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Immobilien Kosten für Makler: Barley will das Bestellerprinzip auch für Haus- und Wohnungskäufe

Überfüllte Städte, kaum Wohnraum und horrende Immobilienkosten: Die Bundesjustizministerin will junge Familien von hohen Provisionskosten entlasten.
Update: 25.02.2019 - 12:08 Uhr 5 Kommentare
Ein Eigenheim ist nach Ansicht der Bundesjustizministerin für junge Familien immer schwerer zu finanzieren. Quelle: imago/Reiner Zensen
Katarina Barley

Ein Eigenheim ist nach Ansicht der Bundesjustizministerin für junge Familien immer schwerer zu finanzieren.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

BerlinBundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will durchsetzen, dass beim Kauf und Verkauf von Wohnungen und Häusern künftig derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt – so wie das schon bei Vermietungen der Fall ist. „Ein eigenes Zuhause wird gerade für junge Menschen und Familien immer schwerer zu finanzieren. Oft müssen Käufer enorme Maklerkosten tragen, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragt hat“, sagte die SPD-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“.

Das für Bau zuständige Innenministerium steht Plänen von Barley ablehnend gegenüber. Marco Wanderwitz (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Innenministerium, sagte am Montag in Berlin: „Wir sind davon nicht überzeugt.“

Wanderwitz verwies darauf, dass es beim Wohngipfel bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu nur einen Prüfauftrag gegeben habe. Und nach Prüfung durch sein Haus sei man zu dem Ergebnis gekommen, „dass dieses Instrument untauglich ist und es viele andere Instrumente gäbe, die deutlich geeigneter wären, zu Entlastungen beim Thema Kosten des Wohneigentumerwerbs zu kommen“.

Der CDU-Politiker nannte in diesem Zusammenhang eine Begrenzung der Grunderwerbsteuer oder Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer. „Insofern sehen wir mit Sorge, dass das Justizministerium jetzt diesen Weg gehen will“, fügte er hinzu.

Mit Barleys Neuregelung sollten Käufer bei den Nebenkosten des Immobilienerwerbs entlastet werden. Dem Bericht zufolge wechseln in Deutschland nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes jedes Jahr 500.000 Wohnimmobilien den Eigentümer.

In fast zwei von drei Fällen seien Makler beteiligt – mit einer Provision von bis zu 7,14 Prozent der Kaufsumme. Bei einer 400.000 Euro teuren Immobilie mache dies schon knapp 30.000 Euro aus. Gerade in den Regionen mit großer Wohnungsnot sei es üblich, dass die Provision allein vom Käufer gezahlt wird.

Käufer von Häusern oder Wohnungen sparen durch eine geplante Neuregelung der Maklergebühren nach Einschätzung des Justizministeriums bis zu drei Milliarden Euro. Zugleich müssen die Makler mit jährlichen Umsatzeinbrüchen von 660 bis 750 Millionen Euro rechnen. Das geht aus dem Gesetzentwurf des Ministeriums hervor, der nun in der Bundesregierung diskutiert wird.

Für Barley sei klar, dass der Grundsatz „Wer bestellt, der zahlt“ auch bei Immobilienkäufen gelten müsse. „Das sorgt für einen echten Wettbewerb und faire Preise bei den Maklerkosten“, sagte die Ministerin der Zeitung.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Immobilien: Kosten für Makler: Barley will das Bestellerprinzip auch für Haus- und Wohnungskäufe"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Maklerkosten sind stark überhöht und durch den Immobilienboom noch mehr. In Schleswig Holstein beispielsweise zahlt man 7% des Kaufpreises an den Makler. Bei einem Haus von 500.000 sind das 35.000 für was ? Für ein paar Onlineanzeigen und 3 Termine ? Eine Honorar für Makler ja, aber in dem Rahmen, in dem auch andere Dienstleister ihre Leistungen fakturieren, nach dem Aufwand der entsteht mit vernünftigen Stundensätzen.

  • Die Politik denkt gerne an sich: Die Preise erhöhen sich und damit die Grundsteuer - ähnlich wie bei Mieten: Die Maklerkosten werden auf den Mieten geschlagen, die höheren Mieteinnahmen versteuert in der Einkommenssteuer.

  • Geht es bei der SPD wirklich nur noch um den dümmsten Vorschlag? Nun, hier jedenfalls ausnahmsweise nicht. Die Maklerkosten hier sind überhöht und das Bestellerprinzip wird die preise auf das normale Maß senken, siehe Niederlande.

  • Das macht den Erwerb eines Eigenheims intransparenter. Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer werden auf diese Weise erhöht. Vielleicht ist das die Zielsetzung. In Märkten mit knappem Angebot wird die Angelegenheit dadurch jedenfalls nicht billiger.

  • Das ist totaler Blödsinn, kann auch nur der SPD einfallen. Dann schlage ich als Verkäufer eben die Provision des Maklers obendrauf.

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