeln.“ Hierzulande gelte die These: „Wenn es den Unternehmern nur gut genug geht, geht es auch allen anderen gut. Deswegen könnten die Arbeitgeber auch nicht soviel an Lohn zahlen.“

Der Gewerkschaftschef bezeichnete diese Strategie als verheerend. Denn man dürfe Unternehmern nicht gestatten, Löhne zu zahlen, von denen niemand leben könne, ohne dass der Staat aufstocke.

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5 Kommentare zu "IG-Bau-Chef: Wiesehügel fordert einheitlichen Mindestlohn"

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  • Ein Tarifvertrag fällt nicht vom Himmel !

    Wer in den Genuss dieser Tariflichen Lohnerhöhung kommen will, sollte Mitglied unserer Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt werden.
    Tarifverhandlungen gibt es alle zwei Jahre. Es gibt also alle zwei Jahre eine Lohnerhöhung. Seit Bestehen unseres Betriebsrates, gab es 4 Lohnerhöhungen.
    Diese hat unsere Gewerkschaft für uns ausgehandelt, aber erhalten haben wir sie nicht, weil wir noch zu wenige Gewerkschafts-Mitglieder in der Firma Bix sind.
    Diese Lohnerhöhung kann man also regelmäßig bekommen, ohne beim Arbeitgeber um eine solche bitten zu müssen, und auf das Wohlwollen des Arbeitgebers angewiesen zu sein.
    Oder aber, man ist kein Gewerkschafts-Mitglied, und Verzichtet regelmäßig darauf. Als Rentner werden wir uns dann fragen: warum so wenig Rente?
    Nur gemeinsam können wir die Tariflichen Bestimmungen unserer IG BAU auch durchsetzen.
    Sobald wir, die Mitarbeiter der Lothar Bix GmbH zu über 50 % Gewerkschaftlich Organisiert sind, werden die IG BAU Mitglieder im Betrieb, gemeinsam mit unserer Gewerkschaft dafür Sorge tragen, dass es für uns alle, Regelmäßig Lohnerhöhungen gibt, und nach Tarif gezahlt wird.
    Deshalb: mach dich Schlau. Werde auch du Mitglied bei unserer IG BAU.

    Andreas Karmen
    Vertrauensmann der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
    in der Lothar Bix GmbH


    Noch Fragen? Dann bitte an:
    E-Mail - andreaskarmen999@aol.com oder Mobil – 015774645179
    IG BAU - Beitrittsformulare gibt es Kostenlos bei Andreas Karmen, deinem Ansprechpartner im Betrieb.

  • Danke an alle IG BAU-Mitglieder, die den Tarifabschluss 2011 für die Maler und Lackierer in den Betrieben in ganz Deutschland tatkräftig unterstützt, und letztendlich ermöglicht haben. Nur durch eure Beharrlichkeit, und durch euren Mut liebe Kolleginnen und Kollegen, konnte folgender Tarifabschluss Vereinbart werden:
    Einigung im Maler- und Lackiererhandwerk: Kräftiges Lohnplus

    Nach über 12-stündigen Lohnverhandlungen wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. November für die Beschäftigten im Maler- und Lackiererhandwerk ein Tarifergebnis erreicht. Dieses ist mit einer Erklärungsfrist bis zum 25. November 2011 versehen und sieht unter anderem Folgendes vor:
    • Die zum 30. Juni 2011 geltenden tariflichen Löhne im Maler- und Lackiererhandwerk werden mit Wirkung zum 1. Juli 2011 wieder in Kraft gesetzt (Ecklohn West: 13,99 Euro, Ecklohn Ost: 12,77 Euro).

    • Zum 1. November 2011 wird der Ecklohn im Tarifgebiet West (ohne Berlin) um 3 Prozent erhöht. Zum 1. Dezember 2012 steigt der Ecklohn um weitere 2,25 Prozent. Der tarifliche Ecklohn beträgt dann zum 1. November 2011 in den westlichen Bundesländern 14,41 Euro und wird zum 1. Dezember 2012 auf 14,73 Euro erhöht.

    • Die Erhöhungsbeträge West sind die Erhöhungsbeträge Ost: Zum 1. November 2011 beträgt danach der tarifliche Ecklohn in den östlichen Bundesländern (Tarifgebiete Ost einschließlich Berlin) 13,19 Euro und zum 1. Dezember 2012 dann 13,51 Euro.

    • Zudem haben sich die Tarifpartner auf einen neuen Mindestlohn geeinigt, Details müssen aber noch verhandelt werden.




  • Sehr geehrter Herr Fischer
    Sie fragen sich, ob es nicht die Aufgabe der Gewerkschaften sei, mit den Arbeitgebern vernünftige Löhne auszuhandeln.
    Nun, das ist es in der tat. Aber davon hängen einige Faktoren ab. Eine Gewerkschaft benötigt viele Mutige Mitglieder, die bei Tarifverhandlungen richtig Dampf machen können. Wenn in einem Betrieb die hälfte der Belegschaft Gewerkschaftlich Organisiert ist, und für eine gerechtere Entlohnung streitet, und die andere hälfte nur abwartet das endlich anständige Löhne gezahlt werden, dann stimmt EINIGES nicht. Alle müssen an einem Strang ziehen, das heißt alle Mitarbeiter einer Firma müssen eine Gemeinsame Sprache sprechen wenn es vorwärts gehen soll.
    Die Arbeitgeber sollten ihren Geiz etwas zurückstellen. Dann wäre das Tagtägliche Miteinander Schaffen auch etwas erträglicher.
    Ansonsten gilt der Satz: Lohndumping ist Chefsache!

  • Unterschiedliche - nach Branchen regulierte Mindestlöhne - sind vor allem verwaltungstechnischer Schwachsinn. Das Prinzip der Teil- und Teilchenregelung um irgendwelchen Spezialfällen gerecht zu werden, ist kompletter Unsinn, schon weil er die Verwaltung völlig blödsinnig aufbläht.

    Gerechtigkeit hat auch etwas mit Einfachheit zu tun. Aufgeblähte Regelungen sind intransparent und damit von vornherein ungerecht. Also bitte her mit dem einheitlichen Mindestlohn. Der effiziente Überprüfbarkeit und Durchführbarkeit von Gesetzen muß im Sinne einer schlangen Verwaltung Rechnung getragen werden.

  • Ich denke hier irrt Herr Wiesehügel, waren es nicht die Gewerkschaften, die in Absprache mit Herrn Schröder und der Industrie, die Löhne nicht steigen zu lassen???
    In diesem ganzen Jahr war von Herrn Wiesehügel nichts zu hören.
    Steht vielleicht eine Wahl an?
    Möchte er sich auf Kosten seiner Mitglieder in Position bringen???
    Was er hier verlauten lässt, grenzt an verarsche seiner Mitglieder.
    Warum werden solche nichtssagenden Artikel im HB abgedruckt?
    Es ist wie im Sozialismus, alles muss einheitlich sein, was für eine Farce.
    Es ist beschämend für die Gewerkschaften, dass sie nach einem Mindestlohn schreien!!! Wäre es nicht ihre Aufgabe, in Verhandlungen mit den Arbeitgebern vernünftige Löhne auszuhandeln???
    Danke

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