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Immobilienmarkt Regierung nimmt beim Kampf gegen Geldwäsche auch Makler in die Pflicht

Ein Gesetzesentwurf will bestimmte Berufsgruppen dazu verpflichten, stärker als bisher gegen Geldwäsche vorzugehen. Dazu zählt die Immobilienbranche.
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Geldwäsche: Regierung nimmt Makler in die Pflicht Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Immobilien in NRW

Die Immobilienbranche soll künftig verstärkt den Verdacht auf Geldwäsche melden.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Berlin Die Bundesregierung will den Kampf gegen Geldwäsche ausweiten und dabei auch die Immobilienbranche stärker in die Pflicht nehmen. Darauf zielt ein Gesetzentwurf ab, der an diesem Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet werden soll.

Er sieht unter anderem vor, dass die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes mehr Kompetenzen bekommen soll. „Geldwäsche ist in unserem Land ein ernstes Problem. Das müssen wir beseitigen“, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Vor allem auf dem Immobilienmarkt müssen wir genauer hinschauen.“

In dem Gesetz werden dem Bericht zufolge mehr Berufsgruppen als bisher dazu verpflichtet, einen Verdacht auf Geldwäsche zu melden und Vorsorge gegen Geldwäsche zu betreiben. Dazu sollen künftig unter anderem auch Immobilienmakler, Edelmetallhändler und Auktionshäuser zählen.

Zugleich solle die beim Zoll angesiedelte Financial Intelligence Unit (FIU) einen besseren Zugriff auf die Daten anderer Ermittlungsbehörden bekommen. Damit werde Deutschland künftig „international die höchsten Standards beim Kampf gegen Geldwäsche haben“, sagte Scholz.

Die FIU, die zentrale Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes, hatte kürzlich in ihrem Jahresbericht 2018 eine „extreme Anfälligkeit“ des Immobilienmarktes für dubiose Geschäfte beklagt - und große Probleme, Kriminellen hier auf die Schliche zu kommen. Laut FIU betrafen von 77 252 Verdachtsmeldungen auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung im vergangenen Jahr nur rund 3800 Fälle den Immobiliensektor.

Nach Schätzungen von Transparency International werden 15 bis 30 Prozent aller Gelder aus kriminellen Aktivitäten inzwischen in Immobilien investiert. In Berlin und Brandenburg etwa wurden zuletzt 77 Immobilien im Wert von rund neun Millionen Euro beschlagnahmt, die mutmaßlich mit kriminell erworbenem Geld gekauft worden waren.

Mehr: Gegen den Goldhändler PIM besteht der Verdacht der Geldwäsche. Bei einer Durchsuchung im September wurden Edelmetalle im Millionenwert beschlagnahmt. Die Razzia wirft Fragen auf.

  • dpa
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