Interview: Malu Dreyer mahnt Tempo bei Entscheidung über Aufbaufonds an: „Es braucht eine nationale Kraftanstrengung“
War nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz sofort vor Ort: die Ministerpräsidentin des Landes, Malu Dreyer.
Foto: dpaBerlin. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Tempo bei den Verhandlungen über den Aufbaufonds angemahnt. „Hierzu erwarten wir in den nächsten Wochen konkrete Entscheidungen. Es ist wichtig für die Menschen zu spüren: ,Wir sind nicht allein‘“, sagte Dreyer dem Handelsblatt. Neben der akuten Soforthilfe benötige Rehinland-Pfalz auch erhebliche Unterstützung des Bundes beim langfristigen Wiederaufbau. „Es braucht eine nationale Kraftanstrengung“, sagte Dreyer.
Noch sei es zu früh, konkrete Summen zu nennen. Doch Dreyer geht von einer „verheerenden Schadenslage“ aus. „Häuser sind weggerissen worden, andere wurden schwer beschädigt. Auch die öffentliche Infrastruktur ist sehr schwer betroffen: Straßen, Brücken, Schulen, Gerichte, Krankenhäuser.“
Verzögerungen bei der Auszahlung der Soforthilfen wie bei den Corona-Hilfen erwartet Dreyer nicht. „Alle staatlichen Ebenen vom Bund bis zu den Kommunen haben nur ein Ziel: Betroffene retten, Schäden beseitigen und Gefahren abwehren und schnelle finanzielle Hilfe dahin zu bringen, wo sie am dringendsten benötigt wird.“
Lesen Sie hier das komplette Interview:
Frau Ministerpräsidentin, können Sie schon beziffern, wie hoch in Rheinland-Pfalz die Schäden sind?
Wir sehen eine verheerende Schadenslage, aber es ist noch zu früh, um sie genau zu beziffern. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind noch im vollen Gange. Die Priorität liegt auf der Suche nach Vermissten und der Versorgung der Menschen in den unzugänglichen Gebieten. Häuser sind weggerissen worden, andere wurden schwer beschädigt. Auch die öffentliche Infrastruktur ist sehr schwer betroffen: Straßen, Brücken, Schulen, Gerichte, Krankenhäuser.