Industriestudie Der Strom fällt in Deutschland öfter aus

Die Stromversorgung deutscher Unternehmen wird einer Industriestudie zufolge künftig häufiger unterbrochen werden. Grund ist die Abschaltung von acht Kernkraftwerken im Zuge der Energiewende.
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Schon jetzt gibt es kleine Stromausfälle durch die Energiewende - mit großen Folgen. Quelle: dapd

Schon jetzt gibt es kleine Stromausfälle durch die Energiewende - mit großen Folgen.

(Foto: dapd)

BerlinDie Industrie bekommt die Energiewende zu spüren: Kurze Unterbrechungen der Stromversorgung stören immer häufiger die Produktionsabläufe. Eine Untersuchung des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der monatlichen Kurzunterbrechungen von weniger als einer Sekunde Dauer seit der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März vergangenen Jahres im Vergleich zu den Monaten Januar und Februar 2011 verfünffacht hat.

Der VIK hat dazu 45 große Stromverbraucher aus den Branchen Chemie, Papier, Zement und Nahrungsmittel befragt. Der VIK sieht sich als Interessenvertretung der industriellen und gewerblichen Energiekunden. Die VIK-Mitgliedsunternehmen stehen für 80 Prozent des industriellen Energiebedarfs in Deutschland.

Deutschland gilt noch immer als Land mit besonders hoher Stromversorgungssicherheit. Immer wieder hat die Bundesnetzagentur der Energiewirtschaft in den vergangenen Jahren bescheinigt, die Verbraucher zuverlässig mit Strom zu versorgen. Die Versorgungsqualität drückt sich im System-Average-Interruption-Duration-Index (SAIDI) aus. In die Berechnungen fließen allerdings nur ungeplante Unterbrechungen ein, die länger als drei Minuten dauern.

Die Netzbetreiber sind verpflichtet, solche Unterbrechungen an die Bundesnetzagentur zu melden. 2010 summierten sich die Unterbrechungen nach Angaben der Bundesnetzagentur auf durchschnittlich 15 Minuten je Endverbraucher. Das ist im weltweiten Vergleich ein sehr guter Wert.

Doch aus Sicht der Industrie ist der Index nicht aussagekräftig. Denn vor allem die sich häufenden Unterbrechungen im Bereich von einer Sekunde und weniger bereiten den Unternehmen wachsende Probleme. Diese Störungen tauchen aber im Index nicht auf, da er erst Ausfälle von drei Minuten und mehr erfasst.

Begleiterscheinung der Energiewende
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16 Kommentare zu "Industriestudie: Der Strom fällt in Deutschland öfter aus"

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  • "Und erst wenn es keine Zweifel an der Grundversorgung Deutschlands geben kann , wenn wir auch im November genug Strom aus EE haben , können sie weitere Atomkraftwerke abschalten , aber erst dann !!!!"

    Völlig richtig. "Genug Strom" muss insbesondere bedeuten, dass die Volatilität der EE hinreichend abgesichert ist, und nicht nur theoretisch verfügbare Leistung installiert wird.

  • @dw-seneca: Danke für den Link. Sollte man wirklich lesen. (PS ich bin kein Mitarbeiter eines Energiekonzerns und auch nicht eingekauft) Auch ich bin für grünen Strom aber mit Augenmaß und Bezahlbarkeit. Die energieintensive Wirtschaft wird im europäischen Vergleich mittelfristig abwandern müssen, solange in der EU nicht ähnliche Preise für Strom gelten. Das der Strom aufgrund des fehlenden Leitungsnetzes teurer wird ist wohl jedem klar. Zu behaupten das die Energieerzeuger hier die letzten Jahre gepennt hätten kann man so auch nicht stehenlassen da in der Vergangenheit diese Stromautobahnen schlicht überflüssig waren, da der Strom da produziert wurde, wo er gebraucht wurde. Aber unsere Politiker allen voran der Versager Röttgen haben immer die Augen vor diesen Tatsachen verschlossen. Bildung fehlt uns in der Energiepolitik vor allem bei den verantwortlichen Politikern egal in welcher Partei. Aber Merkel & Co wollen mal wieder die Welt retten wie auch beim EURO. Uns stehen schwere Zeiten bevor.

  • Man darf aus heutiger Sicht keine weiteren Atomkraftwerke abschalten , nicht eins !!!
    Die Grundversorgung ist bewiesener maßen eben nicht gesichert , dieser fakt würde es rechtfertigen , den von Herrn Trittin aus Ideologischen gründen eingesetzten Herrn Jochen Flasbarth von seinen Pflichten zu entbinden.
    Er, in seiner Eigenschaft als Behördenleiter (UBA) ignorierte alle bedenken der Industrie und als Chef für Reaktorsicherheit ließ er nicht zuletzt aus (erfundenen)Sicherheitsgründen anlagen abschalten .
    Er, und der Herr Trittin sollten die Konsequenzen tragen und ihren beutel schnüren .
    Der Herr Trittin ist schon sehr viel öfter mit seiner "Vetternwirtschaft "aufgefallen .

    Lasst die bestehenden anlagen weiterlaufen , parallel dazu müssen dann die EE ausgebaut werden .
    Und erst wenn es keine Zweifel an der Grundversorgung Deutschlands geben kann , wenn wir auch im November genug Strom aus EE haben , können sie weitere Atomkraftwerke abschalten , aber erst dann !!!!

    Bisher leben wir auf kosten unserer Nachbarn .
    Schmeißt sie endlich raus !!!

  • Aber leider sind das diejenigen, die am lautesten schreien und "ÖkoÖkoÖko" wollen.

    Ich bin dafür mitten im Prenzlauer Berg mal ein Windrad aufzustellen. Mal sehen wie die medienschaffenden Latte-Trinker darauf reagieren

  • Hier können die Fakten nachgelesen werden:
    http://www.blu-news.org/2012/05/07/grundkurs-energiewende-2/

    Aber mit Fakten läßt sich halt schlecht eine Ökopolitik machen.

  • Ein Kapitel zum Buch: "Wie zerstöre ich mit Ideologie meine Lebensbasis."

    "Die Geschichte lehrt täglich. Sie findet nur keine Schüler."

  • völlig richtig!

  • Vielleicht sollte man doch mehr auf die Fachleute hören, die auf Grund ihrer Ausbildung und ihrer täglichen beruflichen Tätigkeit davon Ahnung haben könnten.
    Sozialpädagogen, Theaterwissenschaftler und Geschichtsstudenten gehören da nicht dazu.

  • Genau, wenn Kommentare nicht ökologisch korrekt sind, dann kann das nur die "Atomlobby" sein. Das diese Kommentare von ganz normalen Menschen mit Bodenhaftung sein könnten, auf die Idee kann man ja nicht kommen.
    Entweder grün-naiv oder atomar-böse. Dazwischen gibt es nichts anderes.

  • Oha, es geht los, die Atomlobby schlägt zurück!
    Sogar die passenden Kommentare sind schon eigekauft. Zieh Dich warm an, Deutschland.

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