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Interview mit AfD-Co-Chefin Petry „Bernd Lucke hat die Partei schwächer gemacht“

Frauke Petry sieht die Hauptverantwortung für die AfD-Krise bei Bernd Lucke. Im Interview zieht die Co-Parteichefin schonungslos Bilanz und erklärt, wie die zerstrittene Partei wieder zusammenfinden kann.
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In der AfD die Gegenspielerin von Bernd Lucke:  Die Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen, Frauke Petry. Quelle: dpa
Frauke Petry

In der AfD die Gegenspielerin von Bernd Lucke: Die Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen, Frauke Petry.

(Foto: dpa)

Berlin Frauke Petry stand als Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) im Bundesvorstand anfangs im Schatten von Parteichef Bernd Lucke. Seitdem die AfD 2014 mit 9,7 Prozent in den sächsischen Landtag eingezogen ist, hat sie an Profil gewonnen. Petry ist Politikneuling. Sie setzt sich im Landtag und auch in der eigenen Partei für mehr Basisdemokratie ein. Die Chemikerin wird dem rechten Flügel zugeordnet. Im Vergleich zu den Forderungen anderer Vertreter dieses Flügels sind ihre Positionen aber eher moderat. Im Interview nimmt sie nun erstmals Stellung zu den jüngsten Auseinandersetzungen um Lucke. In ihrer schonungslosen Analyse lässt sie kein gutes Haar an dessen Führungsarbeit.

Frau Petry, wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Bernd Lucke beschreiben?
Unser Arbeitsverhältnis ist immer konstruktiv, selbst wenn wir uns in Einzelfragen nicht einig sind. Im Großen und Ganzen würde ich unser Verhältnis im Bundesvorstand als professionell bezeichnen.

Und außerhalb des Bundesvorstands?
Ich kenne wenige Funktionäre in der AfD, die befreundet sind. Das haben wir aber auch nie angestrebt. Wir haben immer schon ein parteipolitisches Verhältnis zueinander gehabt.

Das hat aber in den letzten Wochen schwer gelitten.
Der Unterschied zwischen einem Amateur und einem Profi ist, dass der Profi auf der inhaltlichen Ebene sachlich und konstruktiv arbeiten kann und andere Differenzen hinten anstellt. Ich bin jemand, der den Konsens sucht, aber nicht um jeden Preis.

Was dann aber vielleicht die AfD ausbremst.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die AfD eine große Chance hat, als breitangelegte Volkspartei im politischen Raum in Deutschland etwas bewegen zu können. Deswegen bin ich mit Bernd Lucke in der Frage uneinig, wie die AfD an Stärke gewinnt

Was trennt Sie von Herrn Lucke?
Bernd Lucke glaubt, eine AfD kann nur dann stark und erfolgreich sein, wenn man die problematischen Teile von ihr abschneidet, wie er das schon mehrfach formuliert hat. Ich bin der Meinung, dass man die Probleme programmatisch lösen muss, indem man sich inhaltlich so positioniert, dass bestimmte Funktionäre oder Mitglieder die Partei dann von sich aus verlassen.

„Die AfD will nicht den gesamten rechten politischen Raum erobern“
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19 Kommentare zu "Interview mit AfD-Co-Chefin Petry: „Bernd Lucke hat die Partei schwächer gemacht“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Frage war:
    Von Lucke, Starbatty und Co.hört man aber auf diesen Sektoren nichts mehr.
    Sind die nach der Europawahl in Urlaub gegangen oder haben die sich zum Schlafen hingelegt?
    Oder lauscht Lucke wie ein ängstliches Mäuschen, auf Geräusche der Altparteien, was könnten die mit "Rechts" meinen?

    Was Lucke ist, weiß ich.

  • Frauke Petry, die ich persönlich kenne, macht durch dieses viele Gerede it der Presse die Situation nicht besser.
    Ja, Lucke hat einige Fehler, keine Frage. Hierüber muß man in Ruhe mit ihm reden.
    Der größteFehler von Lucke, so sehe ich das, ist, dass er zu sehr in den Fängen von Henkel ist. Henkel möchte aus der AfD eine 2. FDP machenund zwar neoliberal. Das aber wollen die meisten Partimitgieder nicht.
    Frauke Petrya Nachteil ist, dass sie auf jeden Unsinn der ihr erzählt wird, reinfällt.
    Dieser ganzen Problematik muß schnell ein Ende bereiet wrden, aber ohne Presse.
    So etwas regelt man intern

  • Herr Fürstenbrg
    Beleidigungen helfen heir gar nicht.
    Wenn Sie nicht mhr zu bieten haben, sollten Sie besser gar nichts schreiben

  • Na ja, Lucke ist promovierter und habilitierter Ökonom und hat von der Materie sichlich mehr Ahnung als Frau Petry, die nur pomovierte Chemikerin ist.

    Ob Frau Merkel als Physikerin und Herr Gabriel als Lehrer eingehende ökonomische Kenntnise haben, die diejenigen von Frau Petry übersteigen, mag einmal dahingestellt sein.

    Es kommt darauf an, wer in Sachen AfD diese Partei zusammenhalten kann und wer es nicht kann. Der Führungsstil des Herrn Lucke ist nicht optimal, um das mal vorsichtig auszudrücken.

  • - Frau Petry traue ich keine volkswirtschaftliche und währungstechnischen Expertise zu. Das ist nachgeplappert. Lucke, Starbatty und Co. haben in der Frage schon eher die richtige Lösung und vor allem das richtige Augenmaß. In Währungsfragen ist Frau Petry völlig unbeleckt. -

    Von Lucke, Starbatty und Co.hört man aber auf diesen Sektoren nichts mehr.
    Sind die nach der Europawahl in Urlaub gegangen oder haben die sich zum Schlafen hingelegt?
    Oder lauscht Lucke wie ein ängstliches Mäuschen, auf Geräusche der Altparteien, was könnten die mit "Rechts" meinen?

    Zum Nachplappern: Mag ja sein, aber wer plappert nicht alles nach? Die mächtigste "Frau Europas" oder gar der Welt, was plappert die nicht alles nach, von den EU-Größen Juncker, Schulz und Co. will man gar nicht reden.

  • Ohne ständige Beleidigungen unterster Art machen Sie es wohl nicht Herr von und zu Fürstenberg, wie?

  • Die bankrotte Petry wäre ohne AfD heute noch ohne Job. Sie besitzt etwa 1% von Lukes Intellekt. Was will diese Flachzange eigentlich?

  • Ob der Querelen kommt bei der AfD der Bereich zu kurz, für den sie einst angetreten ist und für den sie die Wähler ins EU-Parlament gehievt haben: Der Einsatz und politische Kampf gegen Brüsseler Bürokratie und Bevormundung, vor allem aber gegen die unselige und – wie sich am Beispiel GR zeigt – vollkommen ineffiziente „Rettungspolitik“ zu Lasten der Steuerzahler weniger Länder, allen voran Deutschland. Mein Umfeld und ich jedenfalls erwarten von der AfD nicht, dass sich eine Partei dieser „Herkunft“ im Schwerpunkt mit Asylpolitik oder Staatsbürgerschaftsrecht beschäftigt. Ihre ursprünglichen Wähler möchten sie allerdings auch nicht im rechten Spektrum wiederfinden. - Mehr Engagement könnte man aber bei Themen wie Bürgerrechte, Datenschutz und dessen massenhaftem Missbrauch zeigen. Frau Petry sagt zwar, das sei ihr wichtig. Ob sich ihre ins EU-Parlament Abgesandten in der Praxis indes in dem Bereich adäquat verhalten, da bin ich mir nicht mehr sicher. Anfang Februar bereits hat das EU-Parlament über das kritisierte EU-Fluggastabkommen beschlossen, bei dem es ja auch um die umstrittene Fluggastdatenauswertung und Weitergabe an die USA ging. Seitdem – mithin 3 Monaten – versuche ich, über mehrere Gliederungen und von den EU-Abgeordneten selbst zu erfahren, wie die Vertreter der AfD abgestimmt haben. Vergeblich! Ist das nicht merkwürdig bei einer Partei, die vom politischen Gegner u. a. „Transparenz“ einfordert? - Austritt Deutschlands aus dem Euro? Na ja. Aber es wird Zeit, dass man ernsthaft über eine Art „Nord-Euro“ nachdenkt und die unverbesserlichen Filous im Süden zur Besinnung kommen lässt, bevor das heterogene Konglomerat der Eurozone explodiert. Zu was der ökonomisch erfolglose „Club-Med“ mit seiner Mehrheit fähig ist, sieht man an der unsäglich destruktiven Politik der EZB. Auch ich empfinde Luckes Führungsstil etwas autokratisch, glaube aber, dass es die AfD nach seinem Rückzug schwer haben würde. Darauf warten die „Mehltau-Koalitionäre“ in Berlin doch nur.

  • Bernd Hocke hat sich dafür ausgesprochen, dass Ex-NPD. Mitglieder die sich von dieser Partei gelöst haben nicht jedwede politische Resozialisierung verweigert werden darf indem man sie ein gesamtes Leben lang stigmatisiert. Er spricht hier offenbar eher als Pädagoge denn als Politiker.

    Davon abgesehen, so rigoros wie Herr Lucke heute ist war noch nicht einmal die CDU.
    Es gibt hier ein prominentes Beispiel aus der Vergangenheit. Der bekannte Professor Dietrich Murswiek, Staatsrechtler aus Freiburg und Prozessvertreter des Herrn Peter Gauweiler bei den diversen Prozessen in Karlsruhe in Sachen ESM war in seiner Studentenzeit Mitglied des NHB also des "Nationaldemokratischen Hochschulbundes" einer Studentenorganisation der NPD. Später hat er sich von dieser Mitgliedschaft gelöst und wurde anstandslos Mitglied der CDU und hat eine solide akademische Karriere absolviert.

    Dieses kleine Beispiel mag zeigen, wie man zu Zeiten, die noch nicht so inquisitorisch waren wie heute, mit dererlei Sachverhalten umgegangen ist.

  • Ich wusste bis heute nicht was den der viel gescholtene Hocke so alles von sich gab. Ich bin nun halt ein bisschen schlauer. Aber das Lucke sich immer noch derart von den Medien einen Nasenring aufziehen lässt, ist schon sehr verwunderlich. Ich bin immer davon ausgegangen das er nicht zu den "kleinen Leuten" gehört.
    Zur Hocke.
    https://www.youtube.com/watch?v=EsLd_svsO7o

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