Islamäußerung Neuer Innenminister erhitzt die Gemüter

Welche Rolle spielt der Islam in Deutschland? Politiker streiten über die Äußerungen des neuen Innenministers Friedrich.
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BerlinDer neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erregt mit seinem Äußerungen zum Islam die Gemüter. Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder (CDU) unterstützte Friedrichs Einschätzung, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, sagte, der Islam sei eine gesellschaftliche Realität, habe Deutschland aber nicht geprägt. Liberale Muslime reagierten empört auf Friedrichs Äußerungen, der der Zentralrat der Ex-Muslime dagegen lobte ihn.

Kauder sagte: „Der Islam hat unsere Gesellschaft nicht geprägt und prägt sie auch heute nicht. Der Islam gehört damit nicht zu Deutschland.“

Islam als nicht prägender Teil der Lebenswirklichkeit

Müller sagte, Friedrich habe klargestellt, „dass Deutschland nicht vom Islam geprägt war und ist und auch künftig nicht geprägt sein wird“. „Aber selbstverständlich ist der Islam heute Teil der Lebenswirklichkeit auch bei uns“, sagte Müller. Auch ein Innenminister dürfe eine andere Meinung haben als der Bundespräsident. Bundespräsident Christian Wulff hatte sich öffentlich dazu bekannt, dass der Islam inzwischen zu Deutschland gehört.

Der nordrhein-westfälische Arbeits- und Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) sagte: „Friedrich behindert mit seinen Äußerungen die Integration.“ Das konterkariere die Integrationsbemühungen. Der Islam und die etwa fünf Millionen Muslime gehörten unübersehbar zu Deutschland. „Sie sind ein Stück unserer Normalität“, sagte Schneider. Innenminister Friedrich hebe sich deutlich von seinem Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) ab, der um eine sachliche Integrationspolitik bemüht gewesen sei.

Die Vorsitzende des liberal-islamischen Bundes, Lamya Kaddor, nannte die Worte Friedrichs eine „Ohrfeige ins Gesicht der Muslime“.

„So eine Aussage ist nicht nur politisch und geschichtlich falsch“, sagte Kaddor. „Ich halte sie für gefährlich.“ Damit würden alle Fortschritte in der Islamdebatte der vergangenen Jahre negiert und die Dialogbereitschaft vieler Muslime geschwächt.

Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland, Mina Ahadi, sagte hingegen: „Endlich hat ein deutscher Politiker mal den Mut, klar zu sagen, dass der Islam mit einer aufgeklärten, demokratischen Kultur wie in Deutschland unvereinbar ist. Wir brauchen mehr Politiker, die den aggressiven Islam nicht länger hilflos verharmlosen.“ Religion solle generell in Deutschland Privatsache bleiben. Seit Jahren versuche eine zunehmend aggressive islamische Bewegung in Europa Fuß zu fassen. „Hier geht es nicht mehr nur um Religion, sondern um ganz klare menschenverachtende und besonders frauenfeindliche Politik“, sagte Ahadi.

  • dapd
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20 Kommentare zu "Islamäußerung: Neuer Innenminister erhitzt die Gemüter"

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  • Ein Rechtswissenschaftler der Uni Mainz hat eindeutig dargelegt, warum Herr Wulff irrt. Aber Herr Wulff hat ja den vorher nicht gefragt. Wie so häufig, werden die eigenen Fachleute gar nicht mehr zu Rate gezogen. Populismus ist einfacher und strengt nicht so an! Talkshow vom feinsten!

  • Warum sollen wir auf einmal „Ausländische Arbeitskräfte“ (Gastarbeiter) integrieren?

    Die Gastarbeiter haben die Gesetze unseres Landes zu achten und einzuhalten. Der Aufenthalt dieser Gäste ist immer temporär und letztendlich heißt es.

    Die Ausreise ist zwingender Bestandteil der Einreise!

    Wir haben durch die nicht konsequente Umsetzung heute die Probleme vor der wir gewarnt worden sind.

    Diese so genannte „Integration“ ist keine Lösung, jeder „Integrierte“ (siehe Frankfurt: Anschlag von einen „Integrierten“ Kosovo-Albaner auf US-Streitkräfte, 2 Tote)

    hat in seiner Heimat Verwandte und Freunde, durch die so genannte „Familienzusammenführung“ sind im letzten Jahr über 47.000 Menschen in unserem Land
    eingereist (Invasion) darunter 30.000 Türken (29.000 haben sofort Hartz 4 beantragt)

    Das heißt wir integrieren immer wieder NEU. Die Kosten sind enorm, es werden über 200.000 Euro pro Türke (3. Welt) veranschlagt.

    Wir integrieren uns so, zu Tode auch finanziell !

    Darum gehört der Islam nicht zu Deutschland.

    Wie sagte Herr Arend (SPD, Arbeitsminister) umso weniger umso besser!

  • @minsenleo
    Danke, aus Ihrer Tastatur ist das ein großes Lob!

  • Ich sagte, sie sollen über den böhmischen Gefreiten nachdenken und nicht, Sie sollen weiterpöbeln; zumal Sie mich überhaupt nicht kennen.

  • Recht haben Sie, es ist nicht alles automatisch Blödsinn, sondern nur in Ihrem Falle, da bei Ihnen einfach die Argumente fehlen, wie sich ja auch in der unqualifizierten Äußerung mit der Mülltonne widerspiegelt.

    Aber so ist das halt bei den den Islamliebhabern. Kaum holt man schlagfeste Argumente raus wird man persönlich angegriffen.

  • Daynke für diese Zeilen. Aber die Gutmenschen in Deutschland werden diese Urteil gutheißen. Es ist sinnlos, darüber nachzudenken.

  • Gegrüßet seiest Du, Naivling!

  • Dr. Friedrich weiß und kann es eigentlich besser. In Hof der größten Stadt seines Wahlkreises hat er sich z.B.an einer Überparteilichen Bürgerbewegung zugunsten vor allen türkischstämmiger Mitbürger auch finanziell beteiligt:
    http://www.frankenpost.de/nachrichten/hofrehau/hof-stadt/art2390,1419626
    In der großen Politik spielt er dann den Rattenfänger a la Jör Haider. Im Innenministerium braucht Deutschland bestimmt keinen Scharfmacher. Er sollte sich ein Beispiel an seinem Vorgänger nehmen

  • Da gibt es keine scheinheilige und gutmenschengeprägte Diskussion. Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Wulff irrt.Die SPD und auch die FDP irren. Die Grünen und Linken
    sind eh islamverseucht.
    Hoffentlich werden die Bürger dies endlich realisieren.

  • Fairheitshalber muß man auch eingestehen, daß vor den Türken in diesen Stadtteilen über 100 Jahre das Proletariat lebte und hauptsächlich rausgebombt wurde, um sich im Speckgürtel bei gleichzeitigem Versorgungsmangel neu zu formieren. Keiner von denen mußte dabei eine neue Sprache lernen.
    Was bleibt übrig? Eine schlechte Politik und Sarazins Buch.

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