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ILO-Bericht Spitzenverdiener kassieren die Hälfte der weltweit gezahlten Löhne

Gegen den Trend: Die Ungleichheit bei Erwerbseinkünften ist global zwar etwas zurückgegangen, doch in Deutschland ist das anders. Hierzulande öffnet sich die Schere weiter.
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Die Gehälter nähern sich im internationalen Vergleich eher ein. Doch in den größten Industrienationen werden vor allem die Reichen reicher. Quelle: dpa
Mehr Geld für weniger Menschen

Die Gehälter nähern sich im internationalen Vergleich eher ein. Doch in den größten Industrienationen werden vor allem die Reichen reicher.

(Foto: dpa)

Berlin Die ökonomische Aufholjagd Chinas und Indiens hat mit dazu beigetragen, dass die globale Ungleichheit bei der Verteilung der Arbeitseinkommen leicht zurückgegangen ist. Dennoch geht immer noch knapp die Hälfte der weltweit gezahlten Löhne und Gehälter an die obersten zehn Prozent in der Einkommenspyramide, zeigt eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Der Anteil dieser Spitzenverdiener am Erwerbseinkommen ist von 55,5 Prozent im Jahr 2004 auf 48,9 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Auf die untere Hälfte der Lohnbezieher entfallen nur gut sechs Prozent der weltweiten Arbeitseinkommen.

Diese Spreizung zeigt sich auch in den Durchschnittsverdiensten. Das reichste Zehntel der Erwerbstätigen verdient im Monat durchschnittlich 7.445 Dollar, die untere Hälfte der Einkommensverteilung kommt auf 198 Dollar. Die zehn Prozent mit den niedrigsten Löhnen erhalten im Schnitt nur 22 Dollar im Monat.

Rechnet man China und Indien heraus, hätte sich die globale Spreizung bei den Arbeitseinkommen im Zeitraum von 2004 bis 2017 kaum verändert. Das heißt nicht, dass die Ungleichheit in den beiden Staaten selbst kleiner geworden wäre. Aber durch das starke Wirtschaftswachstum und die insgesamt steigenden Erwerbseinkommen haben die beiden Schwellenländer mit zur Reduzierung der globalen Ungleichheit beigetragen.

Diese kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ungleichheit zwischen den Erwerbseinkommen in vielen Ländern weiter zunimmt. Eine wachsende Spreizung registriert die ILO etwa in Deutschland, Italien, Großbritannien, den USA, Indonesien oder Pakistan.

Auch Mittelklasse bekommt immer weniger ab

Gewichtet man die Erwerbseinkommen nach der jeweiligen Wirtschaftskraft des Landes, zeigt sich, dass im untersuchten Zeitraum neben den Geringverdienern auch die Mittelklasse weniger vom globalen Einkommenskuchen abbekommen hat. Die Mittelklasse ist dabei definiert als die 60 Prozent der Lohn- und Gehaltsempfänger zwischen dem Fünftel der Erwerbstätigen mit dem niedrigsten Einkommen und dem Fünftel der Spitzenverdiener.

Laut ILO ist die Spreizung der Arbeitseinkommen in Entwicklungs- und Schwellenländern tendenziell weiter höher als in Industrienationen. In vielen entwickelten Ländern, darunter in Deutschland, Großbritannien und den USA, hat sich die Einkommenspyramide in den zurückliegenden Jahren aber weiter zugunsten weniger Topverdiener verschoben.

Der Anteil der Löhne und Gehälter an den Einkommen insgesamt ist nach der ILO-Studie von 53,7 Prozent im Jahr 2004 auf 51,4 Prozent im Jahr 2017 zurückgegangen. Entsprechend ist bei den Kapitaleinkünften ein Zuwachs von 46,3 auf 48,6 Prozent zu verzeichnen. Vor allem Europa und die USA hätten zum Rückgang des Anteils der Arbeitseinkommen beigetragen, schreibt die Uno-Organisation in ihrem Bericht.

Mehr: Seit fünf Jahren gibt es den Mindestlohn. Die Lohnuntergrenze hat keine Jobs gekostet. Das könnte sich jedoch bald ändern, befürchten Experten. Ökonomen warnen vor einer Mindestlohnerhöhung.

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1 Kommentar zu "ILO-Bericht: Spitzenverdiener kassieren die Hälfte der weltweit gezahlten Löhne"

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  • Warum schicken wir nicht die Spitzenverdiener nach Hause (die haben ja wahrscheinlich
    genug angespart) und verdoppeln die Gehaelter der anderen?

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