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Innovationen Neuer Rekord bei Forschungsausgaben

Die Wirtschaft gibt deutlich mehr Geld für Forschung und Entwicklung aus. Der Staat muss nachziehen, fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie.
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Rund 105 Milliarden sind in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren geflossen. Quelle: age fotostock/Getty Images
Forschung in KI

Rund 105 Milliarden sind in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren geflossen.

(Foto: age fotostock/Getty Images)

Berlin Der Innovationsstandort Deutschland macht Fortschritte: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben 2018 die Marke von 3,13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht. Insgesamt flossen rund 105 Milliarden in die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren.

Allein die Wirtschaft hat 72 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (F+E) investiert – knapp fünf Prozent mehr als 2017. Die Ausgaben von Staat und Hochschulen stiegen um knapp zwei auf gut 32 Milliarden Euro. Das zeigen neue Zahlen des Stifterverbandes, die dem Handelsblatt vorliegen.

Damit hat Deutschland zum zweiten Mal in Folge das einst für 2010 angepeilte Ziel der EU erreicht, die F+E-Ausgaben auf drei Prozent des BIP zu steigern. Bis 2025 will die Große Koalition 3,5 Prozent schaffen Dominant sind die Autobauer mit 27 Milliarden Euro Forschungsausgaben. Überdurchschnittlich stark zugelegt haben 2018 jedoch die Branchen Pharma, Luft- und Raumfahrzeugbau, Elektronik sowie Information und Kommunikation.

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) zeigt sich zuversichtlich: „Das Drei-Prozent-Ziel haben Staat und Wirtschaft erreicht. Das ist uns Motivation und Ansporn, noch besser zu werden. Der internationale Wettbewerb wird härter“, sagte sie dem Handelsblatt. Mithilfe der steuerlichen Forschungsförderung ab Januar 2020 „legen wir beim Innovationstempo einen Gang zu“. Nun gelte es, bei „Zukunftsthemen wie Wasserstoff, Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz weltweit in der Spitze mitzuspielen“, so Karliczek. „Dann bleiben wir Innovationsführer und erreichen das 3,5-Prozent-Ziel.“

Dazu müsse sich aber „die gute Entwicklung der Zukunftsinvestitionen im Bundeshaushalt fortsetzen“, sagte die Ministerin. Für das kommende Jahr konnte Karliczek eine Kürzung zwar verhindern, ihr Budget steigt nun gegenüber 2019 allerdings nur ganz leicht von 18,1 auf 18,3 Milliarden Euro.

Weitere Anstrengungen

Der Präsident des Stifterverbands, Andreas Barner, drängt auf weitere Anstrengungen. Der Steuerbonus schaffe nun die Rahmenbedingungen, „um auch das Potenzial kleinerer Unternehmen auszuschöpfen und auszubauen“.
Die Industrie hingegen fordert, der Staat müsse erklären, wie er selbst wieder auf seinen früheren Anteil von einem Drittel an den gesamten Forschungsausgaben kommen wolle. Zudem erwarte man eine Klärung, „wie Bund und Länder die Industrie bewegen wollen, ihre Investitionen in Deutschland noch mehr zu steigern“, sagte Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI.

Der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, zeigt sich erfreut, dass Deutschland beim F+E-Anteil nun zu Japan und Schweden aufgeschlossen, die USA überrundet und Frankreich und Großbritannien deutlich zurückgelassen habe. Auch er drängt darauf, dass der Staat mehr für Forschung an Unis und außeruniversitären Instituten ausgibt.

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Die Opposition fordert ein Umsteuern: „Es darf nicht nur Forschung der Automobilbranche wachsen, sondern vor allem für Bio-Ökonomie, Raumfahrt sowie Informations- und Kommunikationstechnologie“, sagt der FDP-Forschungspolitiker Thomas Sattelberger. Zudem müsse Deutschland „Tür und Tor öffnen für die Einwanderung von Spitzenforschern und Tech-Spezialisten“ und „unsere Innovationen ganz anders kommerzialisieren“. Doch „weder Angela Merkel noch Anja Karliczek haben den Ernst der Lage begriffen. Und Peter Altmaier tut nur so.“

Die Sprecherin der Grünen für Technologie und Innovationspolitik, Anna Christmann, kritisierte, „der Haushalt der Forschungsministerin stagniert, und die Bundesregierung bleibt hinter ihren Ankündigungen zurück: Statt drei Milliarden steht für Künstliche Intelligenz nur eine Milliarde zur Verfügung. Die Hightech-Strategie sieht für Klima und Umwelt nur Kleinstbeträge vor.“

Mehr: Mehr Investition in Forschung ist gut, sagt der Topökonom Uwe Canter. Es kommt aber auch darauf an, dass das Geld für die richtigen Dinge ausgegeben wird.

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