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IWH-Studie Flüchtlingszuzug wird Arbeitslosigkeit kaum erhöhen

Bis zu 140.000 zusätzliche Arbeitskräfte kommen im nächsten Jahr auf den Arbeitsmarkt – wegen des Zuzugs von Geflüchteten. Das könne wie ein kleines Konjunkturprogramm wirken, schätzt eine Studie des IWH.
24.12.2015 - 10:25 Uhr
Ausbilder Thomas Fron (m.) erklärt Tesfazghi Goitiom aus Eritrea (l.) und Khantemikov Khusein aus Dagestan den Anbau einer Kabelverbindung. Quelle: dpa
Flüchtlinge an der Werkbank

Ausbilder Thomas Fron (m.) erklärt Tesfazghi Goitiom aus Eritrea (l.) und Khantemikov Khusein aus Dagestan den Anbau einer Kabelverbindung.

(Foto: dpa)

Halle Der Zuzug von Flüchtlingen wird die Arbeitslosenquote in Deutschland nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) kaum erhöhen. „Nach unseren Berechnungen werden kommendes Jahr durch die Flüchtlinge 130.000 oder 140.000 Menschen zusätzlich auf den Arbeitsmarkt kommen“, sagte IWH-Präsident Reint E. Gropp der Deutschen Presse-Agentur. Im Vergleich zu den zuletzt 2,6 Millionen Arbeitslosen seien das nicht so viele.

Außerdem werde der Zuzug der Flüchtlinge stimulierend für die Konjunktur sein. „Die Zuwanderung wirkt eindeutig wie ein kleines Konjunkturprogramm“, sagte Gropp. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes sei dies auch finanzierbar.

Langfristig sei die Zuwanderung positiv für den Arbeitsmarkt. „Wir haben tatsächlich ein riesiges Demografieproblem“, sagte Gropp. „Das kommt absurderweise durch die sehr geburtenstarken Jahrgänge Ende der 50er und in den 60er Jahren, die in 10 bis 20 Jahren in Rente gehen.“ Dies werde in einigen Jahren die Relation zwischen Arbeitenden und Rentnern und Kindern stark verändern.

„Die demografische Entwicklung ist so negativ, dass noch nicht einmal eine Million Einwanderer pro Jahr das auffangen würden“, sagte Gropp. Die Zuwanderung könne aber die Effekte des Wandels abfedern. Die Flüchtlinge von heute stünden in einigen Jahren genau dann für den Arbeitsmarkt bereit, wenn sie dringend gebraucht würden.

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    Gropp warnte zugleich davor, für Flüchtlinge andere Regelungen im Bereich des Mindestlohns zu schaffen. „Das würde Flüchtlinge und einheimische Arbeitnehmer gegeneinander ausspielen und zu Konflikten führen“, sagte Gropp. Auch sozialer Wohnungsbau für Flüchtlinge sei der falsche Weg, weil dies ähnlich wie in Frankreich leicht zu einer Ghettoisierung führen könne.

    • dpa
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