Interview zur Flüchtlingskrise „Deutschland ist das Mekka Europas“

Wo Milch und Honig fließen: So sehen viele Syrer Deutschland, sagt Salem El-Hamid. Der Generalsekretär der Syrisch-Deutschen Gesellschaft spricht über Schleuser, drohende Unruhen und Mittel gegen den Flüchtlingsstrom.
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„Drei Länder können das Problem nicht alleine lösen!“

Berlin800.000 Flüchtlinge werden bis Ende des Jahres in Deutschland sein – mindestens. Die Kräfte der Länder und Kommunen sind nahezu erschöpft. Grünen-Chef Cem Özdemir fordert ein Treffen der europäischen Außenminister, die Lage Syrien anzugehen und den Krieg zu beenden. Mit dieser Forderung ist er nicht allein: Salem El-Hamid, der Generalsekretär der Deutsch-Syrischen Gesellschaft, appelliert ebenfalls an Deutschland, den Menschen vor Ort zu helfen: „Wenn der Patient blutet und kollabiert, gibt man ihm eine Infusion, aber man muss auch die Blutung stillen“, sagt er. Es habe keinen Sinn, den Flüchtlingen nur hier zu helfen, wenn der Krieg in Syrien weitergehe. Er spricht im Handelsblatt-Interview über das positive Deutschland-Bild der Syrer, was Schleuser verlangen, um Syrer nach Deutschland zu bringen und warum er glaubt, dass Deutschland auch ein Kriegsopfer ist.

Herr El-Hamid, allein in München sind am vergangenen Wochenende knapp 20.000 Flüchtlinge angekommen. Darunter auch immer mehr Syrer. Warum kommen gerade jetzt so viele? Wie ist die aktuelle Lage in Syrien?
Am Anfang dachte man nicht, dass diese Situation so lange anhalten würde. Aber nach fünf Jahren ist immer noch keine Lösung in Sicht. Die Menschen in Syrien sehen keine Zukunft in ihrer Heimat. Das ist ein Krieg. Also suchen sie nach einem besseren Leben für sich und ihre Familie. Das Regime verliert in Damaskus weiterhin an Boden. Der Islamische Staat (IS) versucht immer wieder, die auch strategisch wichtige Hauptstadt einzunehmen. Und die Stadt Aleppo teilt sich zwischen Baschar al-Assads Regierung, den Oppositionellen und mittlerweile teilweise auch dem IS.

Millionen Syrer flüchteten in den vergangenen Jahren deswegen in die Türkei, den Libanon und nach Jordanien oder wurden zu Binnenflüchtlingen in ihrem eigenen Land. Jetzt suchen Tausende Zuflucht in Europa, vor allem in Deutschland. Warum ist gerade „Germany“ bei den Syrern ein so beliebtes Ziel?
Deutschland war eigentlich immer das Lieblingsland der Menschen im Orient. Und das ist über lange Zeit historisch gewachsen. Die Deutschen waren die einzigen, die während der Kolonialzeit kein arabisches Land besetzt haben. Der humanitäre Touch war aus Sicht der Syrer immer da. Wir mögen Deutschland und haben ein unheimliches schönes Bild von diesem Land. In Damaskus überbieten sich die Menschen jetzt aber mit ihren Erzählungen. Es ist das Land, wo Milch und Honig fließen, die medizinische Behandlung sei kostenlos, es gebe überhaupt alles umsonst. Deutschland ist das Mekka Europas geworden. Es ist das einzige Land, das Flüchtlingen sämtliche Möglichkeiten bietet.

Der Generalsekretär der Syrisch-Deutschen Gesellschaft und Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin des Kreiskrankenhauses Gummersbach lebt seit 35 Jahren in Deutschland. Quelle: Pressefoto
Salem El-Hamid

Der Generalsekretär der Syrisch-Deutschen Gesellschaft und Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin des Kreiskrankenhauses Gummersbach lebt seit 35 Jahren in Deutschland.

(Foto: Pressefoto)

Würde eine Flüchtlingsquote da Abhilfe schaffen?
Eine Quote ergibt keinen Sinn. Glauben Sie, dass ein einziger in Ungarn bleiben wird? Die kommen alle wieder nach Deutschland. Die Europäische Union braucht einheitliche Regelungen für alle, gleiche Vergünstigungen. Und wenn es weniger finanzielle Unterstützung vom Staat gäbe, würde das die Flüchtlinge auch nicht davon abhalten, ein neues Leben in Deutschland zu suchen.

„Syrer haben keine Sehnsucht nach einem Kalifat“
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167 Kommentare zu "Interview zur Flüchtlingskrise: „Deutschland ist das Mekka Europas“"

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  • Da überfällt Deutschland im 2.WK ausnahmsweise mal ein Volk nicht: und das ist nun der Dank.
    Deutschland schafft das?Ja?
    Es wird mal wieder den Mittelstand treffen.
    Weil die Armen hierzulande kennen es ja nicht anders.
    Und wer10 Mio hat,kommt auch mit 3 prima hin.
    Nur die dazwischen werden nun zerrieben,weil sie die ganze PR zahlen dürfen.
    Junge Deutsche bekommen maximal 670.- Bafög mit strengsten Anforderungen,zur Hälfte als Kredit.Viele Alte bekommen GruSi:400.- +Wohnung.
    Und jetzt sind 1000.- mtl.da für Leute,die grossteils nicht aus dem akuten Kriegsgebiet kommen, sondern aus umliegenden Lagern?Oderim Balkan Wohnung und Familie,aber keinen Job haben?
    Wirklich?
    Auch die "Chance durch Zuwanderung":das ist doch Käse.Und jeder,der noch alle Sinne beisammen hat,weiss das.

  • Ich schaue nur noch selten die öffentlich rechtlichen Propagandasender.
    Heute habe ich es wieder mal versucht und bin sofort von Frau Petra Gerster mit der von Ihnen genannten Bemerkung wieder vertrieben worden.

  • Damit heizen sie den Hass nur noch mehr an. 100% eine Meinung - und ein Großteil des Volkes hat keine Medienstimme mehr. Oder wo ist der "Löwenthal", der rechts reden darf?! Ich kenne keinen.

  • Diese permanente lächerliche Propafanda auf allen Kanälen. In die Nachrichten werden unentwegt private Äußerungen eingepflegt.

    Bsp. soeben "heute": "...Aber damit hat sie (Merkel) sicher vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen". Aber heute journal etc.

    So eine billige Propaganda gab es nicht mal in der "Aktuellen Kamera". Permanente linke "Privatmeinungen" der Sprecher. Nicht einmal (!!!!!!!) eine Meinung dagegen. Was soll das?! Wo sind unsere Medien hingekommen.

  • Frau Merkel treibt unser Land in den Ruin. Sie regiert am Volk vorbei. Meine Stimme bekommt sie sicher nicht mehr. Es gibt Alternativen!!!

  • Interessant:
    „Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Polizeialltag zeigten, „daß rund zehn Prozent der Asylbewerber strafrechtlich auffällig werden und Taten aus dem Bereich der Eigentums-, Gewalt- und Drogendelikte begehen“

    Also auf einen berufstätigen Asylant kommt ein Krimineller. Schönes Geschäft ))))

  • Wenn Frau Merkel sagt, dieses Land sei nicht mehr ihr Land, wenn man sie kritisiert,zeugt das vor allem von einem, nämlich ihrer bodenlosen Egozentrik und Selbstbezogenheit, die ihre Art von Politik als das Maß aller Dinge betrachtet.

    Wer sich so schnell von seinem eigenen Land verabschiedet, kann nicht mehr der Kanzler dieser Republik sein.

  • Pressekonferenz mit Faymann und Merkel: O Ton Merkel:

    "Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

    Dann bitte, bitte. Es wäre ein Segen für uns alle. Aber ich nehme eher an das hat den CDU Granden und Abgeordneten gegolten.

  • nähern ist gut )))
    Ich würde inzwischen die Stasi wieder vorziehen. Da war sich das Volk wenigstens einig und man konnte das System ändern.

  • Da muss uns ein Syrer sagen, dass wir zu viele Syrer aufnehmen...

    Diese Gutmenschen-Pack wird es selbst dann nicht begreifen.

    12% Erwerbsquote. 100.000e neue Sozialhilfeempfänger.... Parallelgesellschaften...
    Problematische 2. Generation... Jugendbanden... ((((

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