Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Internationaler Wettbewerb Deutschland verspielt seine Vorreiterrolle beim Umweltschutz

Die Umweltwirtschaft ist ein wichtiger Exportfaktor in Deutschland. Doch der Vorsprung vor der internationalen Konkurrenz schrumpft, warnt das Umweltbundesamt.
18.02.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Umweltschutz: Deutschland verspielt seine Vorreiterrolle Quelle: dpa
Windpark vor Morgenhimmel

Deutschland droht bei Entwicklung und Export von Umweltschutzgütern ins Hintertreffen zu geraten.

(Foto: dpa)

Berlin Deutschland ist einer der größten Exporteure von Umweltschutzgütern. Doch die Position am Weltmarkt ist gefährdet: Patentanmeldungen und Exportanteil sinken. Das zeigen zwei noch unveröffentlichte Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) zu Produktion, Umsatz und Außenhandel sowie Forschung und Patentanmeldungen im Bereich Umweltschutz.

„Deutsche Unternehmen profitierten auf den grünen Märkten lange davon, dass für sie schon früh hohe umweltpolitische Standards galten“, sagte UBA-Präsident Dirk Messner dem Handelsblatt. „Diese Innovationskraft hat deutlich an Dynamik verloren.“

Auch andere Länder ergriffen die Chancen, die die wachsenden Märkte der Umwelt- und Klimaschutzgüter böten, so die Beobachtungen des Umweltbundesamtes, eines der wichtigsten Beratungsgremien der Regierung in Umweltfragen. Deutschland dagegen beschränke sich darauf, gemeinsame europäische Vorgaben 1:1 umzusetzen.

In einigen Bereichen, wie der Luftreinhaltung oder dem Klimaschutz, nehme die Politik sogar Vertragsstrafen für das Nichterreichen von Zielen in Kauf, statt Anreize für die Entwicklung innovativer Lösungen zu setzen. „Das reicht nicht aus, um eine Vorreiterrolle auf den Märkten für Umwelt- und Klimaschutzgüter einzunehmen oder zu halten“, warnt das Umweltbundesamt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Im Gegenteil: „In wichtigen Zukunftstechnologien wie der Elektromobilität droht Deutschland bereits den Anschluss zu verlieren.“

    Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hat in den vergangenen zehn Jahren bereits deutlich abgenommen. Gegenüber 2007 sank der Welthandelsanteil deutscher Umweltschutzgüter um 3,2 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent im Jahr 2017. Damit liegt Deutschland nicht mehr auf Platz eins, sondern steht an zweiter Stelle hinter China und vor den USA.

    Das Steuersystem umweltgerecht gestalten

    Der weltweite Patentanteil Deutschlands ist nach UBA-Angaben noch stärker gesunken: von 18,2 Prozent im Zeitraum 2002 bis 2006 auf 13,5 Prozent im Zeitraum 2012 bis 2016. Noch gehörte die Bundesrepublik damit zusammen mit den Japan und den USA zu den drei wichtigsten Patentanmeldern, sagt Messner.

    Dennoch ruft er die Politik zum Handeln auf. Sie müsse Standards setzen – und zwar deutlich über die europäischen Mindeststandards hinaus. Nur so könnten deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft vorne dabeibleiben.

    Im Zuge der Energiewende ist es nach Ansicht Messners gelungen, technische Innovationen stärker auf den Klimaschutz auszurichten und das Innovationstempo zu steigern. Doch anders als im Energiebereich habe es beim Lärmschutz, der Abfallbeseitigung oder Abwasserbehandlung keine nennenswerte Entwicklung gegeben.

    Messner forderte darum ein „umfassendes Konzept, das nicht nur Forschung und Entwicklung fördert, sondern auch Preisanreize schafft, damit sich umweltgerechte Lösungen am Markt durchsetzen können“.

    Für unumgänglich hält das Umweltbundesamt neben der geplanten Bepreisung von klimaschädlichem Kohlendioxid auch eine klima- und umweltgerechte Gestaltung des Steuer- und Abgabensystems und den Abbau umweltschädlicher Subventionen, die sich in Deutschland auf insgesamt gut 50 Milliarden Euro belaufen. Es sei „widersinnig, dass der Staat auf der einen Seite Dieselkraftstoff immer noch steuerlich begünstigt und auf der anderen Seite mit Prämien den Kauf von Elektrofahrzeugen fördert“.

    Mehr: Der Baukonzern Max Bögl hat eine eigene Schwebebahn-Technik für den Nahverkehr entwickelt

    Startseite
    Mehr zu: Internationaler Wettbewerb - Deutschland verspielt seine Vorreiterrolle beim Umweltschutz
    1 Kommentar zu "Internationaler Wettbewerb: Deutschland verspielt seine Vorreiterrolle beim Umweltschutz"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das UBA fordert wie immer alles durch staatlichen Zwang wie Zusatzsteuern/Abgaben zu verteuern zu Lasten der Bevölkerung und der Industrie.
      Wir haben die höchsten Strompreise in der EU, aber das genügt dem UBA nicht, es müssen neue Steuern erhoben werden. Nach dem Elektromobilhype kommt das UBA nun mit dem Lärm, Abfall, Abwasserhype, wobei wir bei den letzten beiden Pos. bereits EU-weit mit die höchsten Kosten haben. Was das UBA nicht verrät wie Arbeitnehmer mit Löhnen von Brutto 2500,-Euro und damit Netto von ca. 1700,- Euro noch leben sollen, da ja das gleich Amt auch fordert das Lebensmittel drastisch teurer werden sollen.
      Es gibt überflüssige Institution dazu gehört das UBA.
      Übrigens der Diesel wird nicht steuerlich begünstigt, was der Kraftstoff billiger ist wird auf der anderen Seite durch die exorbitante Diesel-Kfz-Steuer wieder abkassiert. Wer geistig wie das UBA nicht in der Lage ist dies komplett zu erfassen zeigt nur, dass es nicht um Fakten sondern dem UBA nur um Fake geht.
      Die Umwelt wird seit Jahrzehnten durch den technischen Fortschritt und der sehr hohen Produktivität bei uns besser, was gut ist. Umweltschutz muss man (Bevölkerung) sich leisten können. Arme Länder haben andere Sorgen, der Umweltschutz steht für die Bevölkerung nicht auf Priorität eins. Je größer die Bevölkerungsgruppe in Deutschland wird, die nicht wissen wie sie mit ihrem sehr geringen Einkommen monatlich überhaupt über die Runden kommen sollen, desto unwichtiger wird Umweltschutz. Wer über Steuern/Abgaben die Produkte verteuert reduziert die Kaufkraft, was das gleiche Wirkung hat wie eine Gehaltskürzung.
      Im Bodensee geht der Fischbestand aufgrund des sauberen Wassers (fehlende Nährstoffe) zurück und nicht wegen schmutzigem Wasser. Das wäre doch eine Schlagzeile wert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%