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Indischer Ozean Reederei: Erneuter Angriff auf Öltanker vor Oman

Immer wieder sind in den vergangenen Monaten israelische Schiffe in der Region attackiert worden. Zwei Crew-Mitglieder sollen die jüngste Attacke nicht überlebt haben.
30.07.2021 - 20:23 Uhr Kommentieren
Einzelheiten zum jüngsten Angriff auf einen Öltanker vor Oman sind widersprüchlich. Quelle: AP
Öltanker

Einzelheiten zum jüngsten Angriff auf einen Öltanker vor Oman sind widersprüchlich.

(Foto: AP)

Dubai Bei einem Angriff auf einen Öltanker vor der Küste Omans sind nach Angaben der Reederei zwei Mitglieder der Besatzung getötet worden. Die Crew-Kräfte stammten aus dem Vereinigten Königreich und Rumänien, teilte die Firma Zodiac Maritime am Freitag mit. Über weitere Verletzte unter der Besatzung sei zunächst nichts bekannt.

Ziel der Attacke vom Donnerstagabend vor der omanischen Insel Masira im Arabischen Meer sei der von Zodiac Maritime verwaltete Tanker „Mercer Street“ gewesen, der unter liberianischer Flagge nordöstlich von Masira unterwegs war. Die Reederei gehört zur Zodiac Group des israelischen Milliardärs Eyal Ofer und hat ihren Sitz in London. Laut dem Unternehmen hat der Tanker einen japanischen Eigner.

Zunächst bekannte sich niemand zur mutmaßlichen Attacke, doch machte ein israelischer Sicherheitsbeamter den Iran verantwortlich. Belege legte er nicht vor. Ein US-Regierungsvertreter sagte, dass offenbar eine „Selbstmorddrohne“ zum Einsatz gekommen sei. Auch andere Drohnen seien beteiligt gewesen.

Dies würde aus Sicht von Beobachtern eine mögliche Urheberschaft einer Regierung oder Miliz wahrscheinlicher machen. Die US-Marine eskortierte den Tanker nach dem Vorfall zu einem sicheren Hafen, teilte Zodiac Maritime am Freitagabend mit.

Laut der Firma fiel der Tanker einem Piratenangriff zum Opfer. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls sei er im nördlichen Indischen Ozean vom tansanischen Daressalam nach Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs gewesen, teilte die Betreiberfirma weiter mit. Eine Beobachtergruppe der britischen Marine, UKMTO, hatte zuvor indes mitgeteilt, dass es sich beim Zwischenfall am späten Donnerstagabend (Ortszeit) vermutlich nicht um Piraterie gehandelt habe. Es laufe aber noch eine Untersuchung.

Immer wieder Angriffe in den vergangenen Wochen

Satellitendaten des Dienstleisters MarineTraffic.com zeigten, dass sich der Tanker in der Nähe des von britischen Offiziellen benannten Schauplatzes der mutmaßlichen Attacke befunden hatte. Allerdings stammt das letzte Signal, dass das Schiff aussendete, vom frühen Freitagmorgen.

Weder die Regierung Omans noch die am Persischen Golf stationierte Fünfte Flotte der US-Marine waren zunächst für eine Stellungnahme erreichbar. Auch von israelischer oder iranischer Seite gab es zunächst keinen Kommentar.

Es war bereits das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass ein Schiff mit Verbindungen zum Milliardär Ofer offenbar ins Visier geriet. Anfang Juli kam es an Bord des unter liberianischer Flagge segelnden Containerschiffs „CSAV Tyndall“, das einst zu Zodiac Maritime gehörte, nach US-Angaben im nördlichen Indischen Ozean zu einer unerklärlichen Explosion.

Immer wieder waren in den vergangenen Monaten israelische Schiffe in der Region attackiert worden. Israel macht dafür regelmäßig den Iran verantwortlich. Die Angriffe werden als Teil eines Schattenkrieges gewertet, den die beiden Staaten wegen des Streits um das iranische Atomprogramm führen.

Israels Regierung hatte sich stets energisch gegen das internationale Atomabkommen mit dem Iran gestellt. Dieses verpflichtete den Iran, seine Atomaktivitäten einzuschränken, im Gegenzug wurden Sanktionen gegen Teheran aufgehoben. Die USA traten unter Präsident Donald Trump 2018 einseitig aus dem Vertrag aus, dessen Nachfolger Joe Biden will wieder eintreten, allerdings stocken die Verhandlungen darüber in Wien.

Erst diese Woche hatte US-Außenminister Antony Blinken bei einem Kuwait-Besuch den Iran gewarnt, dass die Atomgespräche in Wien „nicht auf unbestimmte Zeit weitergehen können“.

Mehr: Milliarden-Kanal neben dem Bosporus: Erdogans Pläne stacheln die Weltmächte auf

  • ap
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