Illner-Talk zur Bundespräsidenten-Wahl Gaucks Zitate und Merkels Blutgrätsche

In Maybrit Illners Talkshow stritten die Gäste heftig über den neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Dabei schlug CSU-Mann Söder der Linkspartei vor, Margot Honecker als Bundespräsidentschafts-Kandidatin aufzustellen.
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Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck. Quelle: dapd

Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck.

(Foto: dapd)

BerlinDie beste Wendung der gestrigen Maybrit Illner-Talkshow kam ganz am Schluss gegen 23.15 Uhr: Da wurde ein leider kurzer Ausschnitt aus der Talkshow "Gauck trifft…" eingespielt, die Joachim Gauck anno 2001 im WDR-Fernsehen moderierte - ein noch relativ unverbrauchter Fakt aus dem Gauck-Mediengewitter, das seit ein paar Tage durchs Land geht; sein damaliger Talkgast war Angela Merkel.

Die absurdeste Wendung zur Illner-Sendung gab es schon vor Sendebeginn eine Stunde zuvor. Da kündigte Markus Lanz im Werbetrailer an, in seiner im Anschluss folgenden Show den FDP-Vorsitzenden Philipp Rösler zu Gast zu haben - um den es auch bei Illner ausführlich gehen sollte. Nicht nur die ARD hat ein Problem mit ihrer Talkshowflut, das ZDF hat auch eines, das bloß besser getarnt ist, weil nicht fünf verschiedene Talker pro Woche auf Sendung gehen, sondern zusätzlich zu Illner noch dreimal pro Woche derselbe, Lanz.

Jedenfalls wäre Rösler in Illners Show unter dem Titel "Merkels Super-Gauck - Gut fürs Volk, schlecht für die Regierung?" gut aufgehoben gewesen. Anfangs wollte sie sehr ausführlich die Frage geklärt wissen, wie zerstritten die Regierungsparteien denn nun nach der, wie es heißt, von Rösler gegen Merkel durchgesetzten Nominierung Gaucks fürs Bundespräsidenten-Amt sind.

Der Haudegen Rainer Brüderle, der an Röslers Stelle die FDP vertrat, ließ sich im Einzelinterview vorab nicht aus seiner Seelenruhe bringen. "Liebesbeziehungen hat man privat", sagte er. Die Bemerkung "Den Inhalt eines Vieraugengesprächs kennen vier", die ihm zwischendurch rausrutschte, sollte nicht der schlimmste Versprecher des Abends bleiben.

Gleich noch eine eher unglückliche Entscheidung gestern bei der Gäste-Zusammenstellung der ZDF-Talkshows: Melda Akbas, 20-jährige türkischstämmige Buchautorin "Mein Leben zwischen Moschee und Minirock", wurde zwar anfangs vorgestellt, blieb dann aber im Publikum sitzen, um erst viel später ein paar Fragen gestellt zu bekommen. Dabei wäre es sowohl eine sinnvolle Geste gewesen, am Tag der offiziellen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt eine Deutsche mit Migrationshintergrund in der Gästerunde zu haben, als auch belebend für die Sendung selbst.

Die Blutgrätsche der nichts vergessenden Kanzlerin
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10 Kommentare zu "Illner-Talk zur Bundespräsidenten-Wahl: Gaucks Zitate und Merkels Blutgrätsche"

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  • gab es schon jemanden, der verurteilt wurde? Das wäre mir neu! Vorsicht bei solchen pauschalen und ungeprüften Urteilen!

  • Dann sollten Sie schnellstmöglich auswandern und eine andere Staatsbürgerschaft annehmen. Dann müssen Sie sich auch nicht mehr schämen. Umerzogenen Bücklingen wie Ihnen haben wir nämlich die Zustände in diesem Lande zu verdanken. Wenn die Nazis sich wieder breit machen können, dann nur, weil Ihre "politische Korrektheit" ihnen den Nährboden geliefert hat.
    Sollten Sie mal drüber nachdenken anstatt sich für andere schämen zu wollen.

  • Zitat:
    Dabei schlug CSU-Mann Söder der Linkspartei vor, Margot Honecker als Bundespräsidentschafts-Kandidatin aufzustellen.
    Zitat Ende:

    Da 2 der 3 potentiellen Kanditaten bereits abgesagt haben und die 3. chanchenlos ist, wäre Margot Honecker die Idealbesetzung für die mehrfach umbenannte SED

  • Unerträglich ist nur, wie Sie hier den neuen rechten Terror in Deutschland relativieren. Da fahren jahrelang von Vorurteilen und Postings wie dem Ihren aufgestachelte Menschen durch Deutschland und ermorgen kaltblütig Mitmenschen, nur weil diese zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gehören. Und Sie finden das nicht dramatisch? Sie empfinden die Gedenkfeier zu dieser dramatischen Entwicklung schleimerisch? Ich als Deutscher schäme mich für Menschen wie Sie.

  • ....Dabei wäre es sowohl eine sinnvolle Geste gewesen, am Tag der offiziellen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt...

    ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!
    Diese elende Schleimerei!
    Wieso wird hier immer so ein Theater gemacht, wenn Ausländer von irgendetwas betroffen sind, sobald es Deutschen in die Schuhe geschoben werden kann? Es ekelt einen an!!!!!!!
    Es gibt unzählige Beispiele, bei denen Deutsche ähnlich betroffen sind. Die dürfen aber anschließend nicht gleich einen fragwürdigen Bundespräsidenten als Wiedergutmachung wählen und halb Deutschland macht einen Kniefall!! Mein Gott! Hört endlich auf mit dieser verlogenen und übertriebenen Schleimerei der Bücklinge!

  • Beide Kommentare : R.W.F. und rjm sind sehr richtig.
    Ich werde wütend bei den Gedanken daß solcher Schrott von meinen Gebühren bezahlt wird.

  • Joachim Gauck ist eine sehr sympathische Persönlichkeit.
    Wir haben zurzeit keinen anderen geeigneten Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Deutschland braucht jetzt einen alten ausgereiften Mann mit Vertrauen und diese Voraussetzungen verkörpert Herr Gauck exelend. Natürlich kann Herr Gauck nicht für alle sprechen. Wir haben doch auch unsere Macken und leiden unter den verschiedensten Lebensauffassungen in der Gesellschaft. Herr Gauck ist der beste Kandidat den es in Deutschland gibt. Das „Die Linken“ den gestrigen Tag suchen und die „Piratenpartei“ eine Anarchie wollen ist nicht mein Ding.

  • "Wer sich wirklich ernsthaft politisch informieren und orientieren will, der liest seriöse Zeitungen!"

    ... zu denen das Handelsblatt definitiv nicht gehört... Nach längerem Nachdenken fällt mir auch keine Zeitung ein, die KEINEN politischen Einschlag hat. Selbst intelligente und renommierte Zeitungen wie die FAZ (eher schwarz) oder die Süddeutsche (eher rot) können sich nicht von einem politischen Einfluss befreien..

  • Haben Sie noch immer nicht kapiert, dass hinter diesen sog. Polit-Talkshows, die gezielt Disput, Emotionen und Krawall auslösen bzw. inszenieren, ein klar durchdachtes Marketing-Konzept steht? Wer sich wirklich ernsthaft politisch informieren und orientieren will, der liest seriöse Zeitungen!

    Wenn Sie also wirklich Bedarf haben an "Themen, die die Menschen wirklich beschäftigen", und wirklich Interesse haben an fundierten Informationen und Hintergrundwissen, dann sollten Sie Ihre Zeit nicht vor der Glotze mit diesen billigen Krawall-Shows verbringen!

  • Ich bin Illner Fan,habe gestern jedoch die Sendung abgeschaltet. Kann man einem Menschen der bald Bundespräsident wird nicht eine Chance geben sich in der Rolle zu beweisen? Warum versucht man jetzt bereits wieder Gauck zu demontieren? Ganz ganz schlechter Stil ...Hoffe die Quoten solcher Talkshows brechen bald ein , damit sich die Talkmaster wieder Themen zuwenden , die die Menschen wirklich beschäften.

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