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Innovationen BDI kritisiert Bund für KI-Strategie: „Das ist der falsche Weg“

Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert mehr Geld für Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig hat der Verband eine Warnung an die Politik.
28.12.2019 - 12:08 Uhr Kommentieren
Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert eine nationale Strategie für Künstliche Intelligenz. Quelle: dpa
Künstliche Intelligenz

Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert eine nationale Strategie für Künstliche Intelligenz.

(Foto: dpa)

Berlin Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt Bundesregierung und EU-Kommission vor falschen Weichenstellungen bei der Förderung der Künstlichen Intelligenz (KI). „Deutschland und Europa dürfen sich mit KI-Förderung nicht verzetteln“, sagte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, bei der Vorlage eines Grundsatzpapieres des Verbandes zu KI. Der Fokus müsse klar auf der industriellen Anwendung liegen.

Denn hier bestünden die besten Wachstumschancen. Nach einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums kann KI bis 2035 ein zusätzliches jährliches Wachstum von zwei Prozent über die gesamte Wirtschaft hinweg auslösen. Für die Industrie wird danach jedoch mit überdurchschnittlichen Zuwachs von 2,3 Prozent gerechnet.  

Daneben fordert der BDI mehr Geld für die nationale KI-Strategie. Der Bund hat zwar bis 2025 drei Milliarden Euro vorgesehen. Bisher sind im Budget für 2020 und der mittelfristigen Planung bis 2023 aber nur eine Milliarde eingestellt, der Rest soll teilweise durch Umschichtung zusammenkommen. „Das ist der falsche Weg“, heißt es in den Empfehlungen, nötig sei eine Haushaltsaufstockung.

Anderenfalls entferne sich Deutschland auch weiter vom Ziel der GroKo, die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2025 von derzeit gut drei auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen. Die EU will die öffentlichen und privaten Gesamtinvestitionen für KI bis 2028 auf jährlich 20 Milliarden Euro steigern.  

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    Mit Blick nach Brüssel fürchtet die Deutsche Industrie allerdings vor allem zu viel und überstürzte Regulierung: „Die ehrgeizige Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, innerhalb der ersten 100 Tage ihrer Amtszeit einen Legislativvorschlag für künstliche Intelligenz vorzulegen, bereitet Sorge“, sagte Plöger. Der geplante Regulierungsrahmen werde die Innovationsfähigkeit der europäischen Wirtschaft schließlich für die kommenden Jahre und Jahrzehnte entscheidend beeinflussen. „Es wäre kontraproduktiv, ihn übers Knie zu brechen.“

    Stärkung der Forschung und des Mittelstandes

    Der Vorschlag der Kommission sollte „alle KI-Anwendungen, die keine kritische Entscheidungen über Menschen treffen, explizit ausnehmen“, fordert der BDI deshalb. Anderenfalls „würde der regulatorische Schnellschuss zur Innovationsbremse für die Industrie“.

    Statt bei der Regulierung sollte die Politik besser bei der Stärkung der Forschung und des Mittelstandes Tempo machen, so die BDI-Hauptgeschäftsführerin. Denn während bereits ein Viertel der Großunternehmen KI nutzen, sind es bei kleinen und mittleren Unternehmen erst 15 Prozent. Um den  Mittelstand zu unterstützen, die großen Chancen der KI zu ergreifen, müsse der Bund helfen, regionale und überregionale Vernetzungsinitiativen mit IT-Dienstleistern und KI-Start-ups auf- und auszubauen. Denn viele kleinere Unternehmen könnten keine eigenen KI-Experten beschäftigen und benötigen Partner, die sie in der Entwicklung von KI-Anwendungen unterstützen.

    Daneben bemängelt der BDI die nationale KI-Strategie als viel zu schwammig: Ziele und Maßnahmen seien zu allgemein, nicht ausreichend operationalisiert und „mit wenig messbaren Indikatoren unterlegt“, heißt es im Papier. Als zu vage hatte die KI-Strategie auch die grüne Opposition und vor allem die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung kritisiert, es gebe noch „erheblichen Weiterentwicklungsbedarf“, monierte deren Vorsitzender Dietmar Harhoff.

    Wenn sie die KI-Verbreitung erfolgreich steuern wolle, müsse die Bundesregierung dafür auch passende Indikatoren festlegen, so der BDI – etwa die Verbreitung in Wirtschaft und Forschung. Dazu brauche es eine detaillierte, quantitative Stärken-Schwächen-Analyse. Noch gibt es dazu kaum Daten, der Bund sollte daher Wirtschaftsforschungsinstitute oder Statistikämter beauftragen, diese zu entwickeln und kontinuierlich zu erheben.

    Um der gesamten Gesellschaft die Angst vor KI zu nehmen und für Orientierung zu sorgen, empfiehlt der BDI dem Bund, eine Gesamtstrategie zu entwickeln – im  Dialog mit Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Als Blaupause könne die „Society 5.0-Strategie“ der japanischen Regierung dienen.

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    Mehr: Die milliardenschwere KI-Strategie der Bundesregierung soll 2019 mit gerade mal 50 Millionen starten. Und wofür sie das Geld ausgeben wollen, wissen die Ministerien auch noch nicht.

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