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Inflation Stärkster Anstieg seit 1981: Preise im Großhandel ziehen rasant an

Im Juni sind die Preise im Großhandel im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent gestiegen. Die Verbraucher könnten diese Entwicklung noch zu spüren bekommen.
12.07.2021 - 13:04 Uhr 2 Kommentare
Besonders stark sind die Preise beim Mineralöl angezogen. Quelle: dpa
Ölraffinerie in Köln-Godorf

Besonders stark sind die Preise beim Mineralöl angezogen.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Die Verkaufspreise im Großhandel sind im Juni so stark gestiegen wie zuletzt in Folge der zweiten Ölkrise Anfang der 1980er Jahre. Um 10,7 Prozent gegenüber Juni 2020 hätten die Preise zugelegt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am heutigen Montag mitteilte. Eine höhere Vorjahresveränderung habe es zuletzt im Oktober 1981 mit einem Plus von 11 Prozent gegenüber Oktober 1980 gegeben.

Die Preise im Großhandel sind bereits im Mai so stark gestiegen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Sie lagen laut Statistischen Bundesamt um 9,7 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Im April hatte das Plus noch bei 7,2 Prozent gelegen. Damit hat sich der Preisauftrieb im Großhandel nun nochmals beschleunigt.

Die hohen Steigerungsraten begründen sich zum Teil durch den Basiseffekt, eine Folge des sehr niedrigen Preisniveaus der Vorjahresmonate im Zusammenhang mit der Coronakrise. Im Vormonatsvergleich stiegen die Großhandelsverkaufspreise im Juni 2021 um 1,5 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Veränderungsrate hatte im Juni 2021 der Preisanstieg bei Mineralölerzeugnissen (+37,7 Prozent). Besonders kräftige Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen mit einem Plus von 77,6 Prozent sowie mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (+54,2 Prozent). Erheblich teurer wurden im Vorjahresvergleich auch Roh- und Schnittholz (+48,4 Prozent) sowie Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (+26,9 Prozent).

Niedriger als im Juni 2020 waren die Preise bei Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-3,7 Prozent) sowie mit Fischen und Fischerzeugnissen (-1,2 Prozent).

EZB-Direktorin glaubt nicht, dass die Inflation aus dem Ruder läuft

Bei der Verbraucherpreisinflation werden die wachsenden Großhandelspreise womöglich noch spürbar, wenn Unternehmen einen Teil des Anstiegs an ihre Kunden weiterreichen. Trotz eines zuletzt wieder stärkeren Preisauftriebs wird die Inflation im Euro-Raum aus Sicht von EZB-Direktorin Isabel Schnabel aber nicht aus dem Ruder laufen.

Zwar sei die verhaltene Inflationsprognose der Europäischen Zentralbank (EZB) von 1,4 Prozent im Jahr 2023 mit Unsicherheit behaftet, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ in einem am Wochenende veröffentlichten Interview. „Aber ich bin mir sicher, dass wir keine übermäßig hohe Inflation erleben werden“, fügte sie hinzu.

Die derzeitige Inflationsentwicklung mit einer in Deutschland relativ hohen Teuerung sei pandemiebedingt und vorübergehend, sagte Schnabel. Ob sich der Preisanstieg verstetige, hänge wesentlich davon ab, ob auch die Löhne steigen und die Inflation dann verstärken. „Bislang sehen wir davon wenig - auch in Deutschland“, erläuterte sie.

Mehr: Die EZB will höhere Inflation geduldig beobachten

  • rtr
  • jbe
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2 Kommentare zu "Inflation: Stärkster Anstieg seit 1981: Preise im Großhandel ziehen rasant an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man kann sich, wie in der Vergangenheit auch, auf den Kapitalismus verlassen. Nur Monopole können Preise langfristig diktieren. Nach dem Ende der Lieferketten-Problematik wird vermutlich der starke Wind des Preiswettbewerbs wieder greifen. Noch gibt es in Deutschland kein Zentralkomitee und deshalb kann man getrost ruhig schlafen. Was man nicht unbedingt braucht, wird man nicht hochpreisig kaufen. Es gibt auch das Gegenteil - Niedrig-Preis-Orgien. Im Textilhandel ist ein Ausverkauf im Gange, wie selten.

  • "Die Verbraucher könnten diese Entwicklung noch zu spüren bekommen."

    Ha! Ha! Ha!

    Wer denn sonst? Man sollte (? nee: muss) die Verwendung des Konjunktivs auf sinnvolle Fälle beschränken…

    Der Elefant steht seit Monaten im Raum und alles was Ökonomen lehren, bedeutet: diese sinnlose (!) Geldverschleuderung (und das noch ohne reale Hilfe bei den Bedürftigen!) im Zuge der sog. Pandemie entwertet dasdvorhandene Geld.

    Kapitalismus ist ein Nullsummenspiel!

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