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Klimaökonom Ottmar Edenhofer

Der PIK-Chef fordert in der Klimaschutzdebatte mehr Ehrlichkeit von der Politik.

(Foto: REUTERS)

Interview Ottmar Edenhofer: „Die Zeit, in der Klimapolitik die Bürger nichts kostete, ist vorbei“

Der Klimaökonom hält einen künftigen CO2-Preis von 100 Euro für realistisch. Das Klimapaket der EU-Kommission bewertet er im Großen und Ganzen positiv.
14.07.2021 - 04:02 Uhr 4 Kommentare

Berlin Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer kritisiert die Pläne der EU-Kommission, einen CO2-Grenzausgleich einzuführen, um die Wirtschaft vor Wettbewerbern aus Regionen ohne vergleichbare Klimaschutzbemühungen zu schützen. Die EU mache sich mit einem CO2-Grenzausgleich „handelspolitisch angreifbar, wenn sie ihn im Alleingang einführt“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) dem Handelsblatt.

Die EU-Kommission wird ihre Pläne zur Einführung eines CO2-Grenzausgleichs am Mittwoch vorstellen. Sie sind Bestandteil des „Fit for 55“-Pakets. Es soll den Weg zum Ziel der EU ebnen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Edenhofer forderte, die EU müsse ihre Kooperation im Klimaschutz mit anderen Staaten verstärken. „Sonst könnte aus der Klimapolitik ein protektionistisches Unterfangen werden“, sagte Edenhofer.

Der Ökonom appellierte an die nächste Bundesregierung, offensiv mit den Herausforderungen der Klimapolitik umzugehen: „Die Politik muss den Bürgern sagen, dass die Zeit, in der die Klimapolitik für niemanden spürbar war, endgültig vorüber ist“, sagte er.

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    Edenhofer geht von einem deutlichen Anstieg der CO2-Preise aus. Im bestehenden Emissionshandel für die Sektoren Energie und Industrie rechne er mit Blick auf 2030 „mit Preisen von 100 bis 130 Euro je Tonne CO2“, sagte er. Aktuell kostet ein Emissionszertifikat rund 52 Euro. In den Sektoren Verkehr und Wärme „reden wir über eine Spanne von voraussichtlich 150 oder 180 Euro, vielleicht sogar von bis zu 200 Euro“, sagte Edenhofer. Derzeit beträgt der CO2-Preis in den Sektoren Verkehr und Wärme 25 Euro.

    Lesen Sie hier das gesamte Interview:


    Herr Edenhofer, die EU-Kommission plant ein Paket mit zwölf Legislativvorschlägen, damit die EU ihr neues Ziel von 55 Prozent Emissionsreduktion bis 2030 erreichen kann. Ist Regulierung in diesem Ausmaß sinnvoll und kalkulierbar? Sehen Sie nicht die Gefahr, dass sich die Kommission übernimmt?
    Natürlich besteht diese Gefahr. Aber ich sehe es positiv: Die Kommission hat ein umfassendes Reformpaket vorgelegt, das den gewaltigen klimapolitischen Herausforderungen gerecht zu werden versucht. Es beinhaltet die Revision der Erneuerbare-Energien-Richtlinie ebenso wie die Revision der Energieeffizienz-Richtlinie. Dabei ragt der Vorschlag heraus, einen zweiten Emissionshandel für die Sektoren Wärme und Verkehr einzurichten. Das hat für alle anderen Bereiche fundamentale Implikationen. Meine Hoffnung ist, dass die einzelnen Bestandteile aufeinander abgestimmt werden. Insbesondere die Implikationen des zweiten Emissionshandelssystems müssen noch durchdekliniert werden.

    Auch ein CO2-Grenzausgleich, im Fachjargon Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) genannt, wird Bestandteil des Pakets sein. Was halten Sie davon?
    Der Grenzausgleich wird wahrscheinlich für Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Strom gewährt, seine Höhe soll sich am Preis der Zertifikate im Emissionshandel orientieren. Der Grenzausgleich soll die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie sichern und zugleich Einnahmen generieren. Man will mit einem Instrument zu viel gleichzeitig erreichen.

    Bei den bislang bekannt gewordenen Vorschlägen der EU-Kommission zum CO2-Grenzausgleich findet die Frage keine Berücksichtigung, wie den europäischen Exporteuren geholfen werden soll. Wie finden Sie das?
    Eine Förderung der Exporte soll es nicht geben, offenbar, um mit dem Grenzausgleich ausreichend Einnahmen zu generieren. Denn subventioniert man die Exporte, gehen ja die Einnahmen wieder verloren, die man durch die Belastung der Importe gewonnen hat. Von der kostenlosen Zuteilung der Zertifikate profitieren auch die Exporteure, darum will die Industrie die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten beibehalten. Daher soll der Grenzausgleich schrittweise eingeführt werden und die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten langsam auslaufen. Die EU hofft, dass der Grenzausgleich andere Staaten dazu bewegt, CO2-Preise einzuführen. Das wird aber nur gelingen, wenn die EU die internationale Kooperation mit anderen Staaten verstärkt, sonst könnte aus der Klimapolitik ein protektionistisches Unterfangen werden.

    Man wird CBAM und kostenlose Zuteilung für eine Übergangsphase kombinieren müssen. Oder gibt es aus Ihrer Sicht eine Alternative?
    Die EU muss mit den USA und China kooperieren, die immerhin für die Hälfte der globalen Emissionen verantwortlich sind. Könnte man Indien, Russland und Japan in diese Verhandlungen miteinbeziehen, wären bereits zwei Drittel der globalen Emissionen abgedeckt. Wir Europäer müssen darauf hinwirken, dass wir mit China und den USA so schnell wie möglich vergleichbare Wettbewerbsbedingungen hinbekommen. Das wäre am besten mit Verhandlungen über einen Mindestpreis für CO2 zu erreichen. Um sich gegen Wettbewerbsnachteile abzusichern, könnte ein Grenzausgleich erhoben werden. Das würde einen zusätzlichen Anreiz für die Länder schaffen, diesem Klub beizutreten.

    Die Energiewirtschaft Europas befindet sich im Umbau – Ziel ist die Klimaneutralität. Quelle: dpa
    Kohlekraftwerk und Windräder

    Die Energiewirtschaft Europas befindet sich im Umbau – Ziel ist die Klimaneutralität.

    (Foto: dpa)

    Dann macht die EU-Kommission also den zweiten Schritt vor dem ersten, oder?
    Jedenfalls macht sich die EU mit CBAM handelspolitisch angreifbar, wenn sie ihn im Alleingang einführt. Mit dem Green Deal verfolgt die EU zu Recht eine ehrgeizige Klimapolitik. Aber diese führt nur dann zu sinkenden globalen Emissionen, wenn andere große Emittenten mitmachen. Und nur so kann Europa langfristig die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft sichern. Der Grenzausgleich kann da bestenfalls eine unterstützende Rolle spielen, aber die EU muss ihr politisches Kapital verstärkt in die internationale Kooperation investieren.

    Weist die insbesondere von der Bundesregierung vorangetriebene Idee eines „Klima-Klubs“ auf G20-Ebene den richtigen Weg?
    Ja, das ist ein guter Ansatz, der wissenschaftlich schon länger Thema ist.

    Wie realistisch ist es, dass China und die USA mitziehen?
    Das wird keine einfache Sache. Mit Blick auf die USA habe ich keine Zweifel, dass sie das Ziel der Treibhausgasneutralität erreichen wollen. Sie werden zwar kurzfristig keine nationale CO2-Steuer einführen, aber sie werden verstärkt ihre Flottengrenzwerte für Autos anheben und verstärkt mit Technologiestandards arbeiten, zudem gibt es ja in den USA regionale Emissionshandelssysteme, die auch erweitert werden können. Es ist also nicht so, als würde man sich in den USA den Herausforderungen nicht stellen.

    Sehen Sie die Lage mit Blick auf China ebenso optimistisch?
    Natürlich ist es in China schwieriger. Aber China hat angekündigt, 2060 treibhausgasneutral sein zu wollen und die Emissionen nach 2030 deutlich abzusenken. Es ist ermutigend, dass chinesische Wissenschaftler solche Pfade mit ihren westlichen Kollegen ausleuchten. China hat einen nationalen Emissionshandel, der zwar bislang wenig Wirkung zeigt, aber darauf kann man aufbauen. Europa und die USA sind gut beraten, neben all den Konflikten, die wir mit Peking haben, auf dem Feld der Klimapolitik die Kooperation zu suchen. Hier gibt es gemeinsame Interessen, das könnte sogar eine Chance für die Weltpolitik sein. Dafür sollte die nächste Bundesregierung eine aktive Klima-Außenpolitik betreiben.

    China hat sich aber auch in Phasen, als das Verhältnis zum Westen wesentlich entspannter war, schwergetan, belastbare Maßnahmen zu ergreifen. Am Ende will sich die politische Führung dort nicht in die Karten schauen lassen.
    Das mag sein. Aber die Klimaschäden werden auch für China spürbarer; die lokale Luftverschmutzung wirkt sich bereits negativ auf die Arbeitsproduktivität aus. Auch China hat zunehmend Gründe, die klimapolitische Kooperation zu suchen. Aber ich gebe Ihnen recht: Das wird ein sehr steiniger Pfad.

    Die nächste Bundesregierung ist gut beraten, den Bürgern möglichst schnell und klar zu erklären, dass CO2-Preise nicht nur ein effizientes Instrument sind, sondern auch sozial fair ausgestaltet werden können.

    Sie erwähnten vorhin den Emissionshandel als herausragendes Element des EU-Klimapakets. Wie kann man ihn so gestalten, dass er sicher und effizient zum Ziel führt?
    Das Kleingedruckte, die Details sind für den Erfolg des europäischen Green Deals fundamental. Die EU steht vor der Aufgabe, das neue 55-Prozent-Ziel für 2030 auf zwei Bereiche aufzuteilen. Das ist einmal der heute schon emissionshandelspflichtige Teil, also die Sektoren Energie und Industrie. Und da ist zweitens der bislang nicht emissionshandelspflichtige Teil, insbesondere die Sektoren Wärme und Verkehr. Entscheidend wird sein, wie man die Emissionsreduktion zwischen diesen zwei Bereichen aufteilt.

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    In den Entwürfen der EU-Kommission stehen an diesen entscheidenden Stellen eckige Klammern, man hat sich also noch nicht festgelegt. Was schlagen Sie vor?
    Ich gehe mal davon aus, dass es beim bestehenden Emissionshandel auf eine Zahl von beispielsweise minus 62 Prozent gegenüber 2005 hinausläuft, beim bislang nicht emissionshandelspflichtigen Teil auf einen Wert um die 40 Prozent. Das dürfte jedenfalls die Größenordnung sein. Damit ist die Arbeitsteilung umrissen.

    Welche Folgen hat das?
    Die Preise im bisherigen Emissionshandel und im neuen Emissionshandel werden steigen, aber sie werden unterschiedlich sein.

    Aber Ziel wird es sein, die beiden Systeme zusammenzuführen, also läuft es auf einen einheitlichen Preis hinaus.
    Das lässt der Entwurf bislang offen. Aber die Investoren werden darüber dennoch Erwartungen bilden. Wenn ein Investor darauf spekuliert, dass die Systeme beispielsweise ab 2030 zusammengeführt werden, dann wird er aus dem System mit den niedrigeren Preisen Zertifikate kaufen und die bis 2030 beiseitelegen, mit der Konsequenz steigender Preise. Solche Ankäufe können dazu führen, dass die Preise in den Systemen sehr schnell konvergieren. Die EU-Kommission will nun mit einer zweiten Marktstabilitätsreserve ein Instrument in die Hand bekommen, um diesen Prozess steuern zu können.

    Dagegen ist nichts einzuwenden, oder?
    Das kann funktionieren, muss aber nicht.

    Was schlagen Sie vor?
    Ich plädiere für zwei Preiskorridore in den beiden Emissionshandelssystemen. Mir ist bewusst, dass dieser Vorschlag im Augenblick politisch keine Chance hat. Mit der Marktstabilitätsreserve glaubt die Kommission, dass deren regelbasierter Automatismus Preisausschläge nach oben und unten verhindert. Bei einem Preiskorridor wäre sie zu einer Marktintervention verpflichtet. Sie würde dann einer Zentralbank vergleichbar in den Markt eingreifen. Das Problem an der Marktstabilitätsreserve ist aber: Sie ist kompliziert, ihre Wirkung bleibt selbst für Experten schwer abschätzbar und sie besitzt eine Neigung zur Selbstverstärkung. Wenn die Preise ohnehin hoch sind, treibt sie diese weiter hoch.

    Die EU-Kommission will einen zweiten Emissionshandel einführen, aber zugleich die europäische Lastenteilung in den Sektoren des zweiten Emissionshandels beibehalten. Wie passt das zusammen?
    Das ist noch nicht vollständig im Entwurf geklärt. Beides passt dann zusammen, wenn die Kommission die Minderungsverpflichtungen für die Mitgliedstaaten erhöht und in gleichem Umfang eine Obergrenze für Emissionen im zweiten Emissionshandel festlegt. Wenn die Mitgliedstaaten durch ihre nationale Politik es nicht schaffen, die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung der Minderungsziele umzusetzen, dann wird automatisch der zweite Emissionshandel diese Aufgabe übernehmen. Der Preis in diesem Emissionshandel wird dann steigen. Das Preissignal kommt in diesem Szenario direkt bei denen an, die auch die Emissionen vermindern können – bei den Verbrauchern und Unternehmen. Entstehen bei Geringverdienern zu hohe Belastungen, soll es einen Ausgleich durch einen Sozialfonds geben. Die europäische Lastenteilungsordnung hingegen wirkt wie ein Transfermechanismus zwischen den Mitgliedstaaten.

    Die politische Debatte verengt sich meist auf den Preis. Über welche Preise reden wir im existierenden Emissionshandel, über welche Preise im künftigen Emissionshandel für die Sektoren Verkehr und Wärme?
    Im bestehenden Emissionshandel rechne ich mit Blick auf 2030 durchaus mit Preisen von 100 bis 130 Euro je Tonne CO2. Im neuen Emissionshandel für die Sektoren Verkehr und Wärme reden wir über eine Spanne von voraussichtlich 150 oder 180 Euro, vielleicht sogar von bis zu 200 Euro. Allerdings ist der Wert schwer zu prognostizieren, weil sich technischer Fortschritt nicht vorhersagen lässt. Aber genau darum führen wir ja einen Emissionshandel ein, damit Suchprozesse nach neuen Technologien ausgelöst werden.

    Wir haben in Deutschland kürzlich erlebt, was passiert, wenn man auch nur von einem CO2-Preis von 60 Euro in den Sektoren Verkehr und Gebäude redet. In den Augen vieler scheint das schon eine Gefahr für den sozialen Frieden zu sein. Wie geht man damit um?
    Die Politik muss den Bürgern sagen, dass die Zeit, in der die Klimapolitik für niemanden finanzielle Auswirkungen hatte, endgültig vorüber ist. So wie auch die Zeit vorüber ist, in welcher der Klimawandel nicht spürbar war – die weltweiten Wetterextreme der jüngeren Zeit sprechen da eine deutliche Sprache. Also: Man kann Klimarisiken nicht reduzieren, ohne dass es etwas kostet. Zusätzlich müssen alle Effizienzpotenziale genutzt werden. Außerdem muss man unbedingt über einen sozialen Ausgleich reden und für Entlastungen sorgen.

    Elektroautos sollen bald die heute noch vorherrschenden Verbrenner verdrängen. Die EU sucht nach Wegen, diesen Prozess zu beschleunigen. Quelle: dpa
    Ladevorgang bei einem E-Auto

    Elektroautos sollen bald die heute noch vorherrschenden Verbrenner verdrängen. Die EU sucht nach Wegen, diesen Prozess zu beschleunigen.

    (Foto: dpa)

    Wie sorgt man am einfachsten für Entlastung?
    Indem man die EEG-Umlage aus dem Strompreis herausnimmt und die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum reduziert. Von dieser Entlastung profitiert jeder Stromverbraucher, die Belastung für die Geringverdiener kann auf null reduziert werden. Auch der Industrie würde das deutlich helfen.

    Wenn man das aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung in den Sektoren Wärme und Verkehr gegenfinanzieren will, ist man im Bereich eines CO2-Preises von 100 Euro. Derzeit sind es 25 Euro. Sehen Sie eine politische Konstellation, die in der kommenden Legislaturperiode einen CO2-Preis von 100 Euro beschließen würde?
    Die noch amtierende Bundesregierung hat Treibhausgasneutralität bis 2045 beschlossen. Hinzu kommen der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz von Ende April und der europäische Green Deal. Daraus ergibt sich für jede neue Bundesregierung ein enormer Handlungsdruck. Das wird kommunikativ nicht einfach: Ein CO2-Preis von 100 Euro erscheint mir realistisch, wenn man auf dem Weg zur Klimaneutralität nun wirklich vorankommen will. Schweden zum Beispiel hat schon heute diese Größenordnung. Die nächste Bundesregierung ist gut beraten, den Bürgern das möglichst schnell und klar zu erklären, dass CO2-Preise nicht nur ein effizientes Instrument sind, sondern auch sozial fair ausgestaltet werden können. Die Politik darf jetzt nicht die Flucht in die Unehrlichkeit suchen. Die entsprechenden Beschlüsse sind alle schon gefasst – aus guten Gründen. Die nächste Koalition, und zwar ganz gleich wie sie zusammengesetzt ist, steht jetzt vor der Aufgabe, die Beschlüsse umzusetzen.

    Das wird eine große Herausforderung. Zugleich werden aber Forderungen immer lauter, bestimmte Optionen als Brückenlösungen nicht zu nutzen, etwa blauen Wasserstoff oder Erdgas.
    Das passt nicht zusammen. Das wird ein Lernprozess der kommenden Jahre sein. Wenn man ein so ehrgeiziges Projekt umsetzen will, wie wir Europäer es planen, dann darf man die Optionen nicht verringern, sondern erweitern. Erdgas und blauer Wasserstoff werden übergangsweise eine Rolle spielen, auch wenn der Wasserstoff langfristig grün sein muss. Carbon Capture and Storage (CCS) wird auf Dauer ohnehin unverzichtbar sein, wenn wir der Atmosphäre CO2 entziehen wollen. Wir müssen bis 2050 treibhausgasneutral werden, also Netto-Null, wenn wir eine sichere Klimazukunft wollen.

    Mehr: Industrie warnt vor erheblichen Risiken der EU-Klimastrategie

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    • Ja ,liebe Freunde ,jetzt wird es richtig teuer.All die geplanten Abgaben zahlen nicht die Firmen oder Reichen sondern Ihr ,die Verbraucher.E-Autos werden sich nur Reiche leisten können.Strom wird es nur rationiert geben ,wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.Zum Ausgleich fallen Millionen Arbeitsplätze weg oder werden nach China verlagert.Klaus Schwab hat es mit einem Satz beschrieben : "Sie werden nichts besitzen."Angeblich werden wir damit glücklich sein.Nach dem Krieg waren viele glücklich ,wenn sie ein Stück Brot besaßen.
      Die Politiker sagen ,wir müssen alle mitnehmen.(In den Abgrund)

    • Wenn schon die Überschrift eine eklatante Lüge als Auftakt nutzt. Als hätten die jährlichen Mrd. and Subventionen für fossile Kraftstoffe den Bürger nichts gekostet. Kann man sofort aufhören zu lesen.

    • Die Bürger in Deutschland hat die Klimapolitik in den letzten Jahren bereits viel Geld gekostet. Wenn man über die Landesgrenzen hinausschaut, stellt man zudemfest, dass andere Länder beachtliche EE-Kapazitäten zu deutlich geringeren Kosten für den Verbraucher aufgebaut haben.

    • Bei einem "Professoren-Einkommen" und mehr,
      könnte ich auch einen CO2 Preis von 100 Euro bezahlen.

      Deutschland, es lebe die Republik der Einkmmensbezieher von mehr als 200000 Euro.
      Die restlichen zig Millionen Einwohner haben nur Pech gehabt.
      Welche Partei kritisiert eigentlich diese kurzfristigen und vorerst unsinnigen Maßnahmen?

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