Innenminister verteidigt Heveling Friedrich wirft Netzgemeinde Wildwest-Methoden vor

Auch im Internet gelten die „Grundprinzipíen von Demokratie und Anstand“, wettert Bundesinnenminister Friedrich. Damit kritisiert er die Netzgemeinde, die dem CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling übel mitgespielt habe.
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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Quelle: dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

(Foto: dpa)

BerlinBundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wirft der Netzgemeinde im Fall des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling Wildwest-Methoden vor: „Herr Heveling hatte eine andere Meinung und die Internetaktivisten legen seine Homepage lahm. Das verstehe ich nicht unter Demokratie“, sagte Friedrich dem Handelsblatt.

Heveling hatte in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt  umstrittene US-Gesetzesinitiativen für einen strengen Urheberrechtsschutz befürwortet und die Gesetzesgegner als „digitale Maoisten“ bezeichnet. „Liebe Netzgemeinde: Ihr werdet den Kampf verlieren“, schrieb der 39 Jahre alte Jurist. Damit entfachte der CDU-Politiker einen Sturm der Entrüstung im Internet und musste sich in den einschlägigen sozialen Netzwerken kritische und spöttische Einwürfe gefallen lassen. Seine Internetseite war zeitweilig gekapert und mit satirischen Beiträge bestückt worden.

Davon hatte sich der Heveling nicht beirren lassen: Er habe in letzter Zeit beobachtet, „dass ein offener Diskurs zu den Fragen von Freiheit und Eigentum im Internet schwer geworden ist“, legte er nach. Er würde den Gastbeitrag "wieder genau so schreiben und veröffentlichen.“

Der Bundesinnenminister schlägt in die gleiche Kerbe und kritisiert die Netzgemeinde, die für sich Sonderregeln beanspruche. „Es sollten die normalen Grundprinzipien von Demokratie und Anstand gelten, wie man miteinander umgeht“, betont Friederich. „Wir kennen Spielregeln im Straßenverkehr oder aus dem Strafrecht."  Darüber dürfe sich auch die Internetgemeinde nicht hinwegsetzen. Der Innenminister räumte allerdings ein, dass es nicht einfach sei, allgemein gültigen Gesetze auch im Internet durchzusetzen.

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44 Kommentare zu "Innenminister verteidigt Heveling: Friedrich wirft Netzgemeinde Wildwest-Methoden vor"

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  • Leute,
    auch ich war über Hevelings forsches Auftreten nicht glücklich. Gleichwohl gilt es Friedrich Recht zu geben.
    Zu viele von uns Internetaffinen nehmen sich zuviel heraus.
    Guttenberg mag in vielem nicht sonderlich sympathisch sein,
    aber ihm Torte ins Gesicht zu hauen war doch ein Unding.
    Gleiches gilt für Heveling. Die Ansichten des Mannes mögen uns nicht gefallen, ihn aber die Webseite zu blockieren geht nicht an. Auch unpopuläre Meinungen müssen eine Plattform haben. Stellt euch mal vor jemand ginge so mit euren! Ansichten um.

  • Es waren nicht DIE Internetaktivisten oder DIE Netzgemeinde, die die Homepage lahmgelegt haben. Wenn jemand besoffen fährt, sind auch nicht DIE Autofahrer betrunken gefahren, das ergibt ebensowenig Sinn.

    Es waren einfach ein paar Leute (vielleicht auch nur einer?), die das für ein angemessenes Mittel hielten. Hilfreich war diese Aktion allerdings nicht.

  • Papperlapapp Militärische Macht... das hier wird hoffentlich die Zukunft: http://www.youtube.com/watch?v=wj_cIiu3hU4&hd=1

  • Der Wilde Westen steht für Freiheit und Abenteuer. Und die müssen weg. Unfreiheit und Langeweile - die Zukunft des Internets in CSU-regierten Ländern. Bitte nicht mehr wählen!

  • Damit hier keine Mißverständnisse auftauchen, ich habe nichts gegen andere Religionen. Ich habe sehr viel dagegen, daß sich Länder in denen Christen und andere Glaubensbrüder mit allen staatlichen Mitteln verfolgt werden, falls sie ihre Religion ausüben wollen, Schaden an Leib und Leben erfahren, auch in solchen Ländern, wie denen, die hier in diesem Lande durch die Majorität der Minderheiten und folglich so manchen Job in der Integration innehabe, regelrecht ausleben. Ob das dem BMI gefällt oder nicht, sei dahingestellt.

    Ausgewogenheit sieht anders aus. Überall wird nach Koalitionen verlangt, hier geht das offensichtlich nicht. Es leben in diesem Lande mithin auch andere Migranten, ohne Bezug auf eine christliche Religion. Das darf man beruhigt einmal sagen dürfen.

  • BMI Friedrich sollte Dilettanten nicht unbedingt beispringen. Ich weiß, natürlich kommt es auf jede Stimme an, auch derer. So gesehen, kann ich natürlich verstehen, daß solche Lloyds unbedingt im Amt gehalten werden müssen.

    Das beste Beispiel "today" oder gestern, unser "aller" Präses. By the way, was hat der eigentlich für eine Religion, darf man das mal laut fragen? Mit dem Knopf im Ohr höre ich immer noch deutlich seine Worte vom Islam. Oh Wunder, sollte sich herausstellen, sie haben ihn schon vereinnahmt. Die Schlagzeile, rot unterstrichen, die kann ich gar nicht lesen, selbst wenn ich wollte; schließlich muß in der heutigen ZEIT niemand mehr Kleingeld besitzen wollen. Es geht auch anders. Haste mal'n €uro für mich, das klingt ziemlich müde in ZEITen in denen dieser in einigen Ländern ums überleben kämpft.

  • Und es spricht für Anstand und Demokratieverständnis wenn man, ohne Argumente, dafür aber mit brutaler Wortwahl einer Generation den Krieg erklärt?
    Ich finde ja man muss sich nicht in Seiten von Politikern einhacken, aber viel Sinn für die Spielregeln im demokratischen Diskurs hat Herr Heveling nicht bewiesen.
    Dass Herr Friedrich sich nicht zu der Kriegsrethorik äußert, die anderen bestimmt eine Überwachung durch den Verfassungsschutz bescheren würde, sondern sich nur über den Hack auf eine Webseite äußert, die ohnehin niemand liest (außer an dem Tag, weil die Nachrichtenseiten davon berichtet haben) spricht für eine klare Partei/Unions-Verbundenheit, aber nicht mehr. Schade, denn genau das ist es was viele Bürger zur Politikverdrossenheit bringt.

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    Danke!

  • Friedrich wirft Netzgemeinde Wildwest-Methoden vor
    ========================================
    Ich behaupte,
    das sich die Netzgemeinde/die Bürger
    dem Bordsteinkantenniveau der Politik
    logischerweise anpasst,
    um auf Augenhöhe zu sein!
    Hihihi...

  • Heveling will unser digitales Blut vergießen und wir sollen still dabei zusehen.

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