Illner-Talk zur US-Wahl „In Deutschland wäre Obama bei der FDP“

Was der neue, alte US-Präsident künftig anders machen wird, weiß man auch seit Maybrit Illners gestriger Talkshow noch nicht präziser. Aber die Gäste hatten ein paar schöne Bonmots parat, etwa über Merkels Mundwinkel.
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Maybrit Illner und ihre Gäste.

Maybrit Illner und ihre Gäste.

Außenpolitik ist selten Thema in deutschen Polit-Talkshows, schon weil hochrangige aktive Politiker, die schließlich jede diese Sendungen zieren, sich über andere Staaten nur ungern kontrovers äußern. Außerdem interessiere Außenpolitik das Einschaltquote-Publikum nicht, heißt es.

Nachdem ARD und ZDF in den letzten Tagen mit enormem Aufwand von der amerikanischen Präsidentschaftswahl berichtet haben, konnte aber außer Anne Will am Mittwoch in der ARD ("Obamas zweite Chance - hat er sie verdient?") auch Maybrit Illner am Donnerstag im ZDF das Thema bereden.

"Neue Chance, alte Krisen - was wird Obama nun anders machen?", lautete ihr Thema. Dass die titelgebende Frage, die schließlich dazu dient, im Voraus Zuschauer anzulocken, am Ende oft unbeantwortet bleibt, sind regelmäßige Talk-Zuschauer gewohnt. Immerhin fügte die Moderatorin bei ihrem Einstieg den Nachklapp "Und wäre das Beste für die Vereinigten Staaten auch gut für uns?" hinzu, und dem blieb sie selbst treu.

Ihre kleine, nur vierköpfige Gästerunde enthielt keine aktiven Politiker, mit dem früheren CDU/ CSU-Fraktionschef Friedrich Merz und dem SPD-Veteranen Egon Bahr bloß zwei sehr ehemalige. Sie war aber fein besetzt, beispielsweise mit dem deutsch-amerikanischen Unternehmenschef Martin Richenhagen. Seit einem Jahr besitzt er auch die US-Staatsbürgerschaft, und er hat Romney gewählt, gab er gleich anfangs preis. (Und dass das ZDF aus irgendeinem Grund die von ihm geleitete Firma und deren deutschen Zweig nicht nennen mag, war ihm von seinem letzten Illner-Auftritt vertraut, so dass er es schnell selber tat: "Fendt, so 'ne Traktorfirma").

Merz glaubt also, dass Obama in seiner zweiten Amtszeit das gespaltene Amerika einigen werde; in Bill Clintons zweiter Amtszeit sei das ja auch so gekommen. Bahr glaubt also, dass bereits heute nur die Partei die USA regieren könnte, die auch Latinos und Farbige hinter sich versammeln könne (dass das wording des 90-Jährigen, der bald darauf auch ein "Mehr Demokratie wagen!" in den Raum stellte, aus einer anderen Zeit stammt, kann ihm wirklich keiner vorwerfen). Die CNBC-Journalistin Silvia Wadhwa glaubt, dass zu den Problemen der US-Wirtschaft auch zu geringe Investitionen in Infrastrukturen wie das Stromnetz gehören, was wiederum in der Abneigung gegen staatliche Investitionen begründet sei. Kurzum: Die nur vier Gäste boten einen Cocktail aus fundierten Ansichten, von denen freilich viele vielen Mediennutzern in den letzten Tagen schon begegnet sein könnten.

Sie waren sich ziemlich einig in gemäßigter Obama-Sympathie
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13 Kommentare zu "Illner-Talk zur US-Wahl: „In Deutschland wäre Obama bei der FDP“"

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  • Ich habe vergessen, dass ich auch nur gute Zeitungen lese.
    Die Auswahl an meinem Kiosk ist frei. Unser Problem sind also nicht schlechte TV-Angebote oder ein mieses Print-Angebot, sondern nur die, die nicht entsprechend auswählen meint Karl Jobig, PFDE Dresden.

  • Selten so einen Quatsch gelesen,aber sei's drum, verehrter Kommissar.
    Talkshows liefern Denkanstöße (manchmal/ nicht immer).
    Ich sehe nur gute TV-Sendungen. Das Geheimnis liegt bei der Auswahl und dem Ein- und Ausschalter (on and off)sagt Karl Jobig, Dresden (PFDE)

  • @Kommissar
    Warum haben Sie denn diesen Schwachsinn eingeschaltet? oder doch nicht? In diesem Fall, wieso kommentieren Sie über etwas, was Sie gar nicht sehen?

  • @Ulrich62:
    Danke, für die Info!
    Politik ist immer wieder frustrierend, auch in Anbetracht der Meinungsmache!

  • Der Bundestag hat nicht einstimmig gegen die Offenlegung der Abgeordneten-Einkünfte gestimmt.Das waren nur die
    Abgeordneten von schwarz-gelb, sie werden ihre Gründe
    haben !!!

  • @GuenterCGN

    Wir sind auf dem Weg in die FoxNews-Murdoch-Burda-
    Bertelsmann Medienlandschaft.Die Springer Leute sind
    vergleichsweise zu früher ruhig.Spiegel-Spon jenseits
    von gut und böse.Die schreiben zum Teil so ein wirres
    Zeug,liest am Besten gar nicht mehr.Als Tageszeitung
    bleibt nur noch die SZ, mit Abstrichen der Tagesspiegel.
    Wenn man das weiß, ist alles okay.

  • Ob der Tag wohl noch kommen mag, an dem sich mir erschließt, welchen Sinn diese Talkshows eigentlich haben...? Bis heute habe ich auch noch nicht herausgefunden, was die 'Show' an so einer Sabbelrunde eigentlich sein soll.

    Oder sehe ich das zu eng und es geht nur darum, dass man sich die Gesprächsrunde nach Hause holt, damit man in der Wohnung nicht so alleine ist oder man einfach vor der Glotze so toll einschlafen kann?

    Jedenfalls stellt das HB jeden Freitag bzgl. Illner und jeden Montag bzgl. Jauch und früher Christiansen regelmäßig fest, dass diese Kaffeekränzchen inhaltslos waren.

    Warum schaltet dann überhaupt noch jemand diesen Schwachsinn ein?

    Kann man seine Zeit nicht intelligenter nutzen?

  • @GuenterCGN

    Hallo Günther,
    ich gebe Dir ja voll recht!Aber wir sind hier beim HB, da darf man das einfach nicht erwarten.Hier sind überwiegend
    die rechts von der Mitte zu Hause,manchmal auch noch
    dunkler eingefärbt, wenn Du verstehst was ich meine.
    Was haben die alle gequietscht am Montag,köstlich!!
    Aber die Sendung war schon gut.Der alte Egon kann sich
    immer noch soooo schön aufregen.War halt gute Commedy!!

  • Warum "Liebes Handelsblatt", berichtet ihr nicht auch darüber, dass gestern der Bundestag einstimmig gegen die "Offenlegung der Nebeneinkünfte unserer Abgeordneten" gestimmt hat?

    Interessant, wie es immer abläuft nach so einem Thema. Im Fall Steinbrück haben alle Abgeordneten von CDU/CSU und FDP aufgeheult und jetzt stimmen sie dagegen, dass ihre Nebeneinkünfte auf Heller Und Cent veröffentlicht werden.

    Das ist ein Skandal!

    So etwas sollt mal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken!

  • Obama bei der FDP? Ich habe den eindruck der Artikelverfasser hat noch nie eine live Rede von Obama gehört. Wie jeder Präsident der USA vertritt er zuerst einmal US Interessen, dann kommt lange gar nichts, dann kommen die ganzen Kriege Irak, Afganistan, möglicherweise bald Iran. Mit diese Latte gemessen befindet er sich politisch in der Rechts-Außen Position.
    Außerdem: die FDP hat keinerlei Inhalte!!!

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