IW-Studie zu Immobilien „Die Mietpreisbremse ist schädlich“

Die Wohnungsknappheit beschert den Parteien ein neues Wahlkampfthema - die Mietpreisbremse. Doch eine Studie zeigt: Die angedachte Deckelung der Mieten könnte andere Ergebnisse haben als gewünscht.
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Die Kölner Mieter bekommen es besonders zu spüren, denn die Mieten steigen und steigen. Quelle: dpa

Die Kölner Mieter bekommen es besonders zu spüren, denn die Mieten steigen und steigen.

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DüsseldorfDie einen stöhnen über die zu hohen Mieten, die anderen fürchten die Regulierung des Marktes: Seit Wochen polarisiert das Thema Metropolen-Mietpreise. Und so haben es die vergoldeten Quadratmeter in den Städten als wiederentdecktes Thema in die Wahlprogramme aller Parteien geschafft.

Eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) vergleicht die politischen Standpunkte in den Wahlprogrammen von Union, SPD, Grüne und FDP und kommt zu dem Ergebnis: Zwar wollen alle Parteien die hohen Belastungen senken, doch einige Vorschläge der Parteien bewirken das Gegenteil: allen voran die Mietpreisdeckelung. Gerade aber die hat die Union als Thema für sich neu entdeckt - und es sozusagen von der SPD geklaut, die damit schon seit einigen Wochen Wahlkampf macht.

Doch was bringt die Mietpreisbremse? Das Urteil des IW ist klar: „Die Mietpreisbremse ist schädlich“, sagt Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Immobilienökonomik des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Handelsblatt Online. Schlimmer noch: Sie würde die Situation am Markt nur verschärfen.

Der Markt zeige: Der Bedarf an Mietwohnungen sei da, sagt Experte Voigtländer. Die Knappheit treibe die Preise in die Höhe. Falls nun eine Mietpreisbremse in Kraft treten würde, wären die Anreize für Investoren, neue Wohnungen zu bauen, noch geringer, sagt der Ökonom. Die Folge: Wohnungen würden immer knapper und immer teurer. „Die Mietpreisbremse richtet sich gegen sich selber.“ Das würden internationale Vergleiche mit Spanien und den USA zeigen.

Der Schlüssel liegt für Voigtländer in der Baufläche am Rande der Kommunen, die attraktiver werden müsse, indem der Bund dafür sorge, dass die richtige Infrastruktur geschaffen werde, um den Stadtrand zu integrieren. Außerdem müssten soziale Härten abgefedert werden. „Das richtige Mittel dafür ist das Wohngeld“, sagt Ökonom Voigtlaender.

Doch was wollen Union, SPD, FDP und Grüne genau in Sachen Immobilien? Wo unterscheiden sich die Ansätze im Wahlprogramm? Handelsblatt Online listet die (bisherigen) Vorstellungen der Parteien auf Basis der IW-Studie auf.

Das will die Union
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27 Kommentare zu "IW-Studie zu Immobilien: „Die Mietpreisbremse ist schädlich“"

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  • Schöne leerstehende Häuser nutzen aber auch nichts.

  • DER MARKT scheint es wiedereinmal NICHT zu richten ...

  • Das ist Blödsinn! Die Mietpreisbreme drückt nur die Immobilenpreise bzw, verhindert ein weiteres explodieren dieser! Das Bauvolumen ergibt sich aus der Wohnungs-Nachfrage, die Preise aus der Spekulationsgier und den Niedrigzinsen!

  • Die Mietpreisbremse ist sinnvoll und unumgänglich!
    Gedeckelte Mieten verhindern ein weiteres steiles Ansteigen der Immobilienpreise und somit ein vorzeitiges Platzen der Blase! Wieso das so ist sollte man wissen wenn man bis 2 zählen kann!

  • Sie haben vollkommen Recht. Man braucht nur die Gehälter anzuheben, dann können alle (vor allem Familien) gut in Ballungszentren leben und arbeiten. Um die dann entstehenden Lohnstückkosten brauchen wir uns bei unserem Exportüberschuss ja keine Sorgen machen. Und wenn die Firmen nicht zahlen wollen, sollen sie die Produktion dahin verlegen, wo sich die Arbeiter das Wohnen leisten können. Dann sinken auch wieder die Gewerbemieten in den Ballungszentren.

  • Das Problem des Bademeisters besteht darin, dass er (sinnvoller Weise) nicht in Hoyerswerda wohnen und am Prenzlberg arbeiten kann. Da wird der Tag einfach zu kurz, um zusätzlich zum Arbeiten auch noch hin- und herzufahren und zu schlafen. Dann sollen die Anwohner am Prenzlberg auch ihren Abfall selbst wegräumen (Schubkarren gibt es billig bei OBI).

  • Die Investition / Spekulation mit Immobilien ist nur ein weiterer Umverteilungsmechanismus zu den Reichen. Wie jede Spekulation mit Gütern des täglichen Bedarfs (Wasser, Lebensmittel, Öl, Energie, Rohstoffe etc.). Neben geringer Beteiligung an den Ergebissen der Arbeit, das Abledern der Kunden durch die Banken etc.

    Die "Verknappung" von Wohnraum findet ja nur in den Ballungsräumen statt - und auf dem Papier. Dort suchen Reiche händeringend nach Renditemöglichkeiten (leistungslosen Einkommen) und treiben dadurch die Preise. Kein Normalsterblicher kann sich mehr eine eigene Wohnung kaufen, da er nicht gegen die enormen Kapitalanhäufungen der Reichen ankommen kann.

    Es ist KEIN politisches Ziel, die Bevölkerung in den Ballungsräumen mit preiswertem Wohnraum zu versorgen und der Grundstückspekulation Einhalt zu gebieten. Dies ließe sich über ein Steuersystem ohne weiteres erreichen.

    Selbst in Zeiten der Stadtflucht in den 70er Jahren sind unsere Sädte nicht verfallen. Und sie würden es auch nicht, wenn die Situation wieder so wäre. Der einzige Unterschied zu damals: es gab nicht diese hemmungslose elitäre Gier, die heute unser Gemeinwesen zerstört.

  • 1. Einfache aber wirkungsvolle Lösung Angebotserweiterung:
    Milliardenschwere unwirtschaftliche Protzbauten den privaten Investoren überlassen und mit den vielen eingesparten Steuermilliarden preiswerten komunalen Wohnraum bauen (Soll sich sogar rechnen).
    2. Ersatzlösung: Arbeitnehmer an den Produktivitätsgewinnen der letzten 20 Jahre beteiligen und Löhne/ Renten um 40% erhöhen und Alle werden Vermieter.

  • Man kann nicht einfach pauschal sagen das eine Mietpreisbremse das Gegenteil bewirkt. Es ist sehr stark abhängig von der Lage und der ortsüblichen Vergleichmiete.

    Gerade dort wo die Mieten überproportional gestiegen sind, würde eine Bremse zu einer Preiskorrektur führen. Gebaut würde dennoch, da die Gewinnspanne immer noch hoch genug wäre.
    Wenn die Kunden keine Wohnungen mehr für 4000 Euro pro qm kaufen, muss man halt den Preis senken. Die Bauträger bzw. Investoren zahlen dann aber auch weniger für die Grundstücke. Was zum Teil die Kommunen selber trifft.

    Einen Verfall dürfte sich nur in Lagen einstellen, welche jetzt schon nicht mehr begehrt sind.

  • 100000e bekommen ihre Miete subventioniert. Also kann von einem freien Markt keine Rede sein. Dazu kommen noch die Zuzügler aus dem Ausland, die die Subventionen als gute Idee erkannt haben. Die Politikkaste faselt von Demographie; denn weniger Menschen können die Zinsen für die Schulden der Politik nicht mehr erarbeiten.
    Normalverdiener werden an den Stadtrand verdrängt.
    Fallen alle Subventionen weg, regelt sich die Miete von alleine.
    Aber das kann man in einem sozialistischen System ja nicht zulassen.

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