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Imageverlust Westerwelle startet Kampagne gegen Europa-Skepsis

Die Schuldenkrise stellt das Gemeinschaftsprojekt Europa vor eine Zerreißprobe. Außenminister Guido Westerwelle will mit einer großen PR-Kampagne Vertrauen der Bevölkerung in das Bündnis zurückgewinnen.
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Außenminister Guido Westerwelle will das Image von Europa pflegen. Quelle: AFP

Außenminister Guido Westerwelle will das Image von Europa pflegen.

(Foto: AFP)

Berlin Die Bundesregierung will mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne im In- und Ausland für das geeinte Europa werben, dessen Image wegen der Schuldenkrise stark gelitten hat. „Europa muss die Europäer überzeugen; dann wird auch die Bewältigung der Krise gelingen“, heißt es in dem am Mittwoch von Außenminister Guido Westerwelle im Kabinett vorstellten Konzept.

Das europäische Projekt durchlebe wegen der Schuldenkrise die schwerste Vertrauenskrise seiner Geschichte. Es drohten neue Spaltungen Europas, alte Ressentiments, und Vorurteile seien zurückgekehrt. Diesen Tendenzen wolle das Auswärtige Amt entgegenwirken und den Menschen den Wert Europas neu bewusstmachen.

Die europäische Einigung sei die beste Antwort auf die neuen Herausforderungen, heißt es in dem Konzept. Mit dem Erstarken Chinas und Indiens würden die einzelnen Staaten Europas weiter an Einfluss verlieren. Zugleich müssten sich die Europäer in einer globalen Welt in einem Wettbewerb der Wirtschaften, Ideen, Bildungssysteme und Gesellschaftsmodelle messen. „Dabei werden wir nicht auf Europa verzichten können, um unsere Interessen und Werte zu wahren.“ Ein kraftvolles Europa sei kein Selbstzweck.

„Es dient der Selbstbehauptung der über viele Jahrhunderte gewachsenen Kultur, die uns verbindet.“ Zugleich wird in dem Konzept vor einem Auseinanderbrechen Europas gewarnt. „Die finanziellen, politischen und menschlichen Kosten von Nicht-Europa wären erdrückend“, heißt es. „Sie stünden in keinem Verhältnis zu den Anstrengungen, die uns Europa in der Krise abverlangt.“

Dabei habe kein Mitgliedsland mehr zu verlieren als Deutschland, das mit seiner Wirtschaftskraft und seiner geografischen Lage besonders auf die europäische Einigung angewiesen sei. „Wir alle würden unsere Zukunftsfähigkeit einbüßen, wenn wir den Irrweg der Renationalisierung einschlagen würden“, heißt es. „Die historische Chance, unsere Werte und Interessen mit gemeinsamer europäischer Stimme global zu behaupten, würden wir verstreichen lassen.“

Um in dieser Situation für Europa zu werben, richtete das Auswärtige Amt einen Lenkungsausschuss für die Europa-Kommunikation ein. Zudem will sich Westerwelle bei seinen Reisen besonders für das europäische Projekt einsetzen. Dies gelte vor allem für Besuche in Staaten, die besonders von der Krise betroffen seien oder die auf Distanz zur deutschen Europa-Politik gegangen seien. Daneben will das Auswärtige Amt seine Pressearbeit in den europäischen Partnerstaaten systematisch ausbauen.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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14 Kommentare zu "Imageverlust: Westerwelle startet Kampagne gegen Europa-Skepsis"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gebt dem seinen Ehrensold, damit der endlich die Papp'n hält!

  • Wir sind nicht gegen Europa, wir sind gegen die Euro-Transferunion, und dagegen, dass unser Geld aus "Solidarität" milliardenfach verschleudert wird.
    Dass Herr Westerwelle und seine Partei diesen Unterschied penetrant nicht wahrhaben will, ist ein guter Grund, ihn bei der nächsten Gelegenheit endlich abzuwählen.
    Wer sich engagieren möchte, kann sich hier eintragen:
    http://www.buendnis-buergerwille.de

  • „Es dient der Selbstbehauptung der über viele Jahrhunderte gewachsenen Kultur, die uns verbindet.“

    Seltsam, ich denke es gibt keine Leitkultur?

  • Westerwelle, wer ist schon Westerwelle. Weder ein Tsunami noch eine Brandungswelle am Bodensee.

    Europa funktionierte ohne den Euro und ohne den Moloch EU hervorragend. Der Euro und die Diktatur der Eurokraten sind die wahren Spaltpilze. Beide gehören abgeschafft.

  • Im Jahre 28 nach Orwell:
    Lüge =Wahrheit ,Krieg = Frieden etc.
    Durch neue Lügen sollen Bürger überzeugt werden.So stellt sich Guido den mündigen Bürger und unsere "Demokratie" vor.

  • Westerwelle startet Kampagne gegen Europa-Skepsis….. „Es dient der Selbstbehauptung der über viele Jahrhunderte gewachsenen Kultur, die uns verbindet.“ Zugleich wird in dem Konzept vor einem Auseinanderbrechen Europas gewarnt…., tönt es da . Na- da hat er sich ja etwas viel vorgenommen. Aber vielleicht nimmt er Wulff mit auf seine Tournee, letzterer hat ja auch nicht mehr -Was richtiges zu tun? Beide könnten ein Team abgeben, der eine verdingt sich als Käptn auf einem italienischen Wellness Kreuzfahrtschiff: Tauchen Sie ab in die Welt des Wohlfühlens und Entspannung gemäß seines Ausspruchs : "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt's einen, der die Sache regelt. Und das bin ich." und der andere gibt dazu Autogramme auf dem Sonnendeck von einem ehemals echten Bundespräsidenten?

  • Noch eine Absurdität des Handelns unserer Politiker. Jetzt soll man noch mehr Geld hinausschmeißen, um uns für blöd zu verkaufen. Herr Westerwelle soll sich mal nach innen drehen und sehen, woher der Gestank kommt. Nämlich aus der immer mehr aufgeblägten und überteuerten Nationalen und EU-Bürokratie. Ständig werden neue RESSORTE und neue Institutionen geschaffen. Immer neue Belastungen der Bürger. Immer neue Stuer. Immer neue (Zwangs)Abgaben. Was den Bürgern stinkt, ist: DER STAAT IST ZU TEUER! DIE EU IST ZU TEUER!
    IN ALLEN GREMIEN HERRSCHT NUR DIE SELBSTBEDIENUNG! Wer würde irgendwas vermissen, wenn man morgen den EU-Parlament auflösen würde? EINE STÄNDIGE VERTRETUNG EINZELNER REGIERUNGEN WÜRDE VOLLSTÄNDIG AUSREICHEN; die einzelne Maßnahmen koordinieren!!! Wir haben keine "Repräsentative Demokratie"! Wir haben eine GRUPPE DER SELBSTBEDIENENDEN AUSBEUTER. Ausgebeutet werden jene, die sich nicht wehren können.
    Hat Herr Westerwelle nicht den heutigen Bericht vom HochTief mitbekommen? DIE "ABFINDUNGEN" DER FRÜHEREN MANAGER HABEN ZU VERLUSTEN GEFÜHRT!!! Ja, was haben diese Kerle Nützliches für das Unternehmen getan? SIE HABEN VERTRÄGE, die ihnen Ausplünderung eines Unternehmens ermöglichen. Und diese Verträge stützen sich auf Gesetze, welche durch die Lobby zustande kamen. Wir haben KEINE DEMOKRATIE! WIR HABEN EINE DIKTATUR DER LOBBYISTEN! Das sollte Herr Westerwelle ändern und nicht neue Kampagnen starten, was noch mehr kostet. Oder unterstützt er dadurch parasitäre Geschäftemacher, die solche Kampagnen durchführen?

  • "Westerwelle startet Kampagne gegen Europa-Skepsis"

    Diese(r) saure Champagne(r) kann eigentlich nur verglichen werden mit der Tatsache, daß es immer wieder "Gammelfleisch"-Skandale gab und gibt, aber - auf wessen Veranlassung auch immer - die Namen der Gammelfleischlieferanten ZUM SCHUTZ EBEN DIESER Spezies NICHT(!!!) veröffentlicht werden.

  • Nachgedruckte Presseerklärungen wie diese sind doch was Schönes.
    Westerwelle möchte reisen? Gerne, dabei möchte man ihn eigentlich spontan unterstützen. (und hofft insgeheim, daß er den Weg nach Hause nicht mehr findet....)
    Bedauerlich daran ist eigentlich nur, daß der Steuerzahler für die (zweckfrei) abgesonderte Heißluft und Vielfliegermeilen zur Kasse gebeten wird.

    Klingt wie der Schwanengesang vor dem finalen Abgang der (ehemaligen Pünktchenpartei) "f.d.p." von der politischen Bühne.
    Die Bedeutungslosigkeit ist wohlverdient.
    Ein - wie auch immer geartetes - Comeback (zb. als Projekt 1,8%) sollte auf jeden Fall verhindert werden.
    (Denken Sie das nächste Mal dran, wenn Sie an der Urne stehen...)

  • Von was träumt Westerwelle nachts? Neulich hat er erst lautstark getönt, dass man sich an Versprechen halten sollte. Dabei ging es um die zugesagten "Rettungen".
    Dass sich kein Land an die Maastricht-Kriterien gehalten hat, interessiert ihn nicht. Dass sich keiner an die No Bail-out Klausel hält interessiert ihn auch nicht.

    Diese EU mit ihrem Euro gehört in die Geschichtsbücher. Als erschreckendes Beispiel, wie man etwas NICHT machen kann und soll.

    Die FDP hätte gute Chancen gehabt. Diese sind nun komplett verspielt. Mit seinem EU-Statement macht er sich lächerlich. Nur noch naive Menschen können an so etwas glauben.

    Westerwelle - setzen, 6!

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