Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ioannis Sakkaros Ein Porsche-Mitarbeiter ist der Kopf der Gelbwesten in Stuttgart

Die Proteste gegen Diesel-Fahrverbote bekommen immer mehr Zulauf. Dahinter steckt ein „Schrauber“ von Porsche, der inzwischen zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist.
1 Kommentar
Der Porsche-Mitarbeiter will bis April weiter gegen Diesel-Fahrverbote demonstrieren. Quelle: dpa
Ioannis Sakkaros

Der Porsche-Mitarbeiter will bis April weiter gegen Diesel-Fahrverbote demonstrieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vor wenigen Wochen war Ioannis Sakkaros noch ein einfacher Schichtarbeiter beim Sportwagenhersteller Porsche. Mittlerweile ist der 26-Jährige einem breiten Publikum bekannt.

Vergangene Woche wurde er sogar in die TV-Show von Maybrit Illner eingeladen – neben Verkehrsminister Andreas Scheuer, dem obersten Autolobbyisten Bernhard Mattes und Grünen-Chef Robert Habeck. Ungewohnte Ehre für einen jungen Mann, der, nach seinem Beruf gefragt, gerne „Schrauber“ sagt.

Der gebürtige Grieche besitzt einen Euro-4-Diesel. Seit dem Fahrverbot zu Jahresbeginn dürfen diese Autos nicht mehr in Stuttgart einfahren. Der junge Mann mit Oberlippenbart, Kurzhaarschnitt und markanter Brille findet das ungerecht.

Sakkaros begann, Demonstrationen zu organisieren, immer samstags. Erst kamen 250 Menschen, dann 700, dann 1 200. Und jedes Mal tragen immer mehr Demonstranten nach Vorbild der französischen Protestbewegung gelbe Westen.

„Wir wollen nicht die Fehler der Politik und der Industrie ausbaden“, sagt Sakkaros. Er rechnet weiter mit massivem Zulauf und glaubt, dass die Aktion zu einer überregionalen Protestbewegung anwachsen kann.

Die neuen „Wutbürger“

Politisch will sich der selbst ernannte Volkstribun von keiner Partei vereinnahmen lassen. Ihn ärgert, dass die Fahrverbote einfache Bürger unverhältnismäßig treffen. Sein Lieblingsbeispiel: Eine vierköpfige Familie mit einem Nettoeinkommen von 2.000 Euro, wovon 1.000 Euro Miete abgehen.

„Da bleibt nicht viel übrig für ein neues Auto“, sagt Sakkaros. Die Aufschriften „Enteignung“ und „Willkür“ auf den Plakaten bei den Demos drücken bürgerliches Unbehagen aus. „Free Diesel“ oder „Wir sind Diesel“ sind der kleinste gemeinsame Nenner unter den Fahrverbotsgegnern, die immer mehr zu neuen „Wutbürgern“ werden.

Über ein Dutzend Veranstaltungen hat Sakkaros schon angemeldet. Bis zum April will er auf jeden Fall durchhalten. Ab da dürfen auch Bewohner der Innenstadt nicht mehr mit ihren alten Dieseln fahren. Sakkaros wohnt an einer viel befahrenen Straße im Stuttgarter Westen.

  • mwb
Startseite

Mehr zu: Ioannis Sakkaros - Ein Porsche-Mitarbeiter ist der Kopf der Gelbwesten in Stuttgart

1 Kommentar zu "Ioannis Sakkaros: Ein Porsche-Mitarbeiter ist der Kopf der Gelbwesten in Stuttgart"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist ein Witz: Wenn beim Autoverkauf betrogen wird, zuckt jeder nur mit der Schulter. Ach ja, die Autoindustrie. Hauptsache man kann noch irgendwie fahren. Die Politik, mit unserem Gesunden-Menschenverstand- Scheuer an der Front tut alles, um diese Industrie in ihrem betrügerischen Tun zu stärken und macht denen zusätzliche Geschenke. Drohen Fahrverbote nicht zuletzt wegen der betrügerischen Software in Diesel-Autos, werden die Leute wild - gehen auf die Straße. Umweltschutz? Die Autoindustrie kann in der BRD machen was sie will und wie sie es will, sie wird gehätschelt und getätschelt - und verschläft nicht zuletzt durch diese bequeme Position seit Jahren jede nötige Innovation. Zum kaputtlachen!

Serviceangebote