Immobilien Horrortrip Wohnungssuche

Seite 3 von 3:
„Wollen Sie Kinder? Und wie viele?“

Die Wut sitzt mir in der Brust, sie erstickt mich fast: Wut auf die Politiker, die doch dafür sorgen wollten, dass die Maklerprovision in Zukunft der Vermieter zahlt. Und dass es eine Mietpreisbremse gibt. Steht jedenfalls im Koalitionsvertrag. Nun macht Heiko Maas die Ankündigung. Doch für mich kommt die zu spät.

„Wollen Sie Kinder? Und wie viele?“ Warum suchen Sie eine neue Wohnung? Wollen Sie in Düsseldorf bleiben? Haben Sie Referenzen? Wen kann ich anrufen? Können Sie mir was zu Ihrer Gehaltsabrechnung erklären? Spielen Sie ein Musikinstrument? Was haben Sie für Arbeitszeiten? Wie lange wollen Sie hier wohnen?“ Jede dieser Fragen habe ich beantwortet – brav wie ein Schaf. Ich kapituliere. Nach diesem Horrortrip rufe ich einen Makler an.

„Bitte schicken Sie mir eine Mail mit allen einschlägigen Informationen. Ich melde mich dann.“ Das war vor gut einer Woche. Ich warte noch immer.

Ich liebe meinen Kollegen! Denn es ist sein Tipp, der mich rettet. Ich habe eine neue Wohnung. Endlich. Sie stand in keiner App, keiner Zeitung und nicht bei Facebook. Die Freundin des Kollegen zieht aus. Ihre Wohnung ist es nicht geworden, dafür jedoch eine im selben Haus. Ganz nebenbei sagte der Vermieter: „Ach, übrigens, im Haus wird noch was frei. Wenn Sie wollen, können Sie sich die auch schnell anschauen.“ Ja, ich will!

Ich tanze. Mitten auf der Straße.

Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Immobilien - Horrortrip Wohnungssuche

1 Kommentar zu "Immobilien: Horrortrip Wohnungssuche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja, es gibt einen Grund auf die Politiker wütend zu sein. Nämlich, dass Sie über die Wirkung des staatlichen Eingriffs belogen werden. Staatlicher Eingriff auf den Wohnungsmarkt ist die Ursache des Problems nicht die Lösung: Das Verbot die Miete für langjährige Mieter auf normales Marktniveau zu erhöhen führt zu Nicht-Auszug von Mietern, die mit spottbilligen Mieten riesige Wohnungen haben. Die Mietpreisbremse führt zu weniger Bauen. Die Bevormundung von Eigentümern und Mietern bezüglich des Energieverbrauchs führt zu horrenden Kosten der Modernisierung, die sich über die Energieeinsparung für den Mieter niemals rechnet und die ein wirtschaftlich denkender Mensch niemals gemacht hätte. Nichtzahlende Mieter aus der Wohnung zu klagen ist faktisch unmöglich, zerstörte Wohnungen ersetzt zu bekommen ebenfalls. Daher versucht der Vermieter möglichst viel Sicherheit wenigsten der monatlichen Zahlung zu bekommen, wenn alles andere schon nicht beeinflussbar ist. Den Bürgern wird vorgegaukelt, dass eine staatliche Lenkung des Wohnungsmarktes die Probleme löst. In der DDR hat der Staat die Wohnungsbewirtschaftung übernommen …
    Nach dem Krieg gab es ein wirkliches Problem, da Wohnungen zerstört waren. Auch da gab’s eine staatliche Bewirtschaftung, die den Mangel verwaltete. Erst mit freiem Markt hat der private Sektor das Angebot geschaffen.
    Der Wohnungsmarkt ist kein Markt mehr, der Staat fummelt überall mit und schafft das Problem, welches dann als Rechtfertigung für weiter Eingriffe dient. Die Lösung wird den südlichen Euroländern von uns empfohlen: Reformen. Einfach alle Mieter (auch die Bestandsmieter) faire Marktpreise für die Nutzung der ihnen überlassenen hohen Werte zahlen lassen und alle staatlichen Lenkungen streichen und Baugebiete ausweisen. Dann ist das Problem schnell gelöst: Neubauten gebaut mit Billigzinsen drücken die Mieten. Wer eine kleine Rente hat, kann sich nur eine kleine Wohnung leisten. Wer als Makler keine gute Leistung bietet, findet keinen Kunden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%